PÖNIs BLOG (166): JAHRESBILANZ; Wieder da: „SPIDER MAN“; „DER SCHEIN TRÜGT“; 3 TV-TIPPS; BILLY MACK

0.)  JETZT online: „PÖNI LATE NIGHT“ – Folge 2! Das Jahresend-Special für alle, die gerne hören UND sehen möchten, wie Pöni sein Kinojahr 2021 erlebt hat (inkl. SEN-SA-TIO-NELLEM Film-Quiz mit Carrie Hund MERLIN!!!) :

1.)   IDENTITÄTEN-KRAWALL. Titel = „SPIDER-MAN: NO WAY HOME“. Von JON WATTS (USA 2020/2021; B: Chris McKenna; Erik Sommers; Co-Produktion: Kevin Feige; K: Mauro Fiore: M: Michael Giacchino; 148 Minuten). Dabei handelt es sich um den inzwischen 27. Spielfilm innerhalb des Marvel Cinematic Universe (MCU), entwickelt als eine Fortsetzung von „Spider Man: Far From Home“, ebenfalls von Jon Watts, aus dem Jahr 2019 (s. Kino-Gast-KRITIK/3 1/2 PÖNIs). Wo SPIDER-MAN zuletzt als Peter Parker (damals wie heute leider: TOM HOLLAND) enttarnt wurde. Was ihm „heute“ anfangs viel Ärger einbringt. Zum ersten Mal in der Filmgeschichte des Superhelden ist die Identität des – nervös-kindlich auftretenden / zappelnden TOM „Spider“-HOLLAND enthüllt. Aus dem netten Boy aus der Nachbarschaft wird ein Hass-Ziel-Objekt des Fernsehspötters J. Jonah Jameson („Oscar“-Preisträger J.K. SIMMONS/2014 „Whiplash“) sowie der „guten  Bürger“, die den „bisherigen Helden“ nunmehr für einen Betrüger und Kriminellen halten. Auf dass DER ab sofort nicht mehr „seinen Pflichten“ als fliegender Helfer und triumphaler Superheld nachkommen kann. Peter ist Depri. Und wendet sich in seiner personellen Not an seinen Freund, an den Magier Dr. Stephen Strange (BENEDICT CUMBERBATCH/“Holmes“ in der Superserie „Sherlock“), der ihm helfen soll, die Altverhältnisse herzustellen; also aus Peter wieder den Spider aufleben zu lassen. Also die erfolgreiche Vergangenheit zur neuen Gegenwart zu platzieren. Mit der Maßgabe, dass wieder niemand weiß, wer sich unter der roten Spider-Man Klamotte menschlich verbirgt. Strange macht sich an die Zauber-Arbeit, doch der Bubi quatscht ihm währenddessen dermaßen andauernd dazwischen, dass der zauberische Hokuspokus das Multiversum aufbricht. Aus dem fünf Superschurken, die einst gegen alternative Versionen von Peter Parker gekämpft haben, sich neu daranmachen, ihr schauerliches Existenzwerk zu vollenden. Jetzt ist es für Peter an der Zeit, gemeinsam mit prominenten Helfershelfern (u.a. JAMIE FOXX, WILLEM DAFOE; ALFRED MOLINA sowie mit zwei Parker-Urgesteinen von 2012 und 2014) für wieder eine geordnete, sprich gerechte Gegenwart zu sorgen und dabei auch gleich noch die Zukunft des Multiversums zu sichern.

Der Film ist (zu) lang. In der ersten Stunde sind viel Hysterie-Bewegungen und Verbal-Krämpfe zu überstehen. Dabei geht einem dieser wenig attraktive Bubi-Spider-Boy-Peter mehr auf den Keks als dass er vergnügliche Attacken bietet. Danach wird es spannend. Mit einer überwältigenden Optik und vielen treffsicheren Pointen. Von denen von wegen Spoilerenthüllungen nichts verraten werden soll. Nur so viel – wenn die Superhelden-Chemie erst in rasanten Schwung und zünftigen Galopp gekommen ist und die zwei „Kinderbegleiter“ von Peter auf Abstand gehalten werden, denn DIE sind wirklich wenig erbaulich, läuft die Power-Chose auf faszinierende = überraschende Trick- und heiß-empathische Optik-Spuren. Mit einer Ausnahme, wie gesagt – der 25jährige TOM HOLLAND als Peter der Kleine besitzt eher dümmlichen Kindergarten-Charme als etwa – benötigtes – überzeugendes heldisches Fieber. Mit Power-Feeling. Ihm zuzusehen, ihn anzuhören, und der Film kippt erheblich ab (= 3 PÖNIs).

