OLD GRINGO

Nach längerer Pause kehrt die heute 51jährige Jane Fonda wieder auf die Leinwand zurück. Als Produzentin und Hauptdarstellerin
des Films „OLD GRINGO“ von Luis Puenzo (USA 1989; 119 Minuten; Start D: 05.10.1989); Oscar“-Preisträger für den Argentinien-Film “Die offizielle Geschichte“ von 1984.

“Old Gringo“ spielt 1913 in Mexiko. Inmitten der Revolution treffen drei Menschen aus völlig verschiedenen Welten und Motiven aufeinander. Der 71jährige Journalist und Schriftsteller Ambrose Bierce, Gregory Peck, ist enttäuscht von sich und der Welt, sein Kampf um die Wahrheit scheint gescheitert. Jetzt bereut er es, stets das Wort dem Leben vorgezogen zu haben. Er geht nach Mexiko, um dort zu sterben. Ihn, den “Old Gringo“, und den jungen, fanatischen General der Revolution Tomas Arroyo, Jimmy Smits, verbindet eine seltsame Feind- Freundschaft. Dritte im