DIE SIMPSONS – DER FILM

DIE SIMPSONS – DER FILM“ von David Silverman (USA 2007; 87 Minuten; Start D: 26.07.2007); das ist der erste Zeichentrick-/Animationsfilm zur Trickserien-Legende. Das Drehbuch schrieben elf der Autoren der TV-Serie (darunter „Oscar“-Preisträger James L. Brooks/“Zeit der Zärtlichkeit“/“Besser geht´s nicht“) sowie Erfinder MATT GROENING; Regisseur Silverman ist ein früherer Regisseur der Fernsehserie.

DIE SIMPSONS: Sie tauchten bekanntlich erstmals am 19. April 1987 als Kurzfilm in der „Tracy-Ullman-Show“ auf. Zunächst wurden ab 1988 in dieser Show dann 30-60 Sekunden lange Kurzfilme der Simpsons gesendet. Aufgrund der Großen Resonanz wurde die Produktion einer Halbstunden-Sendung in Auftrag gegeben. Am 17. Dezember 1989 schließlich lief die 1. Folge der Serie beim US-amerikanischen TV-Sender „Fox“. Heute ist die Serie die am längsten laufende US-Zeichentrickserie überhaupt und fand Eintrag im „Guinness-Buch der Rekorde“; am 20. Mai 2007 wurde in den USA auf „Fox Network“ die 400. Episode ausgestrahlt. Hierzulande wurde die Serie ab dem 13. September 1991 gesendet, und zwar bis 1992 im ZDF, danach, ab 1994 bis heute, bei „ProSieben“.

Die Familie Simpsons oder: Der familiäre „Müllhaufen Amerikas“. Man lebt in (der fiktiven Stadt) Springfield (742, Evergreen Terrace), einer der häufigsten Ortsnamen der USA. Die bunte Linkshänder-Family, mit der gelben Hautfarbe und den jeweils nur 4 Fingern an jeder Hand, führt Papa-Oberhaupt Homer J. Simpson an. Der Ehemann von Marge und Vater von Bart (10), Lisa (8) und Maggie (1) ist zwischen 36 + 39 Jahre alt und arbeitet im Springfielder Atomkraftwerk als Sicherheitsinspektor im „Sektor 7 G“, obwohl er keinerlei Qualifikation oder Fähigkeiten oder Interesse für diesen Beruf besitzt.

Die Serie teilt sich auf in frechen Comic- Elementen von Komödie und Slapstick, setzt gerne auf Running-Gags, besitzt sowohl KINDLICHEN wie ABSURDEN wie (vor allem) ZERSTÖRERISCHEN, also anarchistischen (Brachial-) Humor: Die Hauptsache in der Show ist die ständige Brechung von Erwartungshaltungen. „Die Simpsons“, das bedeutet eine ständige/permanente Abrechnung mit dem „American Way Of Life“ und den Idealen des „American Dreams“. Die TV-Folgen stecken voller Dauer-Anspielungen und sind gespickt mit urigen Anspielungen auf die Alltagskultur in den USA. Als da wären, die ihr prächtiges Häme-Fett abkriegen: Fitness-Gurus, religiöse Eiferer, Waffennarren, Gott, Promis, Konsumverrückte, Fernsehjunkies, Fast-Food-Opfer, Fortschrittsgläubige, Spießer, Radikalfeministen und dergleichen viele mehr.

Und nun also der heiß erwartete 87 Minuten-Leinwand-Joke. Natürlich geht es bei den Simpsons wieder ums FRESSEN, FERNSEHEN, PFUSCHEN. Homer, weiterhin ausgestattet mit dem Hirn einer Amöbe, ist natürlich wieder mit sich selbst im Reinen, ist ein glücklicher Vollidiot. Der Donuts im Grunde mehr mag als seine Sippe, und weil er es diesbezüglich besonders eilig hat, löst er Zuhause eine Umweltkatastrophe aus: Kippt den Gülle-Silo aus seinem Vorgarten schnell mal in den See. Aus Lake Springfield wird/entsteht eine Kloake. So dass die Umweltbehörde „zur Sicherheit“ eine Riesen-Käseglocke über die Stadt stülpt. Daraufhin können die Simpsons nur mit knapper Not einem wütenden Lynchmob entkommen und fliehen nach Alaska. Während radikale Politiker um den Präsidenten Arnold Schwarzenegger die radikale Stadt-Entsorgung des „amerikanischen Schandflecks“ Springfield planen, kehrt die Familie zur Rettung zurück.

„Simpsons – Der Film“ ist ein herrlich-komisch-subversive Anarcho- Dauer-Vergnügen. Eine Art Nummernrevue mit vielen kess-knackigen Pointen. Der unschlagbare Wortwitz, die WIRKLICH bissige Ironie sowie die vielen wunderbar-WAHNSINNIGEN Gedanken, Ideen, Einfälle und Anspielungen, z.B. auf die eigenen Serien-Vergangenheit, sorgen schlichtweg für VIEL SPAß!!!! Jetzt also auch auf der Leinwand: Der Trick-Irrsinn, in den sich auch einmal kurz sogar TOM HANKS verirrt, läuft einmal mehr zu Höchstform auf. Übrigens: Mit der (seit 2006 neuen)Marge-Synchronstimme von ANKE ENGELKE (Serien-Synchron-Vorgängerin Elisabeth Volkmann starb bekanntlich im Vorjahr), während Homer natürlich mit seiner bewährten/bekannten/TYPISCHEN deutschen Stimme von NORBERT GASTELL ausgestattet wurde; prima (= 4 PÖNIs).