Place Beyond the Pines Kritik

THE PLACE BEYOND THE PINES“ von Derek Cianfrance (Co-B + R; USA 2011; Co-B: Ben Coccio, Darius Marder; K: Sean Bobbitt; M: Gabe Hilfer, Eric V. Hachikian; 140 Minuten; Start D: 13.06.2013); zum Titel – “Der Platz jenseits der Pinien”: Der Film spielt und wurde gedreht (an 47 Tagen im Sommer 2011) in dem kleinen Städtchen SCHENECTADY im Bundesstaat New York. „Im Irokesischen bedeutet Schenectady ´Ort jenseits der Pinien´. Meine Frau Shannon ist dort aufgewachsen…..Mein Co-Autor Ben Coccio kommt auch von dort, er beschreibt es als Kleinstadtversion von Detroit. Er hat den Filmtitel vorgeschlagen. Ich fand ihn toll, weil dieser Titel neben der wörtlichen auch noch metaphorische Bedeutungen transportiert“ (Derek Cianfrance im Presseheft).

ER erinnert an JAMES DEAN (8.2.1931 – 30.9.1955). Und hier besonders an dessen Mitwirkung in dem 1955er-Klassiker „Jenseits von Eden“ von Elia Kazan (nach dem Roman von John Steinbeck). Ein sensibler Rebell. Mit sanfter Brutalität. Nicht „zu beruhigen“, wenn es um die Ungerechtigkeiten dieser Welt geht. Ryan Thomas Gosling wurde am 12. November 1980 im kanadischen London/Ontario geboren. Seinen schauspielerischen Durchbruch hatte er 2006 mit bzw. in dem Independentfilm „Half Nelson“, wo er einen drogensüchtigen Junior-High-School-Lehrer spielte und für den „Oscar“ nominiert wurde. Eine weitere Nominierung erhielt er 2011 für die Hauptrolle in dem Beziehungsdrama „Blue Valentine“ von Derek Cianfrance. Im selben Jahr feierte er in „Drive“ von Nicolas Winding Refns als Fluchtfahrer Triumphe. Der 32jährige RYAN GOSLING ist wahrlich derzeit ´in. Angesagt. „Crazy, Stupid, Love“ sowie „The Ides of March – Tage des Verrats“ zählen zu seinen weiteren filmischen Mitwirkungshighlights. Kein Wunder, dass der Drehbuch-Autor und Regisseur Derek Cianfrance, 37, ihn nach seinem Meisterstück „Blue Valentine“ (von 2010) erneut besetzte. Allerdings „nur“ für etwa eine Dreiviertelstunde. Denn sein neues Werk besteht aus 3 x einer Dreiviertelstunde. Quasi aus 3 Akten. Wie auf der Bühne. Die zwar zusammenhängen, aber jeweils andere = weitere, fortführende Schicksalsgeschichten erzählen. Und mit neuen Figuren bestückt sind. Als Melodram, Thriller und Schuld-Sühne-„Erledigung“.

Ein stoischer Typ. Wortkarg. Marke Einzelgänger. Der blondierte Luke. Der als Motorrad-Stuntman auf dem Jahrmarkt seine Penunsen verdient. Als er wieder mal nach Schenectady kommt, erfährt er, dass er Vater ist. Romina (EVA MENDES), sein One-Night-Stand vom Vorjahr, hat Jason auf die Welt gebracht. Da er nichts hat und bis auf geniales Motorradfahren nichts kann, bemüht er sich, mittels Banküberfälle für „seine neue Familie“ zu sorgen. Was Avery Cross (BRADLEY COOPER) auf den Plan ruft. Der Polizist „erwischt“ Luke. Im wahrsten Sinne des Wortes. Übernimmt fortan das Geschehen. Führt es weiter. Sieht sich internen Schweinereien ausgesetzt. An denen vor allem Kollege Deluca (RAY LIOTTA) nicht ganz unschuldig ist. Ganz im Gegenteil. „Held“ Avery, der den „rasenden Bankman“ zur Strecke gebracht hat, muss ziemlich viel tricksen, um halbwegs sauber über die korrupten Runden zu kommen. 15 Jahre später, als Avery Cross drauf und dran ist, der nächste Justizminister des Landes zu werden, treffen die Söhne von Luke und Avery aufeinander. Zunächst unwissend. Das Finale winkt. In diesem emotionalen Familienepos. Um „die Last“ und die Lasterhaftigkeiten zweier Sippen. Mit unterschiedlicher Anteilnahme. Von verschiedenem Reizpotenzial. Ryan Gosling als Luke beherrscht anfangs die melodramatische Szenerie. Ohne Wenn und Aber. Stark an Präsenz, Ausstrahlung. Mit einem sagenhaft verunstalteten tätowierten Ereigniskörper. Als der dramaturgische Staffelstab an „Avery“ Bradley Cooper übergeben wird, wendet sich das Spannungsblatt. Cooper vermag nur begrenzt diese Faszination und packende Körpersprache eines Ryan Gosling weiterzuführen. Zu stark trumpfte DER vorher auf. So dass man ihm irritiert nachtrauert. Um dann in die Next Generation einzutauchen. Und hier ist es vor allem ein junger Akteur namens EMORY COHEN, der als überprivilegierter Avery-Sohn DJ einen pfundigen faustischen Aggressor mimt. Und für packende Neugier-Nähe sorgt.

„The Place Beyond The Pines“ von Derek Cianfrance („Mein Ziel ist es, Klassiker zu schaffen“/“epd“-Film, Ausgabe Juni 2013) ist ein Ja-Jein-Ja-Stoff. Überzeugend, aber nicht durchweg. Vor allem im Mittelteil etwas fahrig wirkend. Dennoch aber insgesamt bewegend als atmosphärische Familiengeschichte mit dichtem Hintergrund und verblüffender Entwicklung. Zusammengehalten von einem Personen-Karussell mit teilweise prickelndem Figuren-Charme. Als überdurchschnittliches Unterhaltungsvergnügen.

„The Place Beyond The Pines“ ist zudem ein hervorragend fotografiertes und musikalisch mit stimmungsvollen Rhytmen, darunter auch von Ennio Morricone, ausgestattetes Familien-Epos. Als ein beeindruckender Ensemble-Kunstschmaus (= 3 ½ PÖNIs