WILLKOMMEN IM HOTEL MAMA

WILLKOMMEN IM HOTEL MAMA“ von Éric Lavaine (Co-B + R; Fr 2015; Co-B: Héctor Cabello Reyes; K: Francois Hernandez; M: Fabien Cahen; 97 Minuten; Start D: 11.08.2016); der Titel ist irreführend, denn die darin formulierte Rückkehr der 40jährigen Stéphanie (ALEXANDRA LAMY) zu ihrer lebensfrohen Mutter und temperamentvollen Witwe Jacqueline (JOSIANE BALASKO) nimmt nur einen Teil dieser Komödie ein. Vielmehr geht es hier auch um „Familie“ und ihre unterschiedlichen familiären wie privaten Lebens-Auffassungen.

Stéphanie, Architektin, ein Kind, das beim ehemaligen Partner lebt, ist mit ihrem Büro Pleite gegangen. Besitzt nichts mehr. Zieht wieder bei ihrer Mutter ein, die in der südlichen französischen Provinz fröhlich lebt. Sie hat seit Jahren eine vor ihren drei Kindern verheimlichte Beziehung zu einem Nachbarn, genießt Sex und Freiheit(en). Was sich nun ändert, denn da ist ja jetzt die Tochter. Ständig anwesend. Mit in der Wohnung. Und überhaupt: Denn Stéphanie fühlt sich „zum Aufpassen“ berufen und wundert sich über so mancherlei „komische“ Verhaltensweisen ihrer „nervösen“ Mama. Verbindet diese sogar mit ersten Anzeichen von „Alzheimer“. Als die Familie sich an einem Wochenende bei der Mutter trifft, will diese eigentlich emotional-reinen Tisch machen, doch das verbale Verhalten ihrer untereinander reichlich giftigen Kinder veranlasst sie, erst einmal weiterhin zu schweigen. Was zu neuen „internen“ wie irritierenden Komplikationen führt.

Die Fallhöhe hält Co-Autor und Regisseur ÉRIC LAVAINE („Barbecue“/2014) flach. Eher gemütlich. Erst einmal wird auf die Situation einer ehemals Berufstätigkeiten und ihre Betätigungs-„Möglichkeiten“-heute verwiesen, besser: diese werden schwarz-komisch angedeutet, um dann zu familiären internen, also zwischenmenschlichen Schwierigkeiten auszuweichen. Wo sich die Zustände etwas verändert haben, seit die ehemals erfolgreiche Architektin Stéphanie arbeitslos ist, also sich die „Machtverhältnisse“ in der Geschwister-Gruppe verändert haben. Aber auch dies bleibt eher auf dem Level von noch-„gemütlich“. Man bafft sich an, und dann ist plötzlich alles wieder im Lot. Sogar schön.

„Retour chez ma mére“, ein Kino-Erfolg aus Frankreich, ist eine Wohlfühl-Komödie mit kleinen fiesen, aber letztlich bedeutungslosen Gesellschafts- und Emotionshaken. Deshalb erträglich, weil „Cesar“-Preisträgerin JOSIANE BALASKO (für das Drehbuch zu „Eine Frau für Zwei“/1995; zuletzt hierzulande zu sehen in „Ein freudiges Ereignis“/2011 und „Die Eleganz der Madame Michel“/2009) mit ihrer kessen Performance als „flotte Alte“ die Szenerie beherrscht und das Parkett zum Schmunzeln bringt.

„Willkommen im Hotel Mama“ ist ein typisches C´est la vie-Movie vom Nachbarn: Zum Durchwinken (= 2 PÖNIs).
WILLKOMMEN IM HOTEL MAMA