Schön war die Zeit Kritik

Das ganze Dilemma des deutschen Films findet sich in „SCHÖN WAR DIE ZEIT“ von Klaus Gietinger und Leo Hiemer (Co-B+R; D 1988; 109 Minuten; Start D: 05.10.1989)von der ‘Westallgäuischen Filmproduktion“ wieder.

Die haben vor zwei Jahren noch angenehm-unbeholfen mit ihrem Debüt “Daheim sterben die Leut“ improvisiert und bemühen sich hier nun um erste Professionalität. Und gleich geht‘s in die Vollen. Der deutsche Film und seine Beteiligten in der Nachkriegs-Provinz. Da versammeln sich Nazi-Kameraden und ehemalige und neue Mitläufer, Widerständler ohne Kraft. politische Saubermänner, feiste Produzenten, nette Land-Mädels und liebe Kino-Macher. Sie alle kommen in einen Erzähl-Topf und werden zu einem bäuerlichen Land- und Zeitgeist-Theater vermischt, leider aber nur mit vielen Worten und G-esten und viel zu wenig visuell.

“Schön war die Zeit“ will ein zeitkritisches Nachkriegsbild sein, kommt aber über ein Lesebuch ohne Spannung nicht hinaus. Gut die Absicht, schwach die Machart, ist das Ergebnis dieser Posse aus der deutschen Provinz (= 1 PÖNI).