Sideways Kritik

ER ist 1961 in Omaha/Nebraska geboren und heißt Alexander Papadopoulos. Er studierte spanische Literatur und Geschichte, bevor er an die kalifornische Filmhochschule nach Los Angeles wechselte, um dort sein Diplom zu in machen. Inzwischen nennt er sich ALEXANDER PAYNE, und bereits mit seinem 3. Spielfilm erreichte er vor zwei Jahren den internationalen Durchbruch. Der Film hieß „About Schmidt“, und Jack Nicholson triumphierte darin als Rentner-Zausel, der mit seinem Wohnwagen durch das Land fährt, um Stationen seines Lebens wiederzusehen. Das neueste Film-Werk von. Alexander Payne heißt

SIDEWAYS“ von Alexander Payne (Co-B +R; USA 2004; Co-B: Jim Taylor; nach dem gleichn. Roman von Rex Pockett/1999; K: Phedon Papamichael; M: Rolfe Kent; 126 Minuten; 3.2.2005) und kommt diese Woche in die Kinos.

Auch in seinem neuesten Film stellt Alexander Payne
Durchschnittsmenschen vor, präzise: Zwei Durchschnittskumpels um die 40:
Den erfolglosen Schriftsteller und Amateur-Weinkenner Miles, der sich als
Englisch-Lehrer verdingt und nicht über die Scheidung seiner Ehefrau von vor 2
Jahren hinwegkommt; und Jack, einen abgebrannten TV-Serien-Schauspieler,
der mit Werbespots überlebt.

Der gutaussehende Jack wird in einer Woche heiraten. Miles spendiert ihm deshalb eine Art „verlängerte Junggesellen-Party“: Eine einwöchige Rundfahrt durch die kalifornischen Weingebiete von Santa Barbara.
Miles möchte gerne und oft guten Wein trinken, Golf-Spielen und über die
Krisen des Lebens reden. Jack dagegen will noch mal so richtig „auf die Pauke“
hauen und möglichst viele Frauen ins Bett kriegen. Der verklemmte Pessimist und der draufgängerische Banause und ihre „etwas ungleichen Interessen“.

Das ebenso simple wie komplizierte Männer-Dasein in der Lebens-Mitte.
Natürlich treffen sie auf „neugierige Frauen“. Und so mündet diese vermeintlich
„lockere“ Herren-Tour in einen grotesken Strudel aus Liebe, Sex und Alkohol.
Und Hiebe. Drumherum: Die sonnige Kulisse Kaliforniens und eine Lawine von
WEIN-Informationen.

Dieser neue Hollywood-Film „SIDEWAYS“ besitzt französischen Melancholie- Charme und menschelt auf sehr dichte, unterhaltsame Weise: Es ist faszinierend, wie Co-Autor und Regisseur Alexander Payne für seine beiden, großen Jungs in der Midlife-Krise Sympathien zu wecken weiß: Zwischen Gefühls-Chaos und Selbsterkenntnis verdienen die sich „ihren Kater“ redlich. „Sideways“ ist ein ebenso trauriger wie lustiger Film. Er basiert auf dem gleichnamigen Roman von Rex Pickett und funktioniert großartig über die hervorragenden Darsteller aus der zweiten Hollywood-Reihe: PAUL GIAMATTI als Miles schafft, mit seinem unspektakulären Äußeren, so unangestrengt-beeindruckend den Charakter-Spagat zwischen verletzlich, erbärmlich und liebenswürdig. THOMAS HADEN CHURCH, einst selber TV-Star und heute texanischer Farmer und Independent-Regisseur, hat für seinen klugen Part als schlichter Jack soeben sogar eine „Oscar“-Nominierung bekommen.

Apropos: Mit insgesamt 5 „Oscar“-Nominierungen umarmte das Film-Amerika kürzlich diesen wunderbaren Außenseiter-Film und bestätigte: „SIDEWAYS“ ist eine Charakter-Komödie von und mit ganz feinem Geschmack (= 4 PÖNIs).