POSEIDON

POSEIDON“ vom deutschen Hollywood-Regisseur WOLFGANG PETERSEN (USA 2006; 94 Minuten; Start D: 12.07.2006). Der inzwischen 65jährige Ostfriese (= in Emden geboren) hat ja schon einige Male kräftig auf Zelluloid „herumgeplantscht“, siehe „Das Boot“ , 1979-81 entstanden, „die Eintrittskarte“ für Hollywood, aber auch neulich „Der Sturm“ (2000/mit George Clooney). Weitere populäre Petersen-Filme: Sein erster deutscher Kinofilm „Einer von uns beiden“ (1973/mit Jürgen Prochnow); der legendäre „Tatort“-Krimi „Reifezeugnis“ (1977/mit Nastassja Kinski); sein erster englischsprachiger Film „Die unendliche Geschichte“ (1984); „In The Line Of Fire – Die zweite Chance“ (1993/mit Clint Eastwood); die Kassenhits „Outbreak – Lautlose Killer“ (1995/ mit Dustin Hoffman) und „Air Force One“ (1997/mit Harrison Ford) sowie zuletzt „Troja“ (2004/mit Brad Pitt). Nun also das Remake des Klassikers „Die Höllenfahrt der Poseidon“ bzw. (DVD-Titel“) „Poseidon Inferno“ aus dem Jahr 1972 (R: Ronald Neame; mit Gene Hackman, Ernest Borgnine, Shelley Winters, Leslie Nielsen), der das Genre des „Katastrophenfilms“ begründete, einen „Oscar“ für die „besten Spezialeffekte“ bekam und damals eine Reihe von ebensolchen ähnlich gestrickten Leinwand-Abenteuern auslöste („Airport“/“Erdbeben“/“Flammendes Inferno“).

Hier nun: Eine 160 Mio.-Dollar teure Produktion, bei der das meiste Geld für die gigantischen SPECIAL EFFECTS draufging (alleine für die ersten 3 Minuten/an den ersten 3 Trick-Minuten der Schiffs-Präsentation hat die George-Lucas-Firma „Industrial Light & Magic“ rund ein Jahr gearbeitet; etwa 250 Mio. Dollar hat es INSGESAMT gekostet, den Film zu produzieren und auf den Markt zu bringen; ist in den USA aber gefloppt).

Bekannte Story: In der Silvesternacht kentert ein voll besetzter Ozean-Riese. Eine riesige Monster-Welle lässt das Luxus-Schiff kippen. Einige Überlebende machen sich „artistisch“ auf den Weg „nach oben“: Über brennende Abgründe, durch enge Schächte und überflutete Gänge. Wurde damals, beim Original, noch halbwegs darauf Wert gelegt, die Beteiligten/ihre Charaktere vorzustellen, lässt die Effektbesessenheit-heute dafür keine Zeit mehr. Wie überhaupt diese ganze Inszenierung von einer einzigen wässrigen Leere ist: Eben noch Schiff/anonyme Leute/das Unglück, jetzt die „üblichen“ Klischee-Überlebenden (der zynische Glücksspieler/der frühere Feuerwehrmann und strenge Papa/seine liebestolle Tochter/die attraktive Witwe mit kleinem Sohnematz/die schöne, sich ziemlich nur-dämlich anstellende blinde Passagierin, der schwule alte Architekt, der sich gerade das Leben nehmen wollte, als die Welle anrauschte…..).

Ein Unheil jagt unaufhörlich das nächste; jeder Rettungsversuch darf noch unglaubwürdiger/hanebüchener sein; der – musikalische – Radau ist dermaßen ohrenbetäubend, dass die Verständigung-untereinander nur noch floskelhaft möglich ist. Lärm/Chaos nerven; es ist einem ziemlich wurscht, ob DIE hier machen/tun/überleben oder nicht; der Film ist nur doof, primitiv, langweilig, belästigend; ein Stück teurer geistiger Dünnschiss, lahm wie unglaubwürdig, vor allem (Seelen-)KALT; ohne jeglichen Tiefgang, ohne näheres Interesse für Irgendwas, ein lärmender, banaler Rummelplatz der Effekte, der einem gehörig und NUR auf die Nerven geht und KEINERLEI Unterhaltungswert besitzt. Diese Show patzt/das Entertainment funktioniert überhaupt nicht/keinerlei spannende Emotionen. Absolut lächerlich! Ach so ja, Mitspieler sind hier u.a. KURT RUSSELL („Die Klapperschlange“), Josh Lucas („Sweet Home Alabama“) sowie der bedauernswerte „Oscar“-Preisträger RICHARD DREYFUSS („Der Untermieter“; „Der weiße Hai“; „Mr. Holland´s Opus“) als gestresster, schwuler Opi (= 1 PÖNI).

P.S.: In der FAZ vom 8.6.06 wurden die hollywoodschen Filmtoten dieses Kino-Sommers bilanziert. Zur „Poseidon“ heißt es da: „3972 Menschen müssen ertrinken, 2 stürzen zu Tode, 6 erliegen einem Stromschlag, 13 verbrennen und einer wird zerquetscht“. Toll, nicht wahr?!?

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