Abbitte Kritik

ABBITTE“ von Joe Wright (GB/Fr 2007; B: Christopher Hampton; nach dem gleichn. Roman von Ian McEwan/2001; K: Seamus McGarvey; M: Dario Marianelli; 123 Minuten; Start D: 08.11.2007); einem 35jährigen Londoner Regisseur, der auch bei uns vor einiger Zeit mit seinem Debüt-Spielfilm, der Jane-Austen-Adaption von „Stolz und Vorurteil“, bekannt wurde. Für sein zweites Leinwand-Werk nahm sich Wright dem 2001 veröffentlichten, gleichnamigen Roman des britischen Schriftstellers Ian McEwan an.

Erzählt wird die Geschichte eines 13jährigen, schriftstellerisch begabten jungen Mädchens. Die deutet im heißen Sommer von 1935 auf dem herrschaftlichen Landgut ihrer Familie „eine (erotische) Situation“ ihrer Schwester „mit einem Unterklassigen“ falsch ein. Und löst durch ihre Äußerungen unglückselige Kettenreaktionen aus, die das Leben ihrer älteren Schwester, deren Geliebten und auch ihr Leben nachhaltig wie unglückselig verändern wie zerstören soll. Was wie eine Art Agatha-Christie-Krimi formidabel-bedrohlich beginnt, entwickelt sich zu einem bewegenden Melodram.

Das auf drei Zeitebenen spielt: Eben vor dem Zweiten Weltkrieg, dann zu Anfang des Krieges, nach der Niederlage britischer Truppen in Belgien und Frankreich, sowie schließlich 1999. Handwerklich eindrucksvoll bebildert, darstellerisch brillant. Die junge Irin SAOIRSE ROMAN ist als heranwachsende Biony Tallis ebenso vorzüglich wie ROMOLA GARAI als junge Frau und schließlich VANESSA REDGRAVE als in die Jahre gekommene Erfolgs-Schriftstellerin, die in ihrem letzten Buch Bekenntnis/“Abbitte“ leistet. Um sie herum bilden/sind „Everybodys Darling“ KEIRA KNIGHTLEY („Fluch der Karibik 1-3″/“Stolz und Vorurteil“) und JAMES McAVOY (in „Der letzte König von Schottland“ der Hofarzt von Idi Amin) ein Traumpaar.

Eine hochkarätige, hochemotionale sowie atmosphärisch-überzeugende Literaturverfilmung. Erinnerungen an „Der englische Patient“ sind ebenso genehm wie Von-Weit-Her-Gedanken an „Vom Winde verweht“. „Oscar“-Avancen winken. Ein schönes Unterhaltungs-Erlebnis auf der IN JEDER HINSICHT wohl ausgefüllten, komfortablen Großleinwand (= 4 PÖNIs).