MEIN LOTTA-LEBEN – ALLES BINGO MIT FLAMINGO!

PÖNIs:      (3,5/5)

„MEIN LOTTA-LEBEN – ALLES BINGO MIT FLAMINGO!“ von Neele Leana Vollmar (D 2018; B: Bettina Börgerding; nach den gleichn. Jugendromanen von Alice Pantermüller (Story) und Daniela Kohl (Illustration); K: Daniel Gottschalk; M: Oliver Thiede; 94 Minuten; deutscher Kino-Start: 29.08.2019).

Gastkritik von Caroline „Carrie“ Steinkrug

Wer erinnert sich nicht mehr daran? An die Widrigkeiten des Schulalltags? An den Übergang vom Kind-Sein zum Teenager-Werden? Man möchte in dieser Zeit vor allem eines: dazugehören! Egal wie. Mit solch einer altersbedingten Anstrengung beschäftigt sich die deutsche Regisseurin Neele Leana Vollmar, die in der Vergangenheit mit der Komödie „Maria, ihm schmeckt`s nicht!“ (s. Kino-KRITIK) mit Christian Ulmen oder durch den Kids-Krimi „Rico, Oskar und die Tieferschatten“ (s. Kino-KRITIK) auf sich aufmerksam machte, in ihrem neusten Werk rund um die couragierte Lotta und ihre Freunde.

Lotta (MEGGY HUSSONG), ihre beste Freundin Cheyenne (YOLA STREESE) und ihr Kumpel Paul (LEVI KAZMAIER) sind eher Außenseiter. Deswegen haben sie sich in ihrer eigenen Gang unter dem Namen „Die wilden Kaninchen“ organisiert, um den anderen, vermeintlich „cooleren“ Mitschülern die Stirn bieten zu können. Und als wäre das nicht schon anstrengend genug, gibt es da auch noch die kleinen Brüder, die nerven, überstresste Eltern und diese eine unglaublich wichtige Party, die von It-Girl Berenike (LAILA ZIEGLER) organisiert wird und zu der die Drei (na ja… eigentlich nur 2) nicht eingeladen wurden. Bis, ja bis, sie durch einen Zufall auf den angesagten Teenie-Schwarm und Pop-Sänger Marlon (Internet-Star LUKAS RIEGER spielt sich quasi selbst) treffen. Er könnte ihnen leicht die Tür zur begehrten Feier öffnen. Also: endlich beliebt sein… doch zu welchem Preis?

Basierend auf den gleichnamigen Jugendromanen (bisher 15 Ausgaben von 2012-2019; plus 7 Begleitbände) rund um das lotterige LOTTA-LEBEN von Alice Pantermüller und Daniela Kohl, erzählt der dazugehörige Film eine kindgerechte Geschichte über Freundschaft und Zusammenhalt, die charmant und lustig die emotionalen „Dramen“ der Jugend beleuchtet. Besonders unterhaltsam sind dabei die animierten Bildeinschübe, die ebenso wie die Illustrationen von Daniela Kohl in den Büchern, das Gesehene auf der Leinwand kommentieren. Als kleine Randnotizen. Beziehungsweise: süß-kindliche, mitunter leicht sarkastische Gedankenblasen. Diese lockern die Erzählung auf und lassen tiefer in die Seelen der drei Hauptcharaktere blicken, die überzeugend von den Jungdarstellern präsentiert werden. Denn: die Chemie zwischen der Newcomerin „Meggy Hussong“ als Lotta, der Göre „Yola Streese“ als Cheyenne und dem stets um Harmonie bemühten, einzigen Kerl „Levi Kazmaier“ als Paul stimmt. Gefangen zwischen Alltag und Wahnsinn begeistert dieses tolle Kinderensemble mit seiner (endlich auch auf der deutschen Leinwand angekommenen) natürlichen Art. Da treten sogar erwachsene Mimen wie Comedy-Queen Carolin Kebekus als schrullige Lehrerin Frau Kackert eher in den Hintergrund.

MEIN LOTTA-LEBEN ist ein fröhliches Kinder-Kinoerlebnis für die ganze Familie. Da kann man Spaß haben u n d etwas (fürs Leben) lernen. ALLES BINGO MIT FLAMINGO?! In diesem Fall… ja! (= 3 1/2 „Carrie“-PÖNIs).

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