DIE TRIBUTE VON PANEM – THE HUNGER GAMES

Teil 1„DIE TRIBUTE VON PANEM – THE HUNGER GAMES“ von Gary Ross (Co-B+R; USA 2011; Co-B: Suzanne Collins + Billy Ray; 142 Minuten; Start D: 22.03.2012); wütend bin ich, SEHR wütend. Denn es ist endlich soweit in Sachen weiterer fragwürdiger Themen-Grenzüberschreitung. In Hollywood. Galten dort bislang Kinder (und Tiere) in Spielfilmen quasi „geschützt“ vor Mord/Totschlag, vor dem allgemeinen sowie gegenseitigen „deutlichen“ Abschlachten, so fügt dieser ab 12 Jahren freigegebene unverschämte Blockbuster-Streifen der allgemeinen Leinwand-Show eine neue üble „Nuance“ hinzu. Stichwort: Die lieben „Kinderchen“ dürfen jetzt in den totalen gegenseitigen Vernichtungskrieg ziehen. Als sozusagen Junior-Gladiatoren. Brutal, mörderisch, blutig. Bis halt ein „Gewinner“ übrig bleibt. Zur „Beruhigung“ wird erklärt: Dies sei doch alles nicht so schlimm und gemeint, schließlich adaptiere man doch einen Bestseller-Roman. Denn der Film „The Hunger Games“ (Originaltitel) basiert auf dem ersten Roman der gleichnamigen Trilogie der 50jährigen amerikanischen Schriftstellerin SUZANNE COLLINS, 1962 in New Jersey geboren, und kam 2008 in den USA heraus. Das Buch wurde millionenfach verkauft, wie dann auch die beiden Nachfolger. 2010 wurde Suzanne Collins wurde vom „Time Magazine“ auf die Liste der „einflussreichsten Menschen des Jahres“ gesetzt. Bei uns kam der erste Roman 2009 unter dem Titel „Die Tribute von Panem. Tödliche Spiele“ heraus und war ebenso erfolgreich. Suzanne Collins wurde „dafür“ im selben Jahr mit dem „Buxtehuder Bullen“ sowie dann auch mit dem „Deutschen Jugendliteraturpreis 2010“ ausgezeichnet.

In ferner Zukunft. Nordamerika wurde „neulich“ von einer Naturkatastrophe vernichtet, als Nachfolgestaat entstand die Diktatur Panem. Bestehend aus 12 versklavten Distrikten und mit dem Kapitol als Regierungssitz. Eines Terror-Regimes. Dort herrscht ein alter Diktatoren-Zausel, Präsident Snow (DONALD SUTHERLAND), mit seinem „Team“. Um das gemeine Volk „bei Laune“ zu halten, werden alljährlich „die Hunger-Spiele“ veranstaltet. Und live vom Fernsehen übertragen. In diesen „hitzigen“ Spielen müssen vom Los bestimmte 24 Jungen und Mädchen aus den Distrikten, allesamt zwischen 12 und 18 Jahren, gegeneinander „antreten“. Als Gladiatoren-Nachwuchs. Es gilt, sich möglichst schnell gegenseitig abzuschlachten. Bis der oder die letzte Überlebende als Sieger feststeht. Immer nach dem Motto: „Die Welt wird euch zusehen“. Denn Kameras sind ständig „präsent“. Sind überall gierig mit-dabei. Wenn die Kinderchen „unterwegs“ sind. Begleitet und kommentiert von einem listigen, lächelnden Kälte-TV-Moderator (faszinierend, beeindruckend: STANLEY TUCCI). Und einem Profi von TV-Regisseur, der dann auch schon mal trickreich ins Geschehen „eingreift“. Um es „noch spannender“ zu machen. Fürs geile (TV-)Volk. Und so ziehen die lieben Kinderchen und Teenies los, um sich zu vernichten. Je nach Willensstärke und Herkunft „motiviert“. Mit dabei, mit Pfeil und Bogen und im Wald quasi „zu Hause“: Die pfiffige 16jährige Katniss Everdeen (= die 21jährige JENNIFER LAWRENCE, bekannt aus dem Independent-Hit „Winter’s Bone“ von 2010/“Oscar“-Nominierung) und ihr Lover Peeta Mellark (JOSH HUTCHERSON/zuletzt aufgefallen in „The Kids are Alright“/2010). Vom Distrikt 12. Sie tritt freiwillig für ihre eigentlich ausgeloste kleine Schwester an, er ist ein bisschen nett, in sie verknallt, aber auch irgendwie naiv zurückgeblieben. Anpfiff: Die 74.Spiele können beginnen. Mit allem – „stimmungsvollen“ – Scharmützel vor wie hinter den Kulissen. Und diesem „schönen“ Aufeinanderlosdreschen. Der lieben Kleinen.

Unfug ist das. Zynischer, blöder Unfug. „Krank“. Haut euch, schlagt euch, am besten gleich tot. Was für eine perverse Performance. Als wenn es nicht schon genügend „Kriegssoldaten“ auf der Welt gibt, wird die US-„Rechtfertigung“ jetzt in Hollywoodmanier nachgereicht. Eben als Bestsellerverfilmung. Deshalb also „nicht so schlimm“. Mit dem Fortsetzung folgt-Hinweis. Eine neue Erfolgsserie soll nach „Harry Potter“ und „Twilight“ folgen. Der erste Teil ist übel. Geschmacklos. Eine dumpfe Verherrlichung von „feinen“ Extrem-Brutalitäten. Unter Kindern. Auch wenn es „anders“ tönt. Alles hier ist nur alibihaft falsch und ekelhaft widerlich (= 1 PÖNI).