PÖNIs BLOG (163): Paul Katze; „A LA CARTE!“ (Film); Netflix: „TICK, TICK … BOOM“; „DAS SCHWARZE QUADRAT“; ERWIN PELZIG; VOLKER LECHTENBRINK

0.)   Bekam neulich Besuch. Von meinem tierischen Freund PAUL KATZE (s. FOTO). Er brachte mir einen lukullischen Blumenstrauß mit, ich servierte ihm ein zünftiges Glas mit seinem Lieblingswein: „Burgunder Miaule“. Was ihn in Stimmung versetzte. Zusammen verbrachten wir, genossen wir, einen wunderschönen Abend. Mit vielen kauzigen Anekdoten. Und zahlreichen Streicheleinheiten. Zum Wiederholen geeignet. Ach so ja, ich soll Euch unbedingt von IHM herzlich grüßen! Schnurrte er zufrieden – mitteilsam.

1.)   WÜTEND + KÖSTLICH. MIT VIEL WAHREM. Titel = „À LA CARTE! – FREIHEIT GEHT DURCH DEN MAGEN“. Von ÉRIC BESNARD (Co-B + R); Fr/Belgien 2020; 113 Minuten. Wir schätzen Éric Besnard. Im März 2016 startete bei uns seine Provence-Melancholie „BIRNENKUCHEN MIT LAVENDEL“ und entwickelte sich zum Kult-Vergnügen (s. Kino-KRITIK/4 PÖNIs). Jetzt füllt er unsere Kinos wieder mit einem SEHR schmackhaften Blickfang. Begleitet vom – gedanklichen – Warnhinweis = geht bloß nicht hungrig in eine Vorführung dieser lukullischen Offensive. Denn bei dieser sich steigernder filmischen Delikatesse, bekommt man immer mehr Appetit! Auf dem französischen Land von 1789. Wo ein Bauch-korpulenter Typ namens Manceron (GRÉGORY GADEBOIS) wirkt. Sein Markenzeichen – er ist ein begnadeter Koch und tätig für den „amtierenden“ Herzog de Chamfort (BENJAMIN LAVERNHE). Er fühlt sich in seinem Element, wenn er seinem adligen Herrn und dessen Gäste mit „bestem Futter“ die Langeweile vertreiben darf. (Dabei deutet sich die Französische Revolution/1789 – 1799 in der Pariser Ferne bereits an). Doch dort, wo Manceron in der Küche bruzzelt, kommen Schwanen-Ragout und gebackene Täubchen auf den langen Tisch. Doch als der eigenwillige Küchenchef eines Tages „experimentiert“, seine Phantasie einbindet und der herzöglichen Gemeinde eine Köstlichkeit aus der niedrigsten aller Zutaten auftischt – der Kartoffel -, sind die adligen Vielfutterer (und Lästerer) verstimmt. Ihr Motto war und ist: Keine Änderungen erlaubt. Manceron, weg mit dir. Zurück auf dem heimischen Bauernhof erwartet ihn Trübnis und Langeweile. Resignation. Bis die geheimnisvolle Louise (ISABELLE CARRÉ)  auftaucht. Um von Manceron die Kochkunst zu lernen („Ich mag nutzlos sein, aber ich gebe nicht auf“). Natürlich passt Manceron dies überhaupt nicht, jedoch – ihr talentierter, fast sinnlicher Umgang mit wilden Kräutern, Waldbeeren und Trüffeln sorgt für zunehmendes Interesse. Zudem hat sich der Herzog de Chamfort, der keinen geeigneten Nachfolger für Manceron gefunden hat, für einen baldigen Besuch angekündigt. Ab sofort lautet die Devise – wir erfinden wieder Numero -LECKER. Wenn da nur nicht „die Ereignisse“ wären. Die sich überschlagen. Mit dem Ziel, hier, im Kleinen, das erste Restaurant zu schaffen, als Ort der Gemeinsamkeit UND DES GENUSSES. Für alle. Sowohl für den Adel wie auch für „das Pack“, wie die herrschende arrogante Mischpoke das Volk tituliert. Mancerons Devise heißt aber inzwischen: „So wie es Wasserstellen gibt, kreieren  wir eine ‚Lebens-Stelle'“! Nochmal und noch-lauter: FÜR ALLE!

