TINY & RUBY: HELL DIVIN‘ WOMEN; INTERNATIONAL SWEETHEARTS OF RHYTHM

TINY & RUBY: HELL DIVIN‘ WOMEN“ und „INTERNATIONAL SWEETHEARTS OF RHYTHM“ von Greta Schiller und Andrea Weiss (B+R; USA 1986 und 1989; jeweils 30 Minuten; Start D: 02.1989).

Zwei je 30-minütige Filme über schwarze‚ teils auch lesbische Jazzmusikerinnen. Das mag nach Minderheiten- und Randgruppenproblematik klingen. Und problematisch war es für die Frauen auch ganz sicher, sich auf dem Gebiet des Jazz und Blues durchzusetzen.
Dennoch ging es den Regisseurinnen nicht in erster Linie um die Schwierigkeiten, die die Musikerinnen aufgrund ihrer Hautfarbe oder sexueller Neigungen hatten.

Tiny und Ruby leben seit über 40 Jahren zusammen, machen Musik und lieben sich. Alte Fotografien mischen sich mit Interviews, Headlines damaliger Zeitungsartikel und Dokumentaraufnahmen früherer Auftritte.
Dieser Aufbau macht den Film nicht besonders und ist für Dokumentarfilm auch durchaus üblich. Besonders aber ist die Stimmung, die sich hauptsächlich in den Interviews und natürlich auch in der Musik ausdrückt. Der Film verbreitet gute Laune. Die Musik hat ‘drive‘, die beide Frauen vermitteln ein einfaches, rührendes und auch sehr stilvolles Lebensgefühl.

„lnternational Sweethearts of Rythm“, erzählt die Geschichte einer schwarzen Frauenjazzband der 40er Jahre. Dieser Film ist dem Aufbau nach seinem Vorgänger sehr ähnlich. Auch er ist eine Collage aus Archivmaterial von Auftritten der Band, Interviews und natürlich ihrer Musik.

Sehr angenehm fällt auf, dass die beiden Regisseurinnen nicht auf Themen wie „Haben Frauen es schwer sich in einer Männerwelt durchzusetzen“ oder der Homosexualität der Musikerinnen rumgetrampelt haben.
Das verleiht den Filmen eine Leichtigkeit und den Besonderheiten der Jazzmusikerinnen etwas Unspektakuläres das Kraft ausmacht.

Tiny & Ruby: Hell divin‘ women und „lnternational Sweethearts of Rythm“ ist Jazz at it’s best.
Und wenn es mehr Dokumentarfilmer und Filmerinnen wie Andrea Weiss und Greta Schiller gäbe, müsste sich niemand über die miserable Situation des Dokumentarfilmes beklagen (= 4 PÖNIs).