COLD BLOOD LEGACY

PÖNIs:     (2,5/5)

„COLD BLOOD LEGACY“ von Frédéric Petitjean (B + R; Fr/Ukraine 2018; K: Thierry Arbogast; M: Xavier Berthelot; 92 Minuten; deutsche Heimkino-Veröffentlichung: 18.10.2019); die g a n z großen Auftritte scheinen für ihn vorbei zu sein, dennoch ist man natürlich immer in Hab-Acht-Stellung, wenn ein neuer Film mit IHM herauskommt: Die Rede ist von: JEAN RENO, am 30. Juli 1948 als Juan Moreno y Herrera Jiménez im marokkanischen Casablanca geboren. Der sich mit seinen Rollen einen hervorragenden Namen gemacht hat, in Filmen wie „The Big Blue – Im Rausch der Tiefe“ (1989); „Nikita“ (1990/s. Kino-KRITIK); „Léon, der Profi“ (1994/gerade wieder als Wiederaufführung in unseren Kinos); „Mission: Impossible“ (neben Tom Cruise/1996); „Die purpurnen Flüsse“ (2000/s. Kino-KRITIK); „22 Bullets“ (2010/s. Kino-KRITIK) oder zuletzt in dem großartigen Thriller „Der Nebelmann“, der hierzulande gleich im Heimkino herausgebracht wurde (s. Heimkino-KRITIK). Hier erklärte er sich bereit, im Debütfilm des im November 50 Jahre alt werdenden Autoren-Regisseurs Frédéric Petitjean mitzumischen, der von 1995 bis 2003 vorwiegend in den USA als Berater und technischer Skript-Direktor arbeitete und im Übrigen als Schriftsteller tätig war und auch als Schauspieler auftrat. Sein erster eigener Spielfilm entstand in Co-Produktion Frankreich/Ukraine und wurde hauptsächlich in den Karpaten der Ukraine sowie auch in New York und Kanada gedreht.

Profi-Killer stehen weiterhin hoch im Film-Kurs. Jean Reno mimt Henry. Einen Spitzenmann im Milieu. Hat gerade einen Auftrag erledigt, bei dem er einen hochkarätigen Mafiosi „pfiffig“ abgemurkst hat. In einer Sauna. Danach hat sich Henry wieder in sein abgelegenes Waldhaus zurückgezogen. Wo ihn eigentlich niemand aufspüren und er sich in den „wohlverdienten“ Ruhestand begeben kann. Eigentlich, denn plötzlich stürzt hier Charly buchstäblich ab (SARAH LIND). Beziehungsweise: herein. Ist in der Nähe verunfallt und übel verletzt. Er hilft natürlich. Ganz der misstrauische Gentleman-Gangster („Gewöhnlich rette ich keine Menschen“). Doch genauso wie Henry fühlen auch wir, dass mit der jungen Frau irgendetwas nicht stimmt. Ist sie wirklich nur zufällig hier? Währenddessen werden „andere“ aufmerksam. Sowohl ein sich ansonsten hier langweilender Cop, der aus New York in diese saukalte Wald-Region versetzt wurde, wie auch weitere Verfolger. Henry kriegt zu tun. Mehr als ihm lieb ist.

„COLD BLOOD LEGACY“ („Die Erinnerung an das Blut“) ist einer jener Filme, die in drei Jahren vom ZDF am Montag-Abend als „Montags-Thriller“ versendet werden. Leidlich spannend, wenn man den Kopf von wegen Logik und Folgen nicht beansprucht, sondern einfach „nur zuschaut“. Und sich ein paar passend-billige Schnäpse ‘reinzieht, während man den mürrischen Jean „Henry“ Reno (deutsche Stimme: Joachim Kerzel) machen lässt. Was auch immer. Allerdings – der Schluss ist unakzeptabel. Impertinent. Verrate ihn nicht, aber damit verliert Monsieur Autor-Regisseur Petitjean viele Punkte. Geht gar nicht.

Sagen wir mal so: Offensichtlich hat sich der 70-jährige Jean Reno gelangweilt; hat was für sein Girokonto getan, indem er sich Klischee- wie Genre-gemäß bewegt. In die Filmgeschichte wird sein neues Film-Abenteuer nicht eingehen. Aber, man begegnete wieder einmal einem „lieben Film-Kumpel“ wie er belanglos-unterhaltsames B-Remmidemmi veranstaltet. Pourquoi pas (= 2 ½ PÖNIs).

Anbieter: „Ascot Elite Entertainment“.

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