Sie leben! Kritik

Der amerikanische Regisseur John Carpenter hat viele gute und viele schlechte Filme gemacht. Zu den guten zählen “Assault – Anschlag bei Nacht“ bzw. “Das Ende“, “Halloween -Die Nacht des Grauens“ und “Die Klapperschlange“ Mit seiner neuesten Produktion „SIE LEBEN!“ von John Carpenter (B+R; USA 1988; 93 Minuten; Start D: 04.05.1989); nähert er sich wieder besseren Zeiten, ohne ganz zu überzeugen.

“Sie leben!“ ist Orwell auf modern. Ein stämmiger Bauarbeiter kommt in Los Angeles dahinter, daß Amerika heute schon zu einem großen Personenanteil von Außerirdischen bevölkert ist. Deren Absichten und Ziele werden mit hypnotischen Signalen und Zeichen auf Plakaten, in Zeitschriften, Büchern und im Fernsehen weitergegeben.
Es gilt, Gedanken zu reduzieren, Autoritäten anzuerkennen, Fragen und Kritik abzustellen, das Konsumverhalten zu fördern. Eine Sonnenbrille verhilft John Nada zu klarem Durchblick. Mit einigen Gleichgesinnten nimmt er den Kampf gegen diese Yuppie-Zombies auf.

“Sie leben!“ ist ein subversiver Gegenwarts-Western, den Carpenter allerdings viel zu grob und oberflächlich angeht und erzählt. Er schert sich weder um Charaktere noch um Hintergründe. Manchmal ist es wie in einer dieser ulkigen Action-Klamotten aus den 50igern. Entsprechend sind auch die beiden Hauptfigure ausgesucht, es sind populäre Catcher und keine Schauspieler. Ein zwiespältiges Vergnügen: “Sie leben!“ von John Carpenter (= 2 ½ PÖNIs).