Open Water 2 Kritik

OPEN WATER 2“ von Hans Horn (D 2005; 95 Minuten; Start D: 10.08.2006); ist eine DEUTSCHE Produktion aus dem Vorjahr.

Der Regisseur ist ein Tölzer Bube/Kurzfilmer/Werbeprofi des Jahrgangs `68 und ehemaligen Münchner Filmhochschul-Absolvent. Und ist zunächst eigentlich „Etikettenschwindel“, denn gedreht wurde der 94minütige Low-Budget-Kammerspiel-Thriller unter dem englischen Titel „ADRIFT“ (= „Treiben“), und unter diesem Titel läuft er auch beim diesjährigen „Fantasy Film Fest“. Dann aber besann man sich auf den themenähnlichen Ami-Film von vor zwei Jahren (= „Open Water“ von Chris Kentis/ 3 1/2 PÖNIs) und änderte den Titel.

Damals war es ein Tauch-Pärchen, das versehentlich allein im Meer „zurückgelassen“ wurde, hier wird ein Wochenend-Bootstrip von 6 Freunden an der (in Malta realisierten) mexikanischen Küste zum Alptraum: Man springt ins Meer, ohne vorher die Badeleiter ins Wasser zu lassen. Also gibt es kein Zurück, denn an der hohen, glatten Bordwand kommt niemand „hoch“. Obwohl sich keine Haie blicken lassen, ist die Angst davor natürlich groß; Panik breitet sich aus.

Per (16mm-)Handkamera und in Cinemascope gedreht, geht es erneut um die pure Verlorenheit des Menschen im Ozean, wenn die sonst geläufigen technischen Hilfsmittel auf einmal nicht mehr zu benutzen/“vorhanden“ sind. Waren beim „Original“ wenige verbale wie dramaturgische Mittel (und schon gar keine Musik) nötig, um nervende Spannung zu erzeugen/vermitteln, bleiben hier Motive/Personen eher spannungslos. Konflikte wie Charaktere sind skizzenhaft-beliebig (klischeehaft) entwickelt, DIE Typen kommen einem nie nah, im Grunde ist/bleibt es wurscht, was sie von sich geben, was mit ihnen passiert oder nicht. Die (hierzulande weitgehend unbekannten) amerikanischen (TV-Serien-)Darsteller passen sich dem läppischen Niveau an.

Für einen spannenden Kurzfilm hätte dieser (mit bayerischem Fördergeld hergestellte) Stoff vielleicht „was hergegeben“, aber SO gehen Story wie Typen nur achselzuckend Na-Und- „baden“. Eine filmische „Übung“, die für die große Kino-Leinwand viel zu klein ist/wirkt (= 2 PÖNIs).