Es lebe der gefüllte Magen: In der Region mit opulenten (Landschafts-)Bildern, die nicht selten an die Gemälde großer Meister erinnern. Éric Besnard setzt ein schwelgendes Fest der Sinne auf der Leinwand fest. Um, wie nebenbei, elegant von der Erfindung des Restaurants im Fahrwasser der Revolution zu erzählen. Sowie zeitgleich von der imponierenden Geschichte einer späten Liebe. Mit eben diesen zwei unaufdringlich-auffälligen, ungemein überzeugenden, beindruckend- großartigen Charakter-Akteuren wie GRÉGORY GADEBOIS und ISABELLE CARRÉ. Sozusagen: Schönheit und Tiefgang, Historie und Sinnlichkeit  – klar doch: so schön und politisch-klug und so wunderbar lüstern-hungrig, das kann nur bestes, Geschmacks-intensives französisches Kino sein! (= 4 1/2 PÖNIs).

2.)   UM DIE 30 – von wegen: LEBENS-SCHWUNG. Titel = „TICK, TICK…BOOM!“. Von LIN-MANUEL MIRANDA (Co-Produktion + R; Co-Produktion Brian Grazer; Ron Howard; K: Alice Brooks; M: JONATHAN LARSON). USA 2020; 121 Minuten. HEIMKINO bei Netflix: seit dem 19.11.2021. Du heißt Jon. Bist gleich 30. Bastelst seit Jahren in New York an DEINEM MUSICAL herum. „ICH BIN DIE ZUKUNFT DES MUSICALS“, kneifst Du Dir zu. Schließlich – willst Du nicht feststellen, die falsche Berufswahl getroffen zu haben. Obwohl schon täglich eine Menge Resignation mitschwingt. Aber NEIN; ich will, weil ich’s kann. Manchmal trifft einen das Leben dicke. Du siehst, Du fühlst, du empfindest, du machst. Und dann stellt sich der Erfolg ein. Der Durchbruch. Auf der Bühne. Mit Deinen Geschehnissen. Die einfach nur umzusetzen und mit Musikalität zu füllen waren. Jon, wie wir leben, wie wir uns zuschauen, d a s Thema. Muss heraus. Verdammt nochmal. Klabüstere es doch endlich.

Und dann hören wir. Zu. Was wann wieso warum mit welchen Auswirkungen … passierte. Und wir, die wir zuschauen, zuhören, mitleiden, die Songs ergreifen, beteiligen uns. Indem wir im Saal mit-fiebern. Mit diesem guten Filmstück. Das unter die Haut schlüpft. Mit diesem Jon, dem nur noch ein einziger Song fehlt, um das Musical-Werk abzuschließen. Aber dieser verdammte Song will sich nicht einstellen. „TICK, TICK…BOOM!“ ist ein Musicalfilm von LIN-MANUEL MIRANDA. Es handelt sich um das Regie-Debüt des Schauspielers, Sängers und Autors. In der überzeugend-fiebrigen Hauptrolle: ANDREW GARFIELD. Den am 20. August 1983 in Los Angeles geboren Schauspieler kennen wir. Aus Movies wie „The Social Network“ (2011 Nominierung für den „Golden Globe Award“ als „bester Nebendarsteller“); sowie 2012 im ersten Teil eines Neustarts der Spider-Man-Filme der Superheld („The Amazing Spider-Man“) und 2014 in dessen Fortsetzung „The Amazing Spider-Man 2: Rise of Electro“. Hier bricht er los. Als Jon. Dabei handelt es sich um eine Adaption des gleichnamigen halbautobiographischen Musicals von Jonathan Larson (4.2.1960 – 25.1.1996; berühmt geworden mit dem Musical-Hit „Rent“). Dessen Sound-track 17 Lieder (zwei zusätzliche) umfasst. Die Andrew Garfield und Team atmosphärisch, rasant bewegen. Motto: Entweder so ein privat-schickes Dasein mit toller Partnerin oder solch eine Bühnen-Tortur. Was soll ich wählen. Unbedingt: Brutale Kreativität. Bei Erfolg ist der Gewinn enorm. Und darum geht es doch letztlich … oder! ? (= 4 PÖNIs).

3.)   ACH NÖ. ZU BLÖD. Titel = „DAS SCHWARZE QUADRAT“. Von PETER MEISTER (B + R); D 2020; 105 Minuten. Ah ja = Das Schwarze Quadrat ist ein wiederkehrendes Motiv mehrerer Gemälde von Kasimir Melewitsch = Ah ja. Solch ein Gemälde haben Zwei geklaut. Die heißen Pin und Pum, also Vincent (BERNHARD SCHÜTZ) und Nils (JACOB MATSCHENS). Nach ersten Komplikationen landet das Gemälde, das 60 Mille Wert ist, mit den Beiden auf dem Traumschiff. Wo sie es verscherbeln wollen. Vorher aber müssen sie auf der Schiffs-Bühne David Bowie und Elvis imitieren. Was ziemlich gruselig ist. Dann ist das Gemälde aus ihrer Kabine weg. Von Bordnachbarn geklaut. Schnell wird ein neues Gemälde hergestellt (auf das dann Vincent pinkelt, damit die Farbe färbt). Was dann noch passiert, übergehe ich lieber. Weil – wenn Humor per Dampfhammer vermittelt wird. Also bildlich und gehör-technisch. Jedenfalls ist das Bemühen, mal wieder einen komischen deutschen Film herzustellen, meistens nur peinlich. Am Ende jedenfalls drehen viele so durch. Unfassbar: Kostbare Produktionsbeteiligte sind ZDF („Das kleine Fernsehspiel“) und ARTE. Was soll das? (= 1 PÖNI; manchmal kann man ganz kurz lächeln).

4.)   TV-TIPP für: ERWIN PELZIG! HER MIT DEM RAD = FÜR DIE IDEEN FÜR EINE BESSERE WELT! Mit seinem neuen ROADMOVIE-3sat – TALKFORMAT „Beim Pelzig auf der Bank“ knüpft FRANK-MARKUS BARWASSER – alias ERWIN PELZIG – im Karo-Hemd und mit Cord-„Hütli“ an seine äußerst erfolgreichen wie ebenso unterhaltsamen (ZDF-)Talksendungen an. Und dieses Mal mit einer FREUNDSCHAFTSBANK inklusive eines ERSTE-HILFE-ANGEBOTS für gebeutelte Menschen. Sozusagen BOWLE „to go“ mit ersten Schritten in eine bessere Welt. ERWIN PELZIG bringt am MITTWOCH, den 1. Dezember 2021, ab 20.15 Uhr, bei 3sat, in drei Folgen Bewegung, gute Laune und positives Denken ins Land. Er nimmt die Nöte der Menschen zum Anlass, sich auf die Suche nach Lösungen zu begeben und spricht mit dem Astrophysiker, Wissenschaftsjournalisten und Moderator Harald Lesch; dem Soziologen Harald Welzer; der Theologin Margot Käßmann und dem Schweizer Journalisten und Buchautor Matthias Zehnder. Von 20.15 Uhr bis 22.30 Uhr. Auf 3sat! Die unbedingte TV-Empfehlung gilt!

5.)   MUSIK. ER ist einem des Öfteren übers Fernsehen, übers Radio oder übers Kino begegnet. In Dauererinnerung bleibt sein Schauspieler-Auftritt 1959 in dem Antkriegsfilm „Die Brücke“ von Bernhard Wicki. Die Rede ist von VOLKER LECHTENBRINK, der am 22. November 2021 in Hamburg gestorben ist. Ich mochte den Naturburschen und seine Art zu sprechen und sich zu präsentieren. Deshalb habe ich auch ein populäres Lied von ihm für diese Woche zu meinem Lieblingssong bestimmt. Wo auch MEIN WUNSCH mitläuft: LEBEN SO WIE ICH ES MAG“:

Wünsche eine GESUNDE Woche mit viel Leben, wie jeder es mag.

HERZlichst:   PÖNI PÖnack

eMail: kontakt@poenack.de

 

 

 

 

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