Neil Young: Heart of Gold Kritik

NEIL YOUNG: HEART OF GOLD“ von Jonathan Demme (USA 2006; 103 Minuten; Start D: 17.08.2006), ist ein KONZERTfilm von dem „Oscar“-Preisträger („Das Schweigen der Lämmer“), der ja neben dramatischen Stoffen auch immer wieder Musikfilme schuf („Stop Making Sense“, 1984, mit den „Talking Heads“). 10 Tage lang hat Demme hier Neil Young im August 2005 mit Kameras begleitet. Erst bei den Proben, dann bei zwei Konzerten im legendären „Ryman Auditorium“ von Nashville (wo auch schon Legenden wie Johnny Cash oder Hank Williams ihre großen Auftritte hatten).

Rund 100 Minuten zeigt Demme einen seiner Lieblingsmusiker ganz nah. Nur am Anfang kommen Youngs Freunde zu Wort wie die Sängerin Emmylou Harris, der Keyboarder Spooner Oldham und der Gitarrist Grant Boatwright. Dann konzentriert sich der Filmemacher ruhig auf die Musiker und ihre Musik. Diesmal also kein voyeuristischer Blick/Hinter-die-Kulissen-Film, sondern ein reiner Konzertfilm. Innig besingt der 60jährige Young alte, bodenständige Ideale: Heimat, Liebe, Familie, die Sehnsucht nach dem trauten Glück.

An seiner Bühnen-Seite mit-dabei: Sängerin, Gitarristin, Ehefrau Pegi Young. Ein Teil der emotionalen Dichte-hier rührt wohl auch daher, dass sich das Gründungsmitglied der legendären Gruppe „Crosby, Stills, Nash & Young“ kurz vor den Auftritten/Dreharbeiten einer Operation am Gehirn unterziehen musste. In der Zeit zwischen Diagnose und OP hatte Young das Album „Prairie Wind“ produziert, in dessen Texte/Musik seine damalige physische wie psychische Verfassung spürbar einflossen. Ein ebenso beeindruckend-gefühlvoller wie musikalisch-stimmungsvoller Liebhaber-Film (= 4 PÖNIs).