TATSÄCHLICH… LIEBE

Es ist ein beständiges, es ist ein ewiges Thema: die Liebe. Zwischen Mann und Frau. Und umgekehrt. Loriot behauptet zwar weiterhin spitzbübisch, ‚Männer und Frauen passen einfach nicht zusammen‘, weiß aber auch: OHNE Zweisamkeit geht es auch nicht. Auf diesem Planeten. ALSO gibt es zu diesem zwischenmenschlichen Dauerthema jetzt wieder einmal einen neuen Kinofilm. Titel:

„TATSÄCHLICH… LIEBE“ von Richard Curtis (B + R; USA/GB 2003; K: Michael Coulter; M: Craig Armstrong; 135 Minuten; deutscher Kino-Start: 20.11.2003).

Der gebürtige Neuseeländer ist 57 Jahre alt und zählt heute zu den besten Kino-Komödien-Autoren überhaupt. Denn schließlich hat er mit seinen Drehbüchern zu „4 Hochzeiten und ein Todesfall“ und „Notting Hill“ zum weltweiten Erfolg der Filme beigetragen. Und DAVOR übrigens hat er einst mit Rowan Atkinson den viel umjubelten Serien-Chaoten “Mr. Bean“ ins Leben geschrieben. “Tatsächlich… Liebe“ ist sein Regie-Debüt. Wobei der Titel hier auch ‘Programm‘ ist: die Liebe-eben. Zunächst musikalisch betrachtet, ausgehend vom Dudel-Hit “Love Is All Around“. Ein in die Jahre gekommener Rock-Sänger röhrt den Song im Aufnahmestudio in die Mikros. Allerdings etwas umgedeutet: “CHRISTMAS Is All Around“. Es ist nämlich Weihnachtszeit, und da haben sich bekanntlich alle lieb.

London: die Stadt der großen Gefühle: 10 Lebens- und Beziehungsgeschichten laufen parallel zum 24. Dezember hin zusammen. Billy, den abgetakelten Rocker, haben wir ja bereits kennen- und hören gelernt. Und weil er gerade gut in Fahrt ist, setzt er gerne immer noch ‘einen drauf‘.

Der neue britische Premierminister ist ein dynamisch-jugendlicher Typ. Eine maßgeschneiderte Rolle für Sonnyboy HUGH GRANT – natürlich. Allerdings gleich am ersten Downing-Street-Arbeitstag passiert ihm ein emotionales Malheur: Er verliebt sich sogleich in die schöne Büroangestellte Natalie. Und dann haben wir auch das Ehepaar Karen und Harry. In deren Partnerschaft hat sich ein bisschen zu sehr die Routine eingeschlichen. Und: der Sarkasmus. Und… und… und: Typen, Emotionen, Schicksale. Charmant und atmosphärisch dosiert.

Und fein dargeboten: Das Aufgebot an britischen Stars in diesem süffisanten Reigen der Dur-und Moll-Gefühle ist beeindruckend: EMMA THOMPSON, ALAN RICKMAN, COLIN FIRTH, LIAM NEESON, ROWAN ATKINSON und natürlich HUGH GRANT leisten solide Ensemble-Arbeit. Während bedauerlicherweise „unsere“ HEIKE MAKATSCH in ihrem ersten Auslandsfilm als verführerische Sekretärin etwas deplatziert wirkt. Und darstellerisch abfällt. Ansonsten aber: schönes, leichtes, komisches Herz-Schmerz-Kino. Mit diesen typisch britischen Zweideutigkeiten: immer zwischen Monty Python und Märchen-Romantik augenzwinkernd lächelnd. Autor und Regisseur Richard Curtis war und ist sich seiner guten Kino-Sache hier ziemlich sicher: und zielt vor allem auf das… Vergnügen!

In der Tat: “TATSÄCHLICH… LIEBE“ ist ein Prima-HAPPY-HOUR-Film (= 4 PÖNIs).

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