PAPILLON (2018)

PAPILLON“ von Michael Noer (Serbien/Montenegro/Malta/USA 2016/2017; B: Aaron Guzikowski; nach dem gleichn. Buch von Henri Charrière/1969; K: Hagen Bodanski; M: David Buckley; 133 Minuten); am 20. Dezember 1973 startete in den BRD-Kinos der amerikanische Film „Papillon“; Regie: Franklin J. Schaffner; in den Hauptrollen: Steve McQueen und Dustin Hoffman. „Papillon“, mit einem für damalige Zeiten „erheblichen“ Budget von 12 Millionen Dollar produziert (davon alleine 2 Millionen Dollar Honorar für Steve McQueen), wurde zu einem weltweiten Erfolg und gilt heute als einer der besten Abenteuerfilme der Siebziger Jahre.

Das Remake hält nicht nur den Vergleich mit dem Klassiker nicht stand, sondern ist auch fehl-geraten. Geradezu missglückt. Paris, die 1930er Jahre. Henri „Papillon“ Charrière (CHARLIE HUNNAM), erst Ganove und Lebemann, dann Gefangener. Lebenslänglich verurteilt wegen Mordes, den er nicht begangen hat; man hat ihn reingelegt. Als Vergeltung dafür, dass er gestohlene Juwelen für sich behalten hat. Die Folge und schlimmen Folgen: Papillon wird in die französische Strafkolonie St. Laurent in Guyana verschifft. Auf dem Weg dorthin lernt er den schmächtigen, kurzsichtigen Banker und Börsenschwindler Louis Dega (RAMI MALEK) kennen, der eine Menge „Klunker“ an, besser „in“ seinem Körper versteckt hat. Was „Kameraden“ wissen und „neugierig“ werden lässt. Also bittet er Papillon um Schutz, dafür würde er auch dessen Ausbruchspläne finanzieren. Doch schon der erste Abhau-Versuch von ihm scheitert, und Papillon lernt die grausame Brutalität des Haftvollzugs kennen. Doch der Typ will nicht aufgeben. Trotz Folter, Einzelhaft und sadistischer Brechungsversuche seitens des Gefängnisdirektors, der mit ihm quasi eine Art Privatfehde austrägt, ist er über die Jahre ständig bemüht, auszubrechen, wegzukommen. In die so heiß ersehnte Freiheit.

Das Remake ist läppisch. Nie besteht/entwickelt sich Neugier, beiden Hauptfiguren näherkommen zu wollen. Sie überhaupt einfühlsam kennenlernen zu wollen. Der nur simpel-protzig auftretende Charlie „Papillon“ Hunnam („Pacific Rim“) und Brillenträger Rami Malek (2 x „Nachts im Museum“/der Pharao) bedienen ihre Figuren routiniert, aber ohne Charisma; vermögen diese weder mit Charakter noch mit Kraft auszufüllen. Und wenn es mit den beiden Hauptverantwortlichen nicht „klappt“, kann der ganze Film nicht funktionieren. Eine Egal-Atmosphäre entsteht. Und langweilt. Zudem – die Geschichte wird weder stringent noch reizvoll-spannend aneinandergefügt. So dass der Eindruck von inhaltlichen Tupfern entsteht, die zusammengesetzt wurden, ohne dass sie stimmig sind  bzw. stimmungsvoll wirken. Anstatt auf hintergründige Kopf-Kraft wird auf klischeereiche Muskelspiele gesetzt. (Der fette Dicke ist der Böse, den es zu verdreschen gilt; wie geschmacklos-bekannt). „Papillon 2018“ kommt ohne große Überraschungen daher, geschweige denn mit spannenden Inspirationen. Der dänische Regisseur Michael Noer erweist sich als ungelenker, ohne Tiefe und Wucht erzählender Spielleiter, der das Geschehen nur lau bebildert.

„Papillon 2018“: Dieses Remake hätte es nicht bedurft; der Heimkino-Griff zum guten Original ist die bessere = unterhaltsamere Seh-Entscheidung    (= 2 PÖNIs).