Spiel der Macht Kritik

DAS SPIEL DER MACHT“ von Steven Zaillian (USA/D 2006; 128 Minuten; Start D: 04.01.2007); einem renommierten Hollywood-Autor, der für sein Drehbuch zu „Schindlers Liste“ einen „Oscar“ bekam und der seit 1993 auch als Regisseur arbeitet. Seine ersten beiden eigenen Spielfilme waren „Das Königsspiel“ (1993; bei uns nur auf Video veröffentlicht) sowie „Zivilprozeß“ (1998/mit John Travolta + Robert Duvall). Zum aktuellen Film: Mit dem 1946 herausgegebenen Roman „All the King´s Men“ gelang ROBERT PENN WARREN ein vorzügliches Politdrama, das einst mit dem hochgeschätzten „Pulitzerpreis“ ausgezeichnet wurde.

Warren erzählte die Geschichte eines dynamisch-proletarischen Südstaaten-Polit-Aufsteigers, angelehnt an der echten Figur des 1935 erschossenen Populisten Huey Long. Einem berüchtigten Emporkömmling, der es in den 30er Jahren bis zum Gouverneur in Louisiana schaffte. (Long war eine schillernde Politikergestalt, selbst für amerikanische Verhältnisse: Kein Rhetoriker, sondern ein hitzköpfiger Demagoge, dessen Wahlkampfauftritte oft an Stammtischtiraden erinnerten: „Nagelt sie an die Wand“ lautete bei ihm eine gängige Proklamation). 1949 gab es die erste Verfilmung von Robert Rossen („Der Mann, der herrschen wollte“/mit Broderick Crawford; „Oscar“ als „Bester Film“ sowie für Broderick Crawford + Nebendarstellerin Mercedes McCambridge).

Heute spielt „Oscar“-Preisträger SEAN PENN („Mystic River“; „Sweet and Lowdown“) den Provinzler Willie Stark, der mit markigen Sprüchen und „volksnahen“ Auftritten nach oben/an die Macht will. Der sich vom idealistischen Underdog zum rücksichtslosen, korrupten Vollblutpolitiker hochkatapultiert. Penn überzeugt dabei mit gewohnt intensivem, energischem Temperament/Feuer. Das Problem bei diesem „vergeblichen“ Film: Er bleibt zeitbezogen, im Annodunnemal, irgendwo im amerikanischen Süden, obwohl er sich eindeutig (und richtigerweise/notwendigerweise) in die heutige Zeit verpflanzen ließe. „Aktuell“ zeigen/erzählen/vorführen müsste. Deshalb ist/bleibt auch diese böse Streber-Figur, die mit ihren Hass-Tiraden/der Gewaltbereitschaft, bisweilen/durchaus an den jungen Hitler erinnert, eher uninteressant. JUDE LAW als desillusionierter, begleitender Reporter sowie Kate Winslet und Anthony Hopkins gehören zur hochkarätigen weiteren (Neben-)Besetzung dieses im Ansatz steckenbleibenden Plädoyers gegen Diktatur und Terror (= 2 ½PÖNIs).