Saigon Kritik

SAIGON“ von Christopher Crowe (B+R; USA 1988; 102 Minuten; Start D: 05.05.1988); spielt 1968 in Vietnam. Wo das amerikanische Militär einerseits mit dem Krieg und seinen fürchterlichen Begleiterscheinungen zu tun hat, wo aber andererseits in einer längst gesetzlosen Region üble Morde die Polizei auf beiden Seiten in Aufruhr versetzt.

Zwei Militärpolizisten, Willem Dafoe und Gregory Hines, haben die heikle Aufgabe übernommen, einen Killer aus den eigenen „hochrangigen“ Reihen zu überführen. Dabei bewegen sie sich in einer unglaublichen Welt von Paranoia und Brutalität. Nichts ist mehr von und mit zivilisatorischen Vorstellungen von Gesetz und Moral, alles ist aus den Fugen geraten, vor den beiden Schnüfflern und uns tut sich buchstäblich die Hölle auf. Wie hier ein Krimi und das Thema „Vietnam“ dicht, reißerisch und hart zusammengepackt wird, ist ebenso aufwühlend wie nachdenklich stimmend. Klingen auch gegen Ende die Jubelmomente über einen „gelösten Fall“ zu freundlich in den Ohren, bleiben doch Bilder zurück, die nerven, unter die Haut gehen und genauso viel Kraft und Stärke besitzen wie einst etwa „Apocalypse Now“ oder „Full Metal Jacket“.

„Saigon“ ist ein großer, bewegender Film (= 4 PÖNIs).