TO THE WONDER

TO THE WONDER“ von Terrence Malick (B+R; USA 2010/2011; 112 Minuten; Start D: 30.05.2013); der am 30. November 1943 in Ottawa, Illinois, geborene Drehbuch-Autor, Regisseur und Produzent galt viele Jahre als „der große Unbekannte“ im amerikanischen Kino. Startete außerordentlich an- wie aufregend mit seinen bildergewaltigen, kritischen Amerika-Filmen „Badlands – Zerschossene Träume“ (1973) sowie „In der Glut des Südens“ (1978). Danach war er zwanzig Jahre „verschollen“. Mit dem Antikriegsfilm „Der schmale Grat“ kam Terrence Malick 1998 zurück. Der Film wurde für sieben „Oscars“ nominiert (ging dann aber leer aus) und gewann auf der Berlinale den Hauptpreis, den „Goldenen Bären“. 2006 folgte in den Kinos „The New World“. Auf den Filmfestspielen von Cannes von 2011 lief dann sein nächstes Werk an, „The Tree of Life“ (mit Brad Pitt, Sean Penn und Jessica Chastain) im Wettbewerb.

Jetzt das Desaster. Denn der neueste Film von Terrence Malick ist eine Zumutung. Als eine Art melancholisches Stummfilm-Puzzle. Zuschauer, du kannst dich gerne sattsehen. An schönen Landschaften. In denen gestörte Menschen verstört herumwuseln. Weil die Existenz auf Erden doch so „schädlich“ ist. Mit so vielen unbeantworteten Fragen belastet ist. Zum Beispiel von wegen GOTT. Wo ist er denn nun? Was macht er bloß? Wieso hilft er denen, die bedingungslos an ihn glauben, nicht? Lässt sie im Unreinen. Vegetieren. So etwas in d e r Art. Und Weise. Nirgendwo ein wirklicher Halt. Stattdessen Unvollkommenheit. Spirituell wie körperlich. Seelisch wie tatsächlich. Aus dem Off klingen die Gedanken der Beteiligten herüber: Wie: Asche. Oder: Die Welt ist weit weg. Oder: Das Leben ist ein Traum. Der allerschönste trifft zu: „DU GEHST MIR AUF DIE NERVEN!“.

Sie, Marina (OLGA KURYLENKO/Bond-Girl in „Ein Quantum Trost“), eine Französin. Mit zehnjähriger Tochter. Ist ewig deprimiert, immer in Bewegung, hüpft gerne wie eine Ballerina herum. Trägt ein dauertrauriges Schnutengesicht. Er, Neil (BEN AFFLECK/“Argo“), hat irgendwas mit Umwelt (mehr oder weniger) zu tun. Erst liebt man sich innig in Paris, dann befindet man sich am prächtigen Mont St. Michel-Bauwerk in der Normandie, dann nimmt er sie und Tochter mit in die USA. Familienzusammenführung. Sie aber bleibt ewig traurig. Depressiv. Leer. Fühlt sich ständig scheiße. Jedenfalls fängt DAS diese dauernervöse Kamera über ihre permanent unruhigen Bilderfetzen ein. Insgesamt – überall = kein richtiges Wohlfühlen. Ganz im Gegenteil. Der Zweifel an ALLEM nagt. Trübe. Also zieht es sie wieder zurück nach Paris. Mit der Tochter. Um später dann doch wieder in die USA zurückzukehren. Allein. Wo er inzwischen ein nettes Blond-Mädel kennengelernt hat: Jane (RACHEL McADAMS/aus beiden „Sherlock Holmes“-Filmen). Die ist aber auch hochgradig neurotisch. Und wird dann „überflüssig“, als Marina wieder hier auftaucht. Und sich Zuspruch sucht bei einem ebenfalls verhaltensgestörten katholischen Priester, Pater Quintana (JAVIER BARDEM/der Bond-Gegenspieler in „Skyfall“). Der sucht ununterbrochen Gott. Will ihn persönlich kennenlernen, will ihm von Angesicht zu Angesicht begegnen. Schließlich sind doch seine Zweifel an ALLEM riesig, deshalb ist er doch so umfangreich besorgt. Dauer – verzweifelt. Sakra Kruzi – Gott zeige dich. Mir. Endlich. Dazu faselt er durchweg (aus dem Off) was aus der Bibel. Zum Beispiel zum Thema Liebe und Ehe. Worüber er ja so „kompetent“ allwissend ist. Und so laufen diese labernden Tupfer von Gedanken, Worten, Landschaftsmotiven und wirren Personenbewegungen hin und her und du fragst dich – WAS SOLL DAS? WAS IST, WAS WIRD DAS HIER? So viele nervende Wackelbilder, dermaßen beknackte Psychos, so viel hohle bedeutungsschwangere Worthülsen … all das totale Nichts??? Das darf doch nicht kino- wahr sein. Ist es aber.

„To The Wonder“, der Film, zermürbt. Ist geradezu grässlich langweilig. Lächerlich. Das hohle Nichts. Die „Golden Raspberry Awards“, kurz „Razzie Awards“, kurz die „Goldenen Himbeeren“, haben für 2014 bereits einen gigantischen Favoriten (= 1 PÖNI).