Split Kritik

Link für Pöni TV „SPLIT“ von M. Night Shyamalan (B + R + Co-Produzent; USA 2015/2016; K: Michael Gioulakis; M: West Dylan Thordson; 117 Minuten; Start D: 26.01.2017); der indisch-stämmige amerikanische Filmemacher MANOJ NIGHT SHYAMALAN schuf 1999 mit seinem dritten Spielfilm „THE SIXTH SENSE“ (s. Kino-KRITIK) ein Meisterwerk des Spannungsfilms. Ein Jahr später folgte, nicht minder aufregend, „Unbreakable – Unzerbrechlich“. Nach einigen vergleichsweise eher mittelprächtigen Werken, kam M. Night Schamalan (wie er ausgesprochen wird) 2015 mit „The Visit“ (s. Kino-KRITIK) wieder „in die Spur“. Und jetzt: „SPLIT“ ist wieder hochkarätiger Nervenkitzel.

Kevin. Kevin Wendell Crumb (JAMES McAVOY). Nicht allein zu Haus, sondern in seinem Gewölbe. Allerdings, so ganz stimmt das auch wieder nicht, denn Kevin ist Psychotiker; der mit der multiplen Persönlichkeitsstörung. In ihm lauern, oder soll man präziser sagen: hausen = befinden sich zugleich 23 verschiedene Persönlichkeiten. Wie auch Dennis, Patricia, Hedwig, Barry, Orwell (!) oder Jade. Diese Wesen bestimmen sein ständig wechselndes Ich. Kevin ist sozusagen „der Anführer“. Der Wortführer. Hat soeben drei junge Mädchen gekidnappt. Hat sie in sein Verlies eingesperrt, um sie…“vorzubereiten“. Für IHN beziehungsweise für ES. Genannt: das Monster. Casey, Claire und Marcia verstehen die Welt nicht mehr. Müssen erst einmal mit „dieser Situation“ klarkommen, sind verängstigt, sammeln Ausbruchsgedanken, starten Befreiungsversuche. Wobei die eigenwillige, cool mit-denkende Außenseiterin Casey (ANYA TAYLOR-JOY) sich als cleverste „Widerständlerin“ herausschält.

Dr. Karen Fletcher (BETTY BUCKLEY). Ärztin, Wissenschaftlerin. Sie behandelt Kevin (oder wer auch gerade vor ihr sitzt). Dr. Fletcher spricht von der sogenannten „dissoziativen Identitätsstörung“. „Das Gehirn hat gelernt, sich selbst zu verteidigen“. Und: Frau Doktor ist der festen Überzeugung, Kevin im Griff zu haben. Spricht über ihre „faszinierenden Studien-Erkenntnisse“ sogar anlässlich einer Konferenz. Die Welt soll von ihrem vielschichtigen, ungefährlichen Kevin erfahren. Kevin, als Studien-Objekt.

Währenddessen beginnen sich „die Dinge“ im Keller …“zu entwickeln“… .

Ein Klasse-Thriller. In der prickelnden Mixtur aus Hitchcock-Appeal, Grusel-Atmosphäre und Hirn-Therapie. Die volle Kanne pfiffige, fetzige (AN-)Spannung. Mit einem überragenden Schurken an der Rampe, denn in der Hauptrolle brilliert der 36jährige Brite JAMES McAVOY. Es ist seine erste Olymp-Rolle. Wir kennen James McAvoy vor allem über die „schwarze Poesie“ „Drecksau“ (s. Kino-KRITIK); als Leibarzt des ugandischen Diktators Idi Amin in „Der letzte König von Schottland“ (s. Kino-KRITIK) sowie als Keira Knightley-Partner in der Jane Austen-Adaption „Abbitte“ (s. Kino-KRTITIK). In allen drei Auftritten war der auch aus der „X-Men“-Reihe bekannte McAvoy großartiger Mit- wie Nebenspieler, während ihm hier nun die ganze Dämon-Bühne gehört. Als sozusagen exzellenter „Anthony Perkins“. „Bestand“ DER damals, im legendären Hitchcock-Klassiker „Psycho“ von 1960, „nur“ aus zwei Personen, aus seiner Mutter und ihm, so vermag JAMES McAVOY (deutsche Stimme: JOHANNES RASPE) hier gleich zwei Dutzend Innen-Täter schaurig-meisterhaft vorzuführen. Aber, der Vergleich kriegt wieder Futter: Man achte auch bei ihm auf seine grässliche Mama in der Kind-Phase.

Diese vergleichsweise neue Billig-Produktion von M. Night Shyamalan – Budget: 5 Millionen Dollar („Wikipedia“) oder knapp 10 Millionen Dollar („dpa“) – hat sich beim Start in den USA und Kanada auch als Kassen-Hit herausgestellt und am Kinostart-Wochenende gleich 40,2 Millionen Dollar eingespielt.

M. Night Shyamalan hat sich also die Fans mit „SPLIT“ endgültig wieder zurückerobert (= 4 PÖNIs).