Ponyo Kritik

PONYO“ von Hayao Miyazaki (B+R; Japan 2006-2008; 97 Minuten; Start D: 16.09.2010); der am 5. Januar 1941 in Tokio geborene „japanische Walt Disney“ zählt zu den renommiertesten Filmkünstlern überhaupt. Seit mehr als zwei Jahrzehnten begeistert Hayao Miyazaki mit seinen „speziellen“ Anime-Filmen, den japanischen Zeichentrickfilmen. Zu seinen Werken zählen „Das Schloss im Himmel“ (1986) (s. Kinokritik), „Kikis kleiner Lieferservice“ (1989), Prinzessin Mononoke“ (1997) sowie „Das wandelnde Schloss“ (2004/“Goldener Löwe“ von Venedig/“Oscar“-Nominierung). Für seinen grandiosen Abenteuerfilm „CHIHIROS REISE INS ZAUBERLAND“ bekam er 2002 bei der Berlinale den Hauptpreis, den „Goldenen Bären“, sowie im Frühjahr 2003 den „Oscar“ als „Bester Animationsfilm“ zugesprochen. Zugleich gilt dieser Film als der weltweit meistausgezeichnete Zeichentrickfilm überhaupt. 2005 wurde HAYAO MIYAZAKI in die Liste der „100 einflussreichsten Menschen der Welt“ des „TIME Magazins“ aufgenommen.

Nachdem sein jüngster Film beim Venedig-Festival von 2008 (!) vorgestellt wurde und in diesem Jahr beim Stuttgarter Trickfilmfestival den Preis für den „Besten Animationslangfilm“ gewann, kommt er nun endlich auch in unsere Lichtspielhäuser. „Ponyo“ nennt der 5jährige Sosuke ein Goldfischmädchen, das er an der Küste seines Wohnortes aus einem Glas befreit und mit dem er Freundschaft schließt. Sehr zum Unwillen ihres Papas Fujimoto, einem Unterwasserzauberer. Der war einst ein Mensch, wandte sich jedoch von der „unanständigen“ menschlichen Zivilisation enttäuscht ab und siedelte sich auf dem Meeresboden an. Doch die unternehmenslustige Ponyo hat „oben“ Blut geleckt, möchte bei Sosuke bleiben. Und so langsam scheint eine menschliche Verwandlung „machbar“. Ponyo wird zu einer Art Grenzgängerin zwischen zwei unterschiedlichen Welten. Als sich dann aber die Natur gewaltig „meldet“, weil IHR Papa „sauer“ ist, gerät das Gleichgewicht der Erde in große Gefahr. Die Kinder müssen entscheiden…

Was soll man alles loben?: Diese überbordende Faszination namens Phantasie; diese einzigartige Trickfilm-Magie; diese wundervollen (von 70 Animatoren) handgezeichneten Wesen und Figuren; diese wieder eindrucksvollen Hintergrundmotive; dieser erzählerische Fabel-Elan; dieser feine, leise humane Humor; dieses visuelle Feuerwerk um ökologischen Sinn und praktische Menschen-/Familienfreundschaft. Der unangestrengte Einfallsreichtum ist enorm. Es bereitet sehr viel Freude, sich hiervon berühren, betören, verzaubern zu lassen: „Ponyo“ ist Prima-Erlebniskino für Kinder jedweder Altersschicht (= 4 PÖNIs).