2.)   FIES-ERFOLG. Titel = „DER SCHEIN TRÜGT“. Von SRDJAN DRAGOJEVIC (B + R; K: Dusan Joksimovic; M: Igor Perovic´; 122 Minuten): Serbien/D/Nordmazedonien/Montenegro/Slowenien 2020. Das Schicksal in drei Kapitel: „DIE SÜNDE“ 1993 / „GNADE“ 2001 / „DAS GOLDENE KALB“ 2026. Erst ist ER ein gutmütiger, naiver Trottel. Dessen Gattin das häusliche Zepter schwingt. Dann folgt dieser Kurzschluss einer Glühbirne, und ein Heiligenschein schwebt fortan über Stojans Kopf. Was ihn nicht wesentlich klüger erscheinen lässt, aber irgendwie als „Gewinner“. Fortan wird Stojan (GORAN NAVOJEC)  zum Heiligen Berserker. Motto: Je übler er auftritt um so mehr mögen ihn „die Leute“. Merke – ein bisschen Völlerei hier, etwas Ehebruch dort sorgen für gesellschaftliche Punkte. Stojan ackert sich durch alle Todsünden – und kriegt mehr und mehr Gefallen an der Grausamkeit. Umso herzloser der Vorteil ergattert wird, umso bereitwilliger wird er von den Nachbarn als moralische Instanz akzeptiert. Zudem winkt die Karriere. Über den Posten als Gefängniswärter geht es stramm in Richtung Präsident. Aber erst einmal: Was passiert, wenn statt eines Todeskandidaten in der Zelle ein niedliches Baby gefunden wird? Laut DNA-Abgleich handelt es sich um den alten Verurteilten. Für philosophische Erörterungen über Grund und Hintergrund hat der Direktor jedoch keine Zeit. Längst ist ER DIE INSTANZ mit der Macht zu Entscheidung und Urteil. Aber, Jahre später: Was passiert, wenn gemaltes Fleisch sättigt? Sozusagen – Kunst mit Nährwert verbunden ist? Eine nahrhafte Phase. Die Begehrlichkeiten weckt. Während die UNESCO „damit“ den Hunger der Kinder in der Dritten Welt beenden möchte. Die Szene der Kunstkritiker läutet eine neue Epoche ein, und Staatsoberhaupt Stojan möchte auch ein (großes) Stück vom Kuchen haben. So gemein wie er ist, hat er sich dies verdient. Meint er.

„Der Schein trügt“ ist eine listig-durchtriebene Parabel. Als groteske Bestandsaufnahme des post-sozialen Europas. Mit erheblich lästerlichem Charme. Ganz in unserer Nähe angesiedelt. Ist ein Überschwappen möglich? (= 3 PÖNIs).

3.)   TV-TIPPS.  Drei Empfehlungen für die Weihnachtswoche. Den Anfang macht das ZDF am Montag-Abend (20.12.) ab 22.15 Uhr. Der Spielfilm „Alpha – Der den Wolf zähmt“ ist eine amerikanische Produktion, entstand 2016 und lief ab 6. September 2018 in unseren Kinos (s. Kino-KRITIK/4 PÖNIs). Regisseur und Co-Produzent Albert Hughes erzählt – mit Motiven der Eiszeit – von der aufkommenden Freundschaft zwischen einem jungen, sensiblen Menschen und einem Wolf, der zu seinem „Hund“ wird. Der Optik-Sound ist furios, in der Variety hieß es damals: „Albert Hughes erweist sich als atemberaubender Choreograph der Natur“.

Am nächsten MITTWOCH, den 22.12. präsentiert die ARD ab 20.15 Uhr d e n deutschen Spielfilm, der für eine „Oscar“-Nominierung eingereicht wurde. Titel = „ICH BIN DEIN MENSCH“. Von Maria Schrader (s. Kino-KRITIK/4 1/2 PÖNIs). Eine pikante Geschichte, die in diesem Sommer erfolgreich im Kino lief: Der Wissenschaftlerin Alma (MAREN EGGERT) bekommt Tom (DAN STEVENS) „zur Probe“. Tom ist ein humanoider Roboter. Der mit einer interessanten Frage aufhorchen lässt: „Kannst du nicht sein, wie du nicht sein sollst?“. 

Der Originaltitel war (leider) auch der Kinofilm-Titel „HELL OR HIGH WATER“ (s. Kino-KRITIK/4 1/2 PÖNIs). Von David Mackenzie. Heißt wortwörtlich übersetzt: „Möge die Hölle oder Hochwasser kommen“, könnte aber auch passender „Komme, was da wolle“ lauten. Lief im Januar 2017, von seinem eigenen Verleih ziemlich ramschig behandelt, in einigen Kinos. Ist dabei ein Klasse-Neo-Western, der mit BEN FOSTER, CHRIS PINE und einem überragenden JEFF BRIDGES besetzt ist. ARTE zeigt den Film auch am MITTWOCH, 22.12., ab 20.15 Uhr und danach in der Mediathek.

4.)   MUSIK: Immer wieder gerne in dieser Jahreszeit auf dem TV-Bildschirm = „Tatsächlich … Liebe“ von Richard Curtis (s. Kino-KRITIK/4 PÖNIs). Aus diesem schönen Schmalz stammt ein Weihnachtssong, der von BILLY MACK aufrecht gesungen wird. Von wem? Na ja, Billy Mack ist einer der Mitspieler in diesem emotionalen Klassiker von 2003, ist beliebt, geschätzt, ist ein großartiger bekannter Mime und heißt zivil BILL NIGHY. Als Billy Mack singt er mit voller weihnachtlicher Hingabe meinen LIEBLINGSSONG DER WOCHE: „CHRISTMAS IS ALL AROUND“: 

 

Noch ’ne Textzufuhr, bitte sehr: „Ein kreativer Mensch ist primitiver und kultivierter, destruktiver und konstruktiver, sehr viel verrückter und sehr viel vernünftiger als der Durchschnittsmensch“. Stammt von Viktor Frankl (österreichischer Neurologe/1905-1997). Damit entlasse ich Euch, will sagen – verlasse ich Euch 2021. Gehe in die Weihnachtspause. Hoffe, wir begegnen uns 2022 bei voller GESUNDHEIT.

Macht’s gut und HERZliche Fest-Grüße:     Hans-Ulrich PÖNI Pönack

kontakt@poenack.de

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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