TERMINATOR: DARK FATE

PÖNIs:    (2/5)

„TERMINATOR: DARK FATE“ von Tim Miller (USA 2018; B: David S. Goyer, Justin Rhodes, Billy Ray; K: Ken Seng; M: Junkie XL; 128 Minuten; deutscher Kino-Start: 24.10.2019); man kann es so sehen: aaah, ein neues, ein 6. „Terminator“-Movie oder auch so: wenn denen in Hollywood nix Neues mehr einfällt, greifen sie halt zu ollen Themen-Kamellen aus der Vergangenheit, um die – modern, also exzessiv in Trick-Technik und Gewalt – aufzupolieren und neu zu verkaufen. Ich tendiere zu letzterem.

„Dunkles Schicksal“. Zur Erinnerung. Es begann alles am 11.03.1985. Da lief in unseren Kinos „Terminator“ von James Cameron an (s. Kino-KRITIK). Ein B-Action-Fiction-Streifen, mit einem „Low Budget“-Hollywood-Budget von 6,4 Millionen Dollar hergestellt und das zig-fache einspielend. Mit 17 Schwarzenegger-Terminator-Sätzen, von denen der berühmteste – „I’LL BE BACK“ – vom „American Film Institute“ in einer Liste der 100 berühmtesten Filmzitate auf Platz 37 gewählt wurde. 2008 wurde der Film in den USA ins „National Film Registry“ aufgenommen. War „Arnie“ beim ersten terminatorischen Auftritt noch eine böse Killermaschine aus der Zukunft, avancierte er in „Terminator 2 – Tag der Abrechnung“, deutscher Kino-Start: 24.10.1991 zum guten Krieger (s. Kino-KRITIK). Am 31. Juli 2003 kam „Terminator 3 – Rebellion der Maschinen“ in unsere Lichtspielhäuser (s. Kino-KRITIK) als pure Material-Schlacht. „Terminator: Die Erlösung“, am 4. Juni 2009 in die hiesigen Kinos kommend, war, wie ich meiner ausführlichen Kritik entnehme, ein „richtig gut-wütender Fiction-Spaß“, in dem CHRISTIAN BALE als John Connor eine Prima-Figur abgab (s. Kino-KRITIK). Schließlich ging die Cyborg-Show ab 9. Juli 2015 bei uns mit „Terminator: Genisys“ weiter (s. Kino-KRITIK), aber die Terminator-Messen waren gelesen, und der Film fand längst nicht mehr das erhoffte Groß-Interesse.

Nun also Number 6. Für den man die Folgen 3 bis 5 vergessen soll, heißt es, denn er kaspert sich an die Zeiten nach Teil 2 an. Spielt 27 Jahre nach den Ereignissen dort, nun aber in Mexiko. Und in der Hauptsache mit weiblichem Fight-Personal. Sie heißt Daniella „Dani“ Ramos und wird heuer gejagt. Von einem extrem-fortgeschrittenen Terminator-Prototyp („Rev-9“) aus der Zukunft. Skynet, das ursprüngliche Technik-Übel, wurde „abgeschaltet“ und durch ein neues Programm mit dem Namen Legion ersetzt. Dessen Maschinen haben längst die Macht auf dem Planeten übernommen. Und: Sie wollen Dani eliminieren. Denn sie wird „demnächst“ für den menschlichen Aufstand sehr wichtig sein und damit für Legion gefährlich. Deshalb jagen die Maschinen-Führer der Zukunft ihren treuen Vernichtungsdiener Rev-9 in die Vergangenheit, damit er Dani tötet. Alles klar?

Die alte Story. Das Morgen verändern, beeinflussen. Durch eine Zeitreise. Ins Heute. Wo das Personal natürlich nicht weiß, warum das alles geschieht. Bis eben auf: „Arnie“ als alter, ausgedienter und ziemlich menschlicher (T-800-)Terminator, der seine frühere Mission aufgegeben und sich zurückgezogen hat. Und nun noch einmal zurückkehrt in den Terminator-Ring, um der Widerstandskämpferin-Legende Sarah Connor (wieder: LINDA HAMILTON), die Fans wissen Bescheid, und eben Dani, die eigentlich Gefährdete bzw. Gejagte (NATALIA REYES), sowie ihre ebenfalls aus der Zukunft, aber von dortigen Rebellen gesandte „gute“ Soldatin-Beschützerin Grace (MACKENZIE DAVIS) zu unterstützen. So und so ungefähr muss man sich das vorstellen. Drei Frauen und der „Original“-Terminator gegen diese stoische Rev-9 -Killermaschine aus der Zukunft (GABRIEL LUNA), die offensichtlich nichts erschüttern, sprich umbringen kann. Die auch noch nach zig-Tötungsversuchen immer wieder „heil“ aufsteht, um Dani & Friends endlich zu vernichten. Gähn.

Mann, was war das früher überschaubar. Da stakste ein Ami-Held wie JOHN WAYNE durch die bleihaltige amerikanische Western-Luft und killte die Schurken per Colt. Ein präziser Schuss – und Feierabend. Für das „Drecksgesindel“. Heute, Motto: die Amis und ihr Lieblingsspielzeug. „Tolle“ Waffen. Gilt es zu präsentieren. DIE sehen irgendwie „erotisch“ aus. Mit denen ackern die Guten ewig und noch länger und kriegen trotzdem „das Cyborg-Ding“ aus der Zukunft nicht erledigt. Bis es nach zwei Filmstunden dann doch gelingt. Natürlich. „Arnie“ sei dank. Und vor allem den taffen Mädels. Bis dahin aber wird geschossen, was die überdimensionalen Schießprügel nur so hergeben, wird handgreiflich-rauh-wüst attackiert, sind Geballer und Gerenne und Gekreische an der lausigen Action-Tagesordnung. Von wegen neu: Man hat hier einfach das alte – gedankliche wie handwerkliche – Getue reaktiviert und mit heutiger komfortabler Spitzen-Tricktechnik und neuer Ideologie („MeToo“) versehen, und fertig ist die lausig-aufgewärmte Wrack-Chose. Die nun ein in die Jahre gekommener Arnold „T-800“-Schwarzenegger unterstützt, die sich aber vorwiegend auf eine weibliche Heldenmission konzentriert. Mit vielen üblichen Sprüchen und brutalem Action-Gaga.

Der mit dem „Deadpool 1“-Müll (s. Kino-KRITIK) 2016 debütierende Regisseur Tim Miller sorgt bei seinem zweiten eigenen Regie-Film für viel Routine-Langeweile mit bekanntem lautstarkem Brüll- & Sprüche-Krawumm-Gröl-Radau. Hört auf. Damit (= 2 PÖNIs).

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