MISSION: IMPOSSIBLE – FALLOUT

„MISSION: IMPOSSIBLE – FALLOUT“ von Christopher McQuarrie (B + Co-Produzent + R; USA 2017/2018; nach Motiven der gleichn. US-TV-Serie, deutscher TV-Titel: „Kobra, übernehmen Sie!“; K: Rob Hardy; M: Lorne Balfe; Titelmusik: Lalo Schifrin; 147 Minuten);

1.) KINO ist Bewegung! KINO ist Wort – gleich: Inhalt, Gedanken, Erklärung. Hier ist letzteres am unteren Spannungsrand angesiedelt. Die Story ist nur eine behauptete Geschichte, wenn sie so wie hier alle gefühlte paar Sekunden „wechselt“. Foppen will. Für „Mission: Impossible 6“ lautet die eindeutige Vorgabe und Zielrichtung: Action-furioso. Schneller, höher, weiter, spektakulärer. Physis vor Psyche. Oder Charakter. Die Beteiligten: Figuren = Marionetten. Die visuell „platziert“ werden. Zum Glänzen. Wie Schmuck. Zum edlen Ankucken knallig bereit. Das „Fleisch“ gehört eindeutig der rasanten Optik. Alles andere bedeutet nur: kurze Unterbrechung. Um irgendwas zu erklären. Zu erläutern. Einige Beteiligte neu zu positionieren. Die jeweiligen Verschnauf-Pausen sind kurz. Dann darf wieder geballert, geprügelt, geklettert, geflogen und viel gerannt werden. Beziehungsweise umgekehrt.

2.) Was!?:  Die näheren Team-und Themen-Infos nochmal aufzurollen, erspare ich mir. Schließlich gibt es gleich fünf Vorläufer, mit ausführlichen Beschreibungen und Kritiken: „Mission: Impossible“ von 1996 (= Kino-Start/s. Kino-KRITIK/4 PÖNIs);  „Mission: Impossible II – M: I-2 von 2000 (s. Kino-KRITIK/1 1/2 PÖNIs);  „Mission: Impossible III“ von 2006 (s. Kino-KRITIK/2 PÖNIs);  „Mission: Impossible – Phantom Protokoll von 2011 (s. Kino-KRITIK/1 PÖNI)  sowie  „Mission: Impossible – Rogue Nation“ von 2015 (s. Kino-KRITIK/4 PÖNIs).

3.) Als US-Geheimagent Ethan Hunt jagt von Anfang der eben – am 3. Juli 2018 – 56 Jahre alt gewordene TOM CRUISE durch attraktiv eingefangene Welt-Orte wie heuer: Berlin, Paris, London, Ramstein, Kaschmir. Neuseeland auch. Und Norwegen. Hunt-Cruise agiert in der Tradition von 007-James Bond und Jason Bourne als Front-Kämpfer. Wobei uns Verleih, PR-Agenturen immer und immer wieder einbläuen wollen, dass Tom Cruise die meisten Stunts selber „veranstaltet“ hat. Was mir letztlich völlig wurscht ist, sofern diese toll ausgeführt werden. Wobei natürlich seit vielen Jahren in der Action-Kinematografie der Computer immer mehr williges mit-ausführendes Erfüllungsobjekt ist. Kleine Anmerkung: Ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass irgendeine Filmproduktionsversicherung bereit ist, das hier gezeigte – „als Leib-haftiger Dreh-Tatbestand“ – vertragsmäßig abzusichern. Also: Man foppt uns gerne, und es hört sich ja auch kühn an, wenn es immer und immer und nochmal fakig heißt: Der 50plus-Cruise habe alles „gerne“ selber gemacht. Und sich dabei sogar mal „schlimmes Dreh-Aua“ zugezogen. Ach her-je bzw.: Wie dusslig ist das denn?!!

4.) 2018. Drei Plutonium-Kapseln soll das Hunt-Team – darunter von Anfang an mit-zugehörig: VING RHAMES, 59, als Computer-Experte Luther Stickell – beschaffen. Eigentlich hätte Hunt sie ja gleich eingangs in Berlin in Besitz nehmen können, doch natürlich gibt es Komplikationen. Emotionaler Grund: Luthers Schutz ist Hunt wichtiger als die Aufgabe. Deshalb muss er ab sofort „nachsitzen“. Besser: Nach-Flitzen. Dabei werden andauernd Bekannte zu Gegnern oder Kontrahenten zu Vertrauten. Hunt kann nur noch Wenigen wirklich trauen. Außer natürlich dem für den Humor zuständigen, ständig aber etwas stocksteif wirkenden SIMON PEGG als britischer Benjamin „Benji“ Dunn, der für die Technik zuständig und schon eine Weile im Hunt-Team ist. Außerdem befinden sich mit im Show-Boat: ALEC BALDWIN als Alec Hunley, ehemaliger CIA-Direktor; REBECCA FERGUSON als Ilsa Faust (!), ehemalige MI6-Agentin, die im Teil 5 zum Hunt-Team-Mitglied wurde; der als „Superman“ (= „Man of Steel“) schon etwas „verstörend“ wirkende und nun als Attentäter August Walker ebenso ungelenk auftretende HENRY CAVILL. Im erweiterten Blickfeld während der 140 Spiel-Minuten tauchen außerdem auf: SEAN HARRIS als Solomon Lane (der Anarchist aus aus Teil 5); MICHELLE MONAGHAN als Ethan Hunts eigentlich verschollene Gattin (aus Teil 3 und 4) sowie ANGELA BASSETT als neue CIA-Chefin Erica Sloane, die natürlich auch mies mitmischt.

5.) ABER: Das Personal ist zwar namhaft, aber im Grunde nur Stichwortgeber für die wirklich waghalsigen, tollkühnen Stunts, die fantastischen Tricks, für die phänomenalen Show-Jagden. Das volle Logik-freie Zirkus-Programm; der Jahrmarkt bebt. Mit dem Spitzen-Artisten: TOM CRUISE. Der natürlich, wir befinden uns schließlich im KINO, auch bei den aberwitzigsten Einsätzen fast ohne Außen-Kratzer oder Verletzungen davon kommt. Klar, das Kracher-Programm darf nicht stocken, es muss einfach weitergehen. Und so lasse ich mich in den Sitz dröhnen und schaue Dem-Hier mit einigem Karussell-Vergnügen zu. Mit unterhaltsamem Schwindel. Um mich in der Überfülle der vielzähligen Wendungen zu verlieren. Hauptsache – die Action-Bilder knallen. Und dies tun sie durchaus zünftig. Meistens. Jedenfalls.

6.) Danach ist man Bilder-besoffen und verabschiedet sich taumelnd aus dem neuen M I-Spektakel . Hat’s Spaß gemacht? Ja, doch. Meistens. Jedenfalls (= 3 1/2 PÖNIs).