PATTI ROCKS

Eine ungewöhnliche unabhängige Produktion kommt aus Amerika und heißt „PATTI ROCKS“ von David Burton Morris (Co-B+R; USA 1988; 86 Minuten; Start D: 07.07.1988).

In der wird das Erzählkino aus den Siebzigern wieder neu belebt, so wie es einst in Europa Jean Eustache etwa mit “Die Mama und die Hure“ gestaltete. Es ist ein Film um und über Beziehungen. Zwei Männer, angeblich Freunde, machen sich auf den Weg zur Geliebten des Einen. Unterwegs unterhalten sie sich ständig, und wir erfahren etwas über die sexistischen Vorstellungen von heutigen Kerlen. Etwas über die Einsamkeit und Hilflosigkeit des “starken Geschlechts“, etwas über das Getue und Gerede von typischen Machos. Am Ziel angekommen, entwickelt sich eine moderne, rüde Variation von “Jules und Jim“. Danach geht es wieder zurück zu den alten Positionen.

“Patti Rocks‘ ist eine ordinäre, freche, aber ehrliche Betrachtung der Umgangsformen von Menschen heute. Ein B-Movie, ungehobelt, kraftvoll, mutig. Außenseiterkino, das noch lange nach Filmende nachwirkt (= 4 PÖNIs).