PÖNIs BLOG (18): OHNE HANDY

1.) Pöni-PRIVAT: Günther Jauch hat recht, wenn er meint: „Es gibt nichts Demokratischeres als einen Fernsehapparat. Man kann einschalten, umschalten und ausschalten“. Ich für meinen Teil schalte seit vielen Jahren den Fernsehapparat nur noch „bewusst“ ein. Für bestimmte Sendungen. Wie zum Beispiel – ständig wöchentlich – „Extra 3 – Der Irrsinn der Woche“. Nach der „heute show“ die beste politische Satire-Sendung des öffentlich-rechtlichen Fernsehens. Mit dem Moderator Christian Ehring. Dort gab es vor kurzem einen Sketch: Ein gestandener Proband nahm an einem Versuch teil. Aufgabe: Einen Tag-lang mal bewusst OHNE HANDY „durchstehen“. Natürlich war das ironisch-quatschig gemeint, für mich aber bedeutet dies: Der ganz normale Alltag. Denn: ICH HABE = besitze KEIN HANDY. Nicht aus Trotz oder Bockigkeit oder als irgendeinen Ideologie-Ausdruck, nein, sondern aus für mich ganz praktischen = pragmatischen Gründen: ICH WILL „unterwegs“ NICHT GESTÖRT = belästigt WERDEN! Würde mich nur „nerven“. Benutze vielmehr die freie Zeit in der S-/U-/Straßenbahn NICHT zum ständigen Telefonieren, sondern zum Lesen. Schaffe dadurch einen Artikel im „Spiegel“ oder kann mehrere Kapitel in einem (ständig mitgeführten) Taschenbuch lesen. Allerdings – die Konzentration darauf fällt immer schwerer, weil um mich herum permanent „gebrüllt“ wird. Handy, Smartphone & Co. „äußern“ sich laufend. Sind ununterbrochen in lautem Betrieb. Ähnliches auf der Straße (bin zufriedener Fußgänger), wo die Menschen nur noch damit beschäftigt sind, lauthals in kleine Mikrofone zu sprechen oder stur ins iPhone & Co. zu stieren, um nach „Meldungen“ Ausschau zu halten. Oder welche einzutippen.

Ich will diesen (inzwischen „normalen“) Stress nicht. Brauche ihn nicht. Fühle mich „so“, also „ohne“, – gerade – wohl. Ausgeglichener. Mein täglicher „Business-Plan“ ist (zum Beispiel mit Pressevorführungen in Kinos) sowieso übervoll, und mich „draußen“ mit private Meldungen „herumzuschlagen“, lehne ich kategorisch ab. Suche viel lieber Gespräche. Oder gezielte Treffen mit „Personen“. Zwecks Austausch durch gegenseitige An-Sprache. Bin ich altmodisch? Oder nur ein Sonderling? Ich jedenfalls komme mit meinem häuslichen „alleinigen“ Festnetz-Telefon plus Anrufbeantworter bestens klar; mir steht dadurch sehr viel mehr – und weniger nervenaufreibende – Freizeit zur Verfügung. Nochmal: Dahinter steht keine bestimmte Ideologie, keine Verachtung gegenüber „dem Modernen“, sondern der dringende Dauer-Wunsch nach täglicher Entschleunigung. Wie ich soeben bei der jährlichen ärztlichen Jahresuntersuchung bescheinigt bekam, sind meine körperlichen Werte gut. Behaupte – dies hat auch damit zu tun, mich nicht von der Technik vereinnahmen = in (Dauer-)Hektik bringen zu lassen. Frage an die Gemeinde – gibt es unter Euch auch solche Pöni-Exoten??? Oder bin ich der letzte Ohne-Handy-Mohikaner? =  kontakt@poenack.de .

Edward Hopper, Nighthawks, 1942. Ursprünglich zu sehen im „The Art Institute of Chicago“ bei der „Fifty-third Annual Exhibition of American Paintings and Sculpture“, Chicago, 1942.

 

2.) Pöni-LITERATUR: Apropos Lesen. Habe mir gerade wieder eine unterhaltsames Lektüre zugemutet. Muss dazu sagen – bin ein ausgesprochener Fan der Gemälde von EDWARD HOPPER (1882-1967). Einer Ikone der amerikanischen Malerei. Der diese seltsamen, schönen, faszinierenden Porträts von Menschen malte, die scheinbar in eine individuelle Melancholie versunken sind. Und deren mögliche Schwermütigkeit man so wunderbar für sich auslegen kann. Seit vielen Jahrzehnten schmücken Hopper-Kalender mein Wohnzimmer. „NIGHTHAWKS“ lautet der Titel eines 317-seitiges Buchs, das der amerikanische Schriftsteller und Kriminalliteratur-Autor LAWRENCE BLOCK herausgegeben hat und in dem 17 renommierte US-Autoren sich von Hopper-Bildern zu Stories nach Gemälden von Edward Hopper haben inspirieren lassen. Die natürlich jeweils abgebildet sind. Ihre pointierten Kurzgeschichten setzen dort an, wo das jeweilige Bild als „Momentaufnahme Leben“ zwangsläufig aufhören muss. Und dichten weiter, was verborgen und nun phantasievoll zu erspüren ist in Mimik, der Körpersprache der gemalten Figuren und in der festgehaltenen Gesamt-Szene des jeweiligen Hopper-Bildes. Entstanden ist eine vielschichtige, pikante, faszinierende Kollektion von Stories über die menschliche Existenz und ihre fatalen Abgründe. Ein ebenso verblüffendes wie fesselndes und fein-spannendes Lese-Vergnügen. Prima-Literarisches Kopf-Kino sozusagen. Geschaffen von Autoren wie LEE CHILD, MICHAEL CONNELLY, JOYCE CAROL OATES und STEPHEN KING. Oder JEFFREY DEAVER. „Realistisch, anrührend, beunruhigend“, notierte im November 2017 „Medien-info.com“.  Und in der „Washington Post“ wurde bekannt-gegeben; „Selten hat es so viel Spaß gemacht, hinter einem Bild eine Geschichte zu entdecken“. „NIGHTHAWKS“ / „Nachtschwärmer“ mag ich auch SEHR empfehlen.

3.) Pöni-MUSIK: Kannst du mal bitte mit deinen ollen Kamellen aufhören und auch mal Musik von Heute empfehlen? Nölte neulich ein Freund von mir herum. Okay. Mein jetziger Tages- und Wochen-Song ist vergleichsweise „neu“. Heißt „Renegades“, stammt von der amerikanischen Rockband „X AMBASSADORS“. Wurde am 3. März 2015 als zweite Single aus ihrem Debüt-Studioalbum „VHS“ veröffentlicht. War mal in Europa (und Kanada) ein Top 1-Titel und läuft – Länge: 3:15 Minuten – poppig-schön durch. Höre ich gerade gerne.

Wünsche eine lässige Woche. HERZlichst: PÖNI Pönack