MISSION: IMPOSSIBLE – ROGUE NATION (5)

MISSION: IMPOSSIBLE – ROGUE NATION“ von Christopher McQuarrie (Co-B + R; USA 2014/2015; Co-B: Drew Pearce; nach Motiven der gleichn. US-TV-Serie/dtsch. Titel: „Kobra, übernehmen Sie!“; K: Robert Elswitt; M: Joe Kraemer; Lalo Schifrin/Titelmusik; 131 Minuten; Start D: 06.08.2015); natürlich, NEU ist dies keineswegs, ganz im Gegenteil – es ist die bereits fünfte teure Action-Nummer dieses Franchise-Dauerläufers. Wieder auch – mit geschätztem 150 Millionen Dollar-Budget – entsprechend aufwändig hergestellt. Wer wissen will, wann was wo und wieso, also aufgrund welchem Ursprungs, sich vorher alles abgespielt hat, dem empfehle ich die Texte zu den ersten vier Körper-Action-Movies. Als da wären: „Mission: Impossible“ (1996/s. Kino-KRITIK)); „Mission: Impossible II“ (2000/s. Kino-KRITIK)); „Mission: Impossible III“ (2006/s. Kino-KRITIK) sowie „Mission: Impossible – Phantom Protokoll“ (2011/s. Kino-KRITIK). Von Anfang an immer dabei: VING RHAMES, Jahrgang 1959, als Hacker-Experte Luther Stickell und, natürlich, Auch-Co-Produzent TOM CRUISE, kürzlich (am 3. Juli) 53 geworden, als Ethan Hunt, Agent der IMF, der „Impossible Mission Force“.

– Business-Fakt: Diese ersten vier Streifen haben insgesamt (weltweit) über zwei Milliarden Dollar eingespielt. –

Und immer mit-dabei: Diese Töne. Dieser Klang. Geht ins Ohr, bleibt für immer im Kopf: Der markante, einzigartige, schwungvolle Hammer-Titel-Sound von LALO SCHIFRIN. Bammbamm bamm-bamm bammbamm…ein musikalischer Geniestreich, einst vom argentinisch-stämmigen Komponisten (mit dem bürgerlichen Namen Boris Claudio Schifrin) komponiert und arrangiert. Und sofort zuzuordnen, wenn man ihn hört. Wie auch hier wieder.

Warum nicht! Wenn der Stoff immer noch etwas Passables hergibt, ist nichts dagegen einzuwenden, dass die Show weitergeht. „Jurassic World“ erwies sich kürzlich als Neuauflagen-Hochkaräter, und auf die neuen Ausgaben von „Bond“ („Spectre“; startet am 5. November 2015) und „Star Wars“ („Das Erwachen der Macht“/17. Dezember) sind wir natürlich ebenso gespannt. Zudem hat „Mission: Impossible“ einiges wieder gut zu machen, denn die Ausgaben 2 bis 4 waren allesamt qualitäts-„bescheiden“. Das ist jetzt völlig anders. Bond war eben ein gutes Stichwort: Der Mit-Fünfziger Tom Cruise befindet sich mit seinem neuesten Spektakel auf den guten Action-Spuren von James.

Und hängt sich gleich mal an einen anfliegenden Airbus A400. Angeblich in „echt“. Egal (= versicherungstechnisch unmöglich), jedenfalls beendet er gerade eine Mission erfolgreich. Um dann „unten“ sozusagen die Kündigung zu erhalten. CIA-Boss Alan Hunley (ALEC BALDWIN) löst die Spezialeinheit auf. Und beordert Ethan zurück. Doch der ist untergetaucht. Nimmt „das Syndikat“ ins Visier. Abtrünnige und teilweise für tot gehaltene ehemalige Spitzen-Agenten haben sich bedrohlich zusammengerottet, um die ehemaligen IMF-Mitglieder zu liquidieren und durch gezielte Terroranschläge eine neue „Weltordnung“ zu schaffen. Ethan Hunt holt das bewährte Team wieder zusammen. Bestehend aus: Technik-Komiker Benji Dunn (SIMON PEGG; gerade auch mit „Es ist kompliziert…“ im Kino); besagtes Computer-As Luther Stickell (Ving Rhames) und den Kollegen William Brandt (JEREMY RENNER), Kumpel-Helfer in allen Nöten. Dazu – die Quoten-Frau. Diesmal keineswegs blondiert-attraktiv und mit High Heels lächerlich unterwegs, sondern eine durchaus „praktische“ und höchst undurchsichtige clevere Hauptansage namens Ilsa Faust (die Schwedin REBECCA FERGUSON, 32, weiß handfest und höchst prickelnd mitzumischen). Bei der sich Ethan Hunt nie sicher fühlen soll. Was sie als Nächstes im Gut-oder-Nicht-Gut-Schilde führt. Da von offizieller Seite keine Unterstützung zu erwarten ist, muss das Team alleine ackern. Mit Frontmann Ethan-Tom. Und wie sie dies anstellen, wird höchst lustvoll-unterhaltsam präsentiert.

Zum einen, weil die gegenseitigen Jagd-Szenen, ob in der Wiener Oper, ob auf der Straße mit imponierendem Motorrad-Radau, höchst effektiv-spannend in Szene gesetzt wurden. Zum anderen, weil wir es hier mit einem außergewöhnlich coolen Oberschurken (mit „amüsanten“ Stimmband-Problemen/SEAN HARRIS) zu tun haben, der in seiner schurkischen Disziplin zweifellos zu den „feinsten“, also köstlichsten Fiesen in der filmischen Weltbedrohungs-Champions League zählt. Ein toller charismatischer „Psychopath“.

Der amerikanische Drehbuch-Autor, Regisseur und Produzent CHRISTOPHER McQUARRIE, 44, bekam 1996 den „Oscar“ für das „Beste Originaldrehbuch“ zu „Die üblichen Verdächtigen“. Mit „The Way of Gun“ gab er im Jahr 2000 sein Regie-Debüt. Es folgten weitere Drehbücher für Filme wie „Operation Walküre – Das Stauffenberg-Attentat“ (2008) und „The Tourist“ (von Florian Henckel von Donnersmarck/2010). Mit Tom Cruise in der Hauptrolle realisierte er, nach eigener Drehbuch-Vorlage, 2013 den mäßigen Action-Quatsch „Jack Reacher“ (s. Kino-KRITIK). Sein dritter eigener Kino-Act kann sich dagegen bestens sehen lassen. McQuarrie bereitet großartige Action-Effekte aus; benutzt – vom Kamera-As ROBERT ELSWITT exzellent photografierte – internationale Schauplätze als delikate Spannungsmotive; entwickelt die Story offensiv-erzählerisch, hantiert also nicht so blind-aufgeregt-wirr wie seine drei Vorgänger; weiß die Maskeraden geschickt einzubringen und setzt auf die phantastische „Ilsa“-Akteurin Rebecca Ferguson als mysteriöse Front-Frau, ohne die ein Ethan Hunt gar nicht „könnte“. Überleben zum Beispiel. SIE dominiert und polarisiert als prächtige Reiz-Figur. Ganz stark neben dem offensichtlich immer jünger werdenden Tom-Ethan-Helden.

Auffallend auch: der diesmal sorgfältige Schnitt (von EDDIE HAMILTON), der „besonnen“ für eine stimmungsvolle Symphonie-Action sorgt. Fazit: Der Film zum Popcorn. Eine mächtige, prima unterhaltende Spiel-Spaß-Spannungs-Show, die Bond-Abenteuer-Vergleiche zulässt. Das fünfte „Mission: Impossible“-Movie ist zweifellos das Beste (= 4 PÖNIs).

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