PRÉLUDE

PÖNIs:   (1/5)

„PRÉLUDE“ von Sabrina Sarabi (B + R; D 2017; K: Max Preiss; M: Felix Rösch; 95 Minuten; deutscher Kino-Start: 29.08.2019); am Anfang – SEIN Gesicht. Die volle Trauer. DIE volle Kanne Schwermut. Befinde mich natürlich in einem neuen deutschen Film. Wo Seelen-Notstand herrscht. Beim jungen Konzertpianisten David Berger (LOUIS HOFMANN). Als Student am Musik-Konservatorium „bemerkt“ er Konkurrenz, gar Eifersucht. Und Neid. Was an und in ihm „frisst“. Denn: David ist sowieso kein fröhlicher, gar optimistischer Mensch. Sondern ein sensibler junger Mann, der ständig dauer-bedrückt ist. Als er ein Mädel kennen- und lieben-lernt, Maria (LIV LISA FRIES), ist auch sofort „der Konkurrent“ in der Nähe. Verdamm-mich-nochmal. Und manchmal heitert ein Choral im Off alles andere als auf. Da kriegt man ja zwangsläufig Selbstzweifel und enormen Leistungsdruck. Tiefen-Störungen. Belastbar jedenfalls ist David Berger nur begrenzt. Und als ihn sein Prof. öffentlich hämisch anbafft, ist er völlig am Boden zerstört. Sieht keine große Karriere mehr. Selbstzweifel noch und nöcher sind annonciert.

Wo man also hinschaut: keine Hoffnung, kein Optimismus, eine richtig FADE intellektuelle Depri-Atmosphäre. Von der Langfilm-Debütantin SABRINA SARABI aus Kassel, Jahrgang 1982, die u.a. an der „Kunsthochschule für Medien Köln“ studiert und dort d i e Regel beim deutschen Film inhaliert hat: Ein Satz oder eine Frage, dann erst einmal viel Gucken-Lassen, viele Sekunden Sprachpause, um dann zur verbalen Antwort zu starten. IST DAS BRÄSIG! Mit Sätzen wie: „Mir ist kalt“. „Dann zieh dir was an“. „Das ist aber langweilig“. In der Tat.

Da hilft tatsächlich letztlich nur der Strick.

Warum soll ich mir DAS anschauen? Was gibt mir der Film? Antwort. Nichts. Ich blicke auf eine Leinwand-Szenerie, die nur dröge und pessimistisch daherkommt. Bei einem Ensemble-Personal, an dem emotional wie Charakter-mäßig nur minimales Interesse besteht. Unterhaltung = gen null. Natürlich viel unterstützt von Steuergeld-Filmförderern wie: dem „Kuratorium junger deutscher Film“. Klar doch – hier geht man kein Risiko ein; nagt am deutschen Gemüt; erzählt von quälerischen Selbstzweifeln, setzt auf klassische Klavier-Töne. Und anti-spannende Geräusche wie: Tischtennisball im Metronom-Takt; klapperndes Fahrrad; ratternde Eisenbahn. Ganz fein. Und noch mehr steril. Abgehoben. So was muss doch gefördert werden. Dabei können wir „nichts falsch“ machen.

Dieser Film – „Auftakt“/“Einleitung“, also „Prélude“ – suhlt sich nur in knurriger Traurigkeit. Wer so etwas mag – viel Hardcore-Spaß (= 1 PÖNI).

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