BRITTANY RUNS A MARATHON

PÖNIs:    (2/5)

„BRITTANY RUNS A MARATHON“ von Paul Downs Colaizzo (B + R; USA 2017/2018; K: Seamus Tierney; M: Duncan Thum; 104 Minuten; deutscher Kino-Start: 24.10.2019; Plattform-Start auf Amazon Prime Video: 15. November 2019); Brittany (Jillian Bell), Ende 20, ist pfundig. Also gemeint – zunächst – im rein körperlichen Befinden. Die New Yorkerin ist zu korpulent. Übergewichtig. Schlichtweg zu fett. Deshalb ist sie auch ziemlich atemlos. Frustriert. Auch in Sachen: tägliches Leben. Bewältigen. Lässt sie sich gehen. Greift gerne zu Aufputsch-Mitteln. Tönt gerne auf Partys ‘rum. Hängt beruflich, also finanziell, immer mehr durch. Brittany wirkt reichlich chaotisch und verunsichert. In welcher Reihenfolge auch immer, jedenfalls wirkt sie auch so auf andere. Irgendwann aber, auch durch ärztliche „Aufmunterung“, kriegt das Mädel die erste Kurve. Will sich verändern. Fängt erstmal an zu joggen. Erst zaghaft, dann etwas beweglicher, dann immer mehr Schritte. Gibt sich ein Ziel, will beim nächsten New York-Marathon mitlaufen. Und stößt dabei auf Mitmenschen, die auch nicht gerade „blühen“ und zu engen Gesprächspartnern/Innen werden. Sie findet einen Nebenjob, und beginnt, „ihre Dinge“ auf die Reihe kriegen zu wollen. Und so langsam entdecken auch andere „die Qualitäten“ in ihr. Beziehungen bahnen sich an. Aber Brittany ist längst noch nicht am Ziel. Angekommen. Ganz im Gegenteil. Da sind noch Kilos von inneren Problemen abzubauen.

Anfangs nervt die Schablone, wer so aussieht: Scheiße. Gutes, SCHÖNES Aussehen ist das Mittel, die Lösung, für ein gutes Selbstwertgefühl. Wie bitte? Der unbekannte Autoren-Regisseur verbreitet mehr Unbehagen denn Erdung. Dann lässt er viel „aufklärerisch“ reden, so dass man sich wie in einem Dauer-Vortrag platziert fühlt. Und im Bestreben, Brittany UND UNS klarzumachen, dass natürlich der Wert eines Menschen keineswegs von seiner Leibesfülle abhängt, klar doch, wirkt die Geschichte ganz schön verkrampft. Beziehungsweise: nicht gerade ansprechend pfundig. Will sagen, diese Brittany erreicht nie den Vorbild-Charme einer einst so witzigen, kauzigen und sich selbstbewußt-steigernden Renée Zellweger-„Bridget Jones“ (s. Teil 1-Kino-KRITIK; s. Teil 2-Kino-KRITIK; s. Teil 3-Kino-KRITIK), die den witzig-charmanten Draht zum Zuschauer stets hinbekommen hat. Deren Empathie funkelnd-funkte. Während die Gefühle hier, bei Brittany, nur unverbindlich lechzend-hauchen (= 2 PÖNIs).

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