UNSERE GROßE KLEINE FARM

PÖNIs:       (5/5)

„UNSERE GROßE KLEINE FARM“ von John Chester (Co-B + K + R; USA 2010-2018; Co-B: Mark Monroe; M: Jeff Beal; 91 Minuten; deutscher Kino-Start: 11.07.2019); alle reden derzeit vom Klima, und jetzt auch das KINO. „Bäume können das Klima retten“, lautet der Tenor einer aktuellen Studie von Forschern der Eidgenössischen Technischen Hochschule in Zürich. Besonders viele Flächen für eine Aufforstung habe Russland, gefolgt von den USA. Und aus den USA stammt dieser Dokumentarfilm, der dies nachhaltig bestätigt: Bäume-Pflanzen ist e i n e Möglichkeit, ein besseres Klima auf der Welt zu schaffen. Informativ wie spannend wie hoffnungsvoll schaffen es hier Menschen, über einen Zeitraum von sieben Jahren kaputte Natur wieder „instand“ zu setzen. Mit viel fleißiger Hand- und noch mehr Denk-Arbeit.

Ausgangspunkt: Die Köchin Molly und der Tierfotografen-Profi John Chester. Sie wohnen in einem Appartement im kalifornischen Santa Monica. Weil ihr – aus dem Tierasyl befreiter Hund – dauer-bellt, wenn er alleine gelassen wird und sie ihn deshalb aber nicht zurückbringen wollen, beschließen sie, ein neues Heim zu suchen. Und erfüllen sich dabei ihren Lebenstraum: eine eigene Farm. Eine Stunde nördlich von Los Angeles entfernt finden sie, in den kalifornischen Hügeln, 80 Hektar „totes Land“. Der Boden ist ausgetrocknet, das Wasser rar, überhaupt: die äußeren Zustände sind katastrophal. Karg. Doch mit Unterstützung eines namhaften amerikanischen Öko-Aktivisten und der Mithilfe von zahlreichen freiwilligen Helfern aus der ganzen Welt, die von diesem Projekt angetan sind, ziehen die Chesters ihr Ding durch. Dabei ihr Credo: beobachten und abwarten. Sich nicht von ersten Niederschlägen unterkriegen lassen. Ganz im Gegenteil – jeder Quadratzentimeter wird in Wechselwirkung bearbeitet, bepflanzt. Zuerst darf der Boden sich erholen, dann kommen „geeignete“ Tiere hinzu. Enten, Hühner, Schafe, die Milchkuh Maggie, das Schwein Emma, deren bester Freund ein Hahn namens „Greasy“ wird. Und IHR HUND Todd. Der mit seinem Dauer-Bellen damals alles „veranlasste“.

Wohlgemerkt, wir befinden uns hier nicht in einer gediegenen fiktiven Doku, Motto: was – wäre – wenn, sondern blicken auf engagierte Menschen, die beabsichtigen, JETZT – endlich – etwas zu verändern. Ohne ideologisches Trocken-Fahnen-Programm. Sondern weil sie fest davon überzeugt sind, heute etwas „erreichen“ zu können.

JOHN CHESTER hat als Natur- und Tierfilmer diesen Weg seiner Familie mit der Kamera festgehalten. Zwischen fragilen Wasserleitungen, gierigen Schnecken, zu allem entschlossenen hungrigen Kojoten und vielen anderen Widrigkeiten. Aus denen erstaunliche Öko-Visionen entstehen.

Dabei beeindrucken: grandiose Naturaufnahmen, spektakuläre Nacht-Bilder und faszinierende Zeitlupen-Motive kleinster Insekten und großer Vögel. Mitwirkende in einem dokumentarischen Meisterwerk, das mit Uns-Allen und unserem Leben zu tun hat und – klug wie emotional – vom Kreislauf unseres Lebens handelt. Den positiv zu beeinflussen, eine spannende Herausforderung ist.

„UNSERE GROßE KLEINE FARM“ steht einem unterhaltsamen Spielfilm in nichts nach, ist DER Film zur aktuellen Klima-Diskussion (= 5 PÖNIs).

Teilen mit: