One week

Ein neuer kanadischer Film ist zu annoncieren, der soeben auf DVD
seine deutsche Premiere hatte, vorher also hierzulande weder im Kino noch im Fernsehen zu sehen war. Es ist ein äußerlich unspektakulärer, vergleichsweise „kleiner“ Spielfilm, der im September 2008 beim Toronto-Festival erstmals öffentlich gezeigt wurde, im Vorjahr hier auf dem „Filmfest Hamburg“ lief und jetzt eine „edle DVD-Entdeckung“ bedeutet.

Titel: „
ONE WEEK
“ von Michael McGowan (B+R; Kanada 2008; 94 Minuten; DVD-Veröffentlichung: 06.05.2010).

Michael McGowan hat viel beim kanadischen Fernsehen gearbeitet und ist neulich, am 14. April, 44 Jahre alt geworden. Seine ersten beiden Kinofilme waren „My Dog Vincent“ von 1998 sowie der auch bei uns gezeigte „Saint Ralph“ aus dem Jahr 2004. „WAS WÜRDEST DU TUN, WENN DU NUR NOCH KURZE ZEIT ZU LEBEN HÄTTEST?“ Eventuell.

Den 30jährigen Ben, einem Lehrer aus Toronto, trifft die ärztliche Diagnose wie einen Keulenschlag: Eine extreme Art von Krebs, enorm aggressiv, es bedarf einer „extremen“ Behandlung. Die Überlebenschance, vielleicht 10%. „Es ist ein Wimpernschlag von den Windeln bis zum Pflegefall“, sagt ihm der Mann ruhig, der ihm ein Motorrad anbietet. Was tun? „Schema F“, also in die sofortige schmerzhafte Therapie gehen oder vorher noch „etwas Anderes“ machen? „GO WEST YOUNG MAN“ steht auf dem Rand des Kaffebechers. Samantha, die Verlobte, die Versicherungsfachfrau, ist dagegen, will Ben sofort medizinisch versorgt wissen. Aber Ben hat sich entschieden und düst los. Richtung Westen. Dem Pazifik entgegen. Völlig entspannt. Unaufgeregt. Sich nach einer „guten Entscheidung“ richtig wohlfühlend. Ben und sein ganz persönliches Abenteuer. Lebens-Abenteuer. Sinn-Abenteuer. Wie gesagt – völlig unaufgeregt. Klar bei Sinnen und Verstand. Bisher stand stets die Vernunft über die Phantasie, jetzt ist es erstmals umgekehrt in Bens Leben. Sein Weg auf dem Trans-Canada-Highway führt ihn über Arborg, Manitoba und dem Banff National Park in Alberta bis nach Tofino, British Columbia. Dabei trifft er auf die unterschiedlichsten Typen, ganz klar, und entdeckt eine einzigartige kanadische Landschaftsschönheit und Natur-Weite. Ben und die Begegnung mit Sich.

Ein wunderbarer kleiner feiner Film. Kein Aussteiger-Movie a´la 60er Jahre („Easy Rider“), sondern eine bewußte emotionale Seelen-Reise eines Menschen, der an einer bestimmten Station in seinem noch jungen Leben angekommen ist und dieses Revue passieren läßt. Um für sich Bilanz zu ziehen, um „zu finden“. Ein spirituelles Road-Movie, ohne Belehrung, ohne „Botschaftsfahne“, ohne Druck und Heldentum. Sondern voller schöner Magie, Traurigkeit, berührender Motive und Stationen. Mit stimmungsentsprechendem hervorragendem Soundtrack von Interpreten aus der kanadischen Indie-Szene (Musik: Andrew Lockington). „Westen ist eine Richtung, kein Ziel“, sagt schließlich irgendjemand zu Ben. Der sich irgendwann entscheiden muß. Doch da hat er längst seine GRUMPS gefunden.

Der 30jährige kanadische Schauspieler JOSHUA JACKSON, der häufig in Teenie-Filmen mitwirkte („Mighty Ducks 1-3“; „Scream 2″; Eiskalte Engel“), ist bekannt geworden durch die Rolle des Wissenschaftlers Peter Bishop in der amerikanischen TV-Serie „Fringe – Grenzfälle des FBI“ (seit 2008) und durch den Part des Pacey Witter in der US-TV-Serie „Dawson´s Creek“ (1997-2003). Er spielt BEN präsent, charismatisch, beeindruckend. Mit sensiblen Bewegungen, ohne zu übertreiben oder mitleidheischend oder „besonders“; ganz plausibel, mit allen verständlichen, begreifbaren, nachvollziehbaren Empfindungen. Ein spannender Typ. Dabei ganz und gar unheldisch. Angenehm normal. Inmitten einer Hymne und Liebeserklärung an Kanada. An seine tolle Schönheit. „Der beste Film des Jahres“ urteilte „Montreal Gazette“. Warum widersprechen?
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Anbieter: „Ascot Elite Home Entertainment“.