Spieler Kritik

SPIELER“ vom deutschen Spitzen-Talent Dominik Graf (D 1990; 105 Minuten; Start D: 01.11.1990).

Jojo und Kathrin sind nämlich kein gewöhnliches Paar. Er ist faul, arbeitsscheu und außerordentlich sympathisch und komisch; Sie macht auf kesse Göre, sieht gut aus und hantiert mit ihren Gefühlen wie beim Lottospielen. Apropos spielen…, spielen tut Jojo auch. Sehr viel und eigentlich am allerliebsten auf der Welt. Frei nach dem Motto, erst in der Niederlage zeigt sich der Triumph, ist er andauernd unvernünftig und verwettet gerne und lustvoll die immer wieder vorhandenen ‘letzten Groschen‘. Außerdem mag er Tiere, wie seine graue Katze und diese Riesen-Dogge Sowieso. Hat die überhaupt einen Namen? Egal, jedenfalls lernt Jojo über diesen Köter Kathrin kennen. Stichwort: Erbschaft. Er bekommt den Hund, Sie 20.000 Mark. Klar, daß Jojo sofort auf Kathrin “fliegt“. Aber bei der ist das wie mit diesen Zupf-Blumen: Sie liebt mich, liebt mich nicht, doch, nein, was, wie?

Was gibt‘s noch zu erzählen? Den Tom gilt es noch zu erwähnen, Jojos besten Freund, der gerne und ausdauernd mitleidet, mit manch‘ gutem Tip aufwartet und manchmal sogar eine schöne Unterkunft anbietet. Und Strobek taucht auf, ein schlimmer Typ und Polizist. Jetzt ist das Ensemble komplett. Thema:
Liebe und so was. Mit kessen, unkonventionellen Sprüchen und Situationen, mit Frust und Lust, mit Glück und Pech und dem ganz normalen Widersinn von heute. Denn worum geht es wirklich, wenn drumherum nur noch Hektik, Jammer und Weltuntergangsstimmung angesagt ist?: Richtig, ums Eingemachte, ums private Menscheln.

Dominik Graf, Münchner, Jahrgang 52, ist uns im Kino in bester Erinnerung durch Filme wie “Treffer“, “Die Katze“ und neulich “Tiger, Löwe, Panther“. Hier steuert er wieder schön und hintergründig in die stimmungsvolle Gift-Ecke “Gefühle und Folgen“. Mit blitzsauberen Pointen, gescheiten Figuren, auch mit dramaturgischen Hängern und Pausen, aber überwiegend mit schwarzem Humor und viel Schwung. Peter Lohmeyer und Anica Dobra sind ein uriges Anti-Paar, Joachim Kemmer in der Rolle des Strobek-Schnüfflers ist ein glänzender Nebenakteur.

“Spieler“ von Dominik Graf ist eine wunderbar-spielerische deutsche Happening-Komödie. Frech und schnoddrig: Ein schöner Lust-Film (= 3 ½ PÖNIs).