GOLDEN TWENTIES

PÖNIs:   (1/5)

„GOLDEN TWENTIES“ von Sophie Kluge (B + R; D 2018; K: Reinhold Vorschneider; M: keine Angabe; 93 Minuten; deutscher Kino-Start: 29.08.2019); Sophie Kluge ist die Tochter des Filmkünstlers Alexander Kluge, hat Kurzfilme gedreht und am Drehbuch zur deutschen Komödie „SMS für Dich“ mitgeschrieben. Ihr Debüt-Langfilm allerdings macht ihrem Nachnamen keine Ehre.

Ich war neulich bei einer Diskussionsrunde. Eingeladen. Thema auch: der Nachwuchs. Heute. Und sein Immerfort-Immermehr-Bestreben, nach der Schule erst einmal zu studieren. Egal, ob Talent, Zensuren oder überhaupt Interesse, „in die Produktion“ zu gehen, eine praktische Ausbildung etwa zu machen; nö: Studieren ist besser. Wird auch gerne von den Erzeugern angetrieben. Von wegen – Kind kann ja „Seins“ für später hinausschieben. Darf gerne zunächst ein bisschen-mehr „‚rumhängen“. Ketzerisch zusammengefasst: Sollen sich doch andere abrackern! Studieren ist die legitime Faulheit. Wird ja auch ordentlich alimentiert. Von Zuhause. Oder vom Staat. Oder von beiden.

Ich weiß, Polemik-pur. Aber daran musste ich denken, als ich diesen Film sah. Ava (HENRIETTE CONFURIUS) hat gerade ihr Studium beendet. Ist/wirkt konfus. In Sachen: Was soll ich denn jetzt bloß machen? Überhaupt: dieses Machen! Müssen. Ava zieht erst einmal bei ihrer Mutter ein. Ist preiswert. Aber – was dann? Sie findet eine Hospitanz an einem Theater. Darf zusehen und noch besser: zuhören, wie man hier bei den Vorbereitungen für ein neues Stück mit- und gegeneinander Verbal-Gift und Aggressions-Galle spuckt. Sie lernt Jonas (MAX KRAUSE) kennen. Schauspieler. Der zum Liebhaber wird. Man zelebriert (bzw. die Regisseurin) „Nümmerchen“. (Warum wird eigentlich diesen fickigen Liebes-Details immer so eine „Aufmerksamkeit“ geschenkt; inzwischen sollte klar sein, wie DAS geht; reine Zeitverschwendung). Der Film steht. Steht auf meinem Zettel. Ist langsam in personeller körperlicher Bewegung. Mit der bewährten Langeweile-DEUTSCHER FILM-Obacht-Masche: Eine Frage wird gestellt, etwa 12 Sekunden später kommt, wenn überhaupt, eine Reaktion-darauf. Als Antwort getarnt. Die Sprache wirkt ebenso gestelzt wie das Personal. Ich kann diese verhuschten Rotwein-Klugscheißer im deutschen Kino nicht mehr sehen. Ertragen. Rotwein als Ausdruck: Ich zelebriere Intellektualität. Eine bessere Da-Sein-Existenz. Dabei haben Die-Meisten-hier nur einen an der Waffel. Mit ihren verquasten Lebensweisheiten. Und diesen ewigen stürmischen „freundlichen Umarmungen“.

Avas Lieblingsansage: „Ich weiß noch nicht so richtig!“ Ihr Lieblingsruf: „MAMA!“. Folgende weitere KLUGE Sätze fallen: „Die muss sich spezifisch definieren als Person“. Oder: „Jeder Mensch hat sein eigenes Timing!“ Und: „Du musst schon immer dir selbst vertrauen!“. Aha! Beziehungsweise: ehrlich, ihr habt sie doch nicht alle. Mit eurer bescheuerten Identität. Was ist das für eine armselige, verfickte Generation, die angesichts der Zustände wie sie herrschen, POLITIK und alles, was auch nur im Entferntesten damit zu tun hat, ausschaltet? Die sich nur auf der Couch herumlümmelt, um bei Rotwein und Schnittchen über Nichts zu labern? Deren geistige Bewegung ein Haufen Scheiß ist. Deren „Probleme“ sich nur um sich selbst drehen. Eine in sich verfaulte, ignorante Bürger-Generation, deren plumpes Auftreten, deren gesellschaftspolitisch-kritikloses Vorhandensein, Ekelgefühle auslösen. GRETA THUNBERG, gerade mal 16 Jahre jung, bewegt und belegt seit langem d i e Themen unserer Zeit. Unserer Gesellschaft. Doch diese Herrschaften hier erdreisten sich, in ihrem falschen Grübeln und Lügen-Lächeln sich peinlich anzubiedern und dämlich zu positionieren.

Leute, wir werden hier nur simpel, einfältig und extrem unterbelichtet verarscht (= 1 PÖNI; für die sich nett Mühe gebende Henriette Confurius).

P.S.: Ach so ja – und „Einstürzende Neubauten“-Front-Typ BLIXA BARGELD, inzwischen 60, erdreistet sich, hier einen Terrassen-Blumen-gießenden Nachbarn mit leisem Singsang mehrmals zu präsentieren. Ehrlich BLIXA… nur voll peinlich.

 

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