2012 Kritik

2012“ von Roland Emmerich (Co-B+R; USA 2008/2009; 158 Minuten; Start D: 12.11.2009); „putt-machen“, nannten wir das früher gerne. Zu kindlichen Zeiten. In pubertären Phasen. Heute wird DAMIT groß gespielt und viel verdient. Einer der Hauptplayer in Sachen „vorbildliche“ Zerstörung ist inzwischen der soeben, am 10. November 2009, 54 Jahre alt gewordene Hollywood-Schwabe. Der sich bekanntlich mit spektakulären Zertrümmerungsarien wie „Independence Day“ (1996); „Godzilla“ (1998), „The Day After Tomorrow“ (2004) und „10.000 B.C.“ (2007) einen Branchen-Namen gemacht und sich in Los Angeles durchgesetzt hat. Sein neuestes, sein 12. Werk kann man durchaus als Höhepunkt bezeichnen. Höhepunkt der technischen Perfektion. Denn SO gigantisch, so virtuos, so phänomenal sah man im Kino noch nie die Erde zusammenbrechen. Buchstäblich.

Die Bierdeckel-Story: Die „Lange Zählung“ des Maya-Kalenders prophezeit, unser Planet wird am 21. Dezember 2012 untergehen. Die US-Regierung mit ihrem netten Schwarzen Präsidenten Wilson (DANNY GLOVER/der einstige „Lethal Weapon“-Partner von Mel Gibson) erhält in jetzigen Tagen die vertrauliche Nachricht, daß bald alles vorbei sein wird. Mit dem Leben in den USA und beim „Rest der Welt“ auch. Während menschenfreundliche wie engagierte Wissenschaftler um Dr. Adrian Helmsley (CHIWETEL EJIOFOR/“Talk To Me“; Melinda and Melinda“ von W. Allen) nach Auswegen aus der sich tatsächlich anbahnenden Katastrophe suchen (Stichwort: Sonnen-Eruption), wird in der Chefetage der Regierung an einem Geheimen Plan gefeilt. Der sieht vor….., ach nein, sehen Sie doch selbst. Nur so viel: DIE mit viel Kohle, wieder mal, haben die Chance sich (für 1 Milliarde EURO! pro Leib) zu retten. Während „die Anderen“, das „normale Volk“, auch wieder mal die „A….karte“ besitzen.

Normalerweise kann man mich mit diesen überkandidelten, spinnerten Dauerkrach-Bumm-Zisch-Rumms-Filmen (ver-)jagen. Doch hier NICHT. Emmerich & Team haben es tatsächlich geschafft, ein 2 1/2stündiges bombastisches Feuerwerk an SPANNUNG computer-reizvoll zurechtzuzimmern. Was hier technisch abgeht an Erdbeben, Riesenwellen, Vulkanausbrüchen, Flammen-Infernos, Meteoreinschlägen und…und…und, ist ebenso haarsträubend wie unglaublich bildgewaltig. Das ultimative Weltuntergangsszenario als überwältigendes Popcorn-Movie. Als augenzwinkernder Öko-Charme-Thriller. Man muß sich DAS mal vorstellen: Alles, aber auch wirklich alles „geht den Bach ´runter“, und man darf – mit Verlaub – dies voll genießen. Weil in der Mixtur aus Fiction-Fantasy, Naturschutz-Ton und Krimi-Drama überzeugend.

Der SCHAUWERT ist enorm, imposant, perfekt. Während drumherum die „üblichen Verdächtigen“ wenig störend herumhampeln: Der erfolglose Roman-Autor mit Ex-Frau und 2 aufgeweckten Gören (JOHN CUSACK/“Grace is Gone“; „Das Urteil – Jeder ist käuflich); der schon benannte, diesmal halbwegs ehrenhafte US-Präsident; der sozial engagierte Menschenfreund-Wissenschaftler, siehe oben, und sein „anders gepolter“ Boss (OLIVER PLATT/“Funny Bones – Tödliche Scherze“) sowie auch mal wieder der schräge Texaner WOODY HARRELSON („Wag the Dog“; „Larry Flint“) als warnender Freak mit eigener Rundfunkstation und die schöne THANDIE NEWTON (zuletzt die Bush Jr-Außenministerin Condoleeza Rice in Oliver Stones „W. – Ein mißverstandenes Leben“) als unerschrockene Präsidententochter. Personal, das sich sehen lassen kann. Dessen Aufgabe es aber natürlich einzig ist, die verbindenden Worte und Gesten zum baldigen nächsten chaotischen „Radau“ herzustellen. Eine „Komposition“, die ganz gut gelingt. „2012“ ist eine imponierende Leinwand-Performance. Mal was so richtig zum satten Abschalten. Motto: Laßt viel unterhaltsamen Blödsinn um mich sein. Warum nicht (= 4 PÖNIs).