PORN HORROR MOVIE

Es ist das derzeit angesagteste Schmöker-Filmbuch überhaupt: „WURMPARADE AUF DEM ZOMBIEHOF„. Von Christian Kessler. Zusatztitel: „Vierzig Gründe, den Trashfilm zu lieben“. Auf gut deutsch: Alles, was über das Genre „Schmutzfilm“ wichtig ist. Wird hier abgehandelt. Der C-Film in Rein-Kultur. Einzelne Kapitel-Titel: „Bauernfilme“; „Beklopptenfilme“ oder auch „PENISFILME“. Mit Themen wie „Latten, die die Welt bedeuten“ oder „Das einäugige Monster von Schloß Dosenschreck“. Hat mich interessiert. Dieses „spezielle“ und für mich wenig bekannte Filmgebiet. Habe mich auf filmische Spurensuche nach Beispiele aus diesem Genre begeben. Und bin fündig geworden. Habe zwei Filme entdeckt, die ich der Leserschaft vorstellen möchte. Dabei seien Sensibilisten und Kunstsachverständige gewarnt: Sauber und kunstvoll geht es hier nicht zu. Dafür nett-grottig und robust schwanz-komisch.

Film eins, mit der FSK-Freigabe „ab 16 Jahren“, heißt im Original „One-Eyed Monster“ und verbindet Horror mit Glied-Charme:

PORN HORROR MOVIE“ von Adam Fields (Co-B + R + Musik; USA 2008; Co-B: Scott Fields, Jordan Fields; K: Joseph White, 81 Minuten; Heimkino-Veröffentlichung: 22.10.2009); im Februar 2007 macht sich ein Filmteam auf, um in einer Hütte in den abgelegenen Bergen Nordkaliforniens einen Pornofilm zu drehen. Mit dabei: Die Porno-Altstars VERONICA HART & RON JEREMY. Die sich über frühere Produktionen wie „Schwanzbläser 5“ oder „Herr der Schwanzringe“ austauschen. Über Ron weiß „Wikipedia“: „Er trägt den Spitznamen „Hedgehog“ (Igel), da er sich in jungen Jahren wie ein Igel zusammenrollen und dabei mit seinem Mund den Penis erreichen konnte“. Veronica & Ron sind die weitaus Ältesten in dem Team, das sich ansonsten aus jungen, „dynamischen“ Nachwuchskünstlern zusammensetzt. Sowie einem absoluten charakterlichen Ekelpaket von Regisseur. Der Vorspann sorgt bereits für Neugier- Laune: „Doch dann geschah etwas. Etwas, das niemand erwartet hatte, aber jeder kommen sah“.

Ron als Ron trifft es als ersten. Irgendwie rastet am Himmel eine Sternschnuppe aus und der gute Mann ist hin. Aber: Sein Schwanz ist futsch. Einfach so. Ist abgehauen. Hat sich „selbständig“ gemacht. Und geht fortan auf Horror-Jagd. Als Killer-Schwanz. Tötet als 25 cm-Raupe. Es geht wie einst bei Agatha Christie zu: Zehn kleine Typen, dann neun, dann acht und so fort. CHARLES NAPIER (12.4.1936 – 5.10.2011) taucht auf. Man kennt seine lachende Hackfresse. Aus Russ Meyer-Filmen (wie „Blumen ohne Duft“ oder „Supervixens“) ebenso wie aus „Rambo II“, „Das Schweigen der Lämmer“ (wo er als Polizist von Dr. Hannibal Lecter angeknabbert und an ein Gitter genagelt wird) oder aus den Austin Powers-Movies. Als erfahrener Penis-Jäger will er den jungen Leuten behilflich sein. Doch der Schwanz lässt sich in seinem Jagdrausch nicht austricksen. Schließlich….

Im Bonusmaterial wird ein Harvey London vorgestellt, auch genannt: Der Schwanz-Cowboy von Hollywood. Der erklärt, dass man den von ihn laufend hergestellten Bestell-Schwänzen nicht nur „Charakter geben“ muss, „sondern auch ein Bewusstsein“. Der Mann ist heiß begehrt in der Branche und hat als „Schwanz-Maker Nr.1“ viel zu tun. Heißt es. Außerdem ist als Boni ein längeres „Real“-Gespräch zwischen den Alt-Pornisten Veronica Hart & Ron Jeremy (von 36 Minuten) ggfs. durchzustehen.

Bewertung: Kurios bescheuert; skurrile Einfälle, aber auch viel blutleer.

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