Spy Kritik

SPY – SUSAN COOPER UNDERCOVER“ von Paul Feig (B + R; USA 2014; K: Robert Yeoman; M: Theodore Shapiro; 120 Minuten; Start D: 04.06.2015); SIE sind inzwischen ein Prima-Gespann: der 52jährige, aus dem frechen Produzentenhause von Judd Apatow stammende Regisseur PAUL FEIG und die pfundige 44jährige amerikanische Schauspielerin MELISSA McCARTHY. Erst legten sie im Sommer 2011 im „Hangover“-Jux mit Mädels zünftig los, „Brautalarm“ („Oscar“-Nominierung für Melissa McCarthy/s. Kino-KRITIK), dann tobten sie sich im Sommer 2013 – gemeinsam mit Kollegin Sandra Bullock – in der komödiantischen Trash-Mucke „Taffe Mädels“ (s. Kino-KRITIK) deftig aus.

In der dritten Partnerschaft zwischen Feig & McCarthy zielt der Titel in Richtung Spaß-Absicht: Das Film-Milieu von 007 und Agenten-Konsorten werden satirisch auf die hippe Schippe genommen. „Bond“, das ist hier der verdamm gut aussehende Bradley Fine. Alias JUDE LAW. Der gelackte Arroganz-Typ hat als CIA-„Botschafter“ das unverschämte Glück, Susan Cooper „Zuhause“ als Aufsichtsperson im Ohr zu haben. Denn sie vermag ihren smarten „Macho-Boy“ via Satellit und per Funk bei seinen Jobs vortrefflich wie volltreffsicher lenken. So dass ihm partout nichts passieren kann, wenn er auf die Gegner trifft. Denn sie ist ja bei ihm. In seinem Ohr. Platziert. Als Stöpsel. So dass er die Lorbeeren einheimsen kann, während ihr „die Schmachterei“ bleibt. Irgendwann läuft aber mal was aus dem Ruder und für Susan schlägt die große Stunde. Immer unterschätzt, immer das graue Mauerblümchen, immer „das Kellermädel“, kann sie nun zeigen, welch eigentliche Agenten-Furie in ihr wirklich steckt. Wenn es wieder einmal darum geht, die komplette Menschheit vor dem Untergang zu bewahren. Beziehungsweise so etwas in der Art. Was dem eigentlich Top-Top-Agenten, jedenfalls hält sich Rick Ford (JASON STATHAM) absolut dafür, auf den Keks geht. Und dauerwütend werden lässt. Ein Selbstprotz mit köstlichen Schimpftiraden bzw. auf den Keks gehenden ständigen Eigen-Lobhudeleien: Noch nie hat sich Kraftprotz Statham, der ewige „Transporter“ und „Expendables“, derart ironisch selbst auf die komische Helden-Schippe genommen. Ohne IHR dabei auch nur annähernd die vollmundige Show zu stehlen: Denn:

Die McCarthy ist furios. Vermag prollig zu fluchen wie kein Kerl. Es sich es wagen würde. Gibt physisch alles. Wenn sie erst die Bösen massakriert. Versehentlich, versteht sich. Natürlich wird sie zunächst unterschätzt. Von ihrer gesamten Umgebung. Zeigt sich ja auch eher äußerlich abschreckend, mit Wischmopp-Frisur und Second-Hand-Kleiderpark. Doch – weil es drinnen permanent „brodelt“, nutzt sie ihre Chance. Rabiat. Mit einigen Verrenkungen, gewiss. Etwa, wenn die gewichtige Dampframme einen Motorroller klaut, um eine Verfolgungsjagd anzutreten und mit dem erst einmal zur Seite umkippt. Melissa McCarthy lässt nichts aus. Interessiert sich nicht für die Gürtellinie, unter die es nicht gehen sollte, sondern radaut unkorrekt los. Scherz komm‘ her, es geht noch schlimmer. Dabei punktet sie als weibliche Oliver Hardy, mit genügend „Doofen“ in ihrem Schlepptau.

Demnächst (ab 28. Juli 2016) sind sie ja wieder aktiv, denn Paul Feig hat den neuen „Ghostbuster 3“-Film in den Hauptrollen nur an Frauen vergeben, darunter selbstredend auch an Melissa McCarthy. Und: Die 44jährige XXL-Comedy-Queen mit der Lizenz zur unbedingten Power plant, ab August ihr eigenes Mode-Label mit einer 80teiligen Kollektion auf den Markt zu bringen (zunächst in den USA, in Kanada und Großbritannien). Name: „Melissa McCarthy Seven?“ Motto: „Stil kennt keine Größe“. Und: „Menschen hören nicht bei Größe 42 auf!“ Dieses Teufelsweib hat wirklich was drauf…(= 3 ½ PÖNIs).