SING

SING“ von Garth Jennings (B + R; USA 2014-2016; Produktionsdesign: Eric Guillon; M: Joby Talbot; 108 Minuten; Start D: 08.12.2016); eine weitere US-Animationsfirma mischt – neben Pixar-Disney & Co. – im derzeit so erfolgreichen Animationsfilm-Business mit: „Illumination Entertainment“ (von Chris Meledandri). Mit dem Ende Juli gestarteten Haustiere-Spaß „Pets“ (s. Kino-KRITIK) hatte das Unternehmen bereits einen Riesen-Erfolg auch in hiesigen Kinos (3,8 Millionen Besucher; Stand: 20. November 2016); und jetzt kommt schon der nächste Streich dieses Unternehmens in unsere Lichtspielhäuser.

Stichwort: CASTING-SHOW. Der Titel ist Programm. Allerdings – sämtliche „Menschen“ sind hier Tiere. Leben und benehmen sich allerdings eben wie Menschen. Von wegen Stress, Alltag, häusliche Mühen, private Eskapaden und mitten drin – ein Impresario, der völlig pleite ist, aber keine Dennoch-Mühen scheut, um ein „extra-ordinäres“ neues Feudal- Programm auf die Bühne zu stemmen. Die Rede ist von Buster Moon, seines Zeichens Koala (Originalstimme: Matthew McConaughey; deutsch: DANIEL HARTWICH), der sein baufälliges New Yorker Theater auf diese trickreiche Weise retten möchte. Als seine greise Sekretärin Miss Crawly (Garth Jennings, hier: KATHARINA THALBACH) auf den Flyern versehentlich als Gewinnsumme anstatt 10. gleich 100.000 Dollar ankündigt, ist der Ansturm riesig: von unter anderen einem sensiblem Gorilla, einer taffem Schweine-Hausfrau, einem schüchternem Elefanten und einer talentiertem Stachelschwein-Rockröhre sowie einer selbstbewussten „Frank Sinatra“-Maus. Die Bühne bebt. Buchstäblich.

Cover-Versionen von mehr als 65 Liedern gehen ab, mit Klassikern von eben Sinatra über Queen, Elton John, Kate Perry bis zu Lady Gaga. Mit „Faith“, gesungen von Stevie Wonder und Ariana Grande, ist auch ein neuer Titel im Angebot. Und irgendwo versteck sich auch eine interessante Interpretation eines weniger bekannten Beatles-Titels. Frei nach der Sinatra-Vorlage „If you can make it here, you’ll make it anywhere“ strengt man sich mächtig an, doch irgendwann bietet der Film nur noch ein Potpourri von Musik-Stücken mit der gewiss nicht neuen Arie: Du kannst alles schaffen, wenn du es nur willst.

Für die Kleinen ist dies sicherlich mit – auf die Song-Dauer – hipper Langeweile verbunden, die anderen dürfen nett zuschauen, besser: freundlich zuhören. Auch der diesjährige zweite Animationsfilm der Disney-Konkurrenz ist anmachmäßig im eher mittleren Unterhaltungsrahmen anzusiedeln (= 3 PÖNIs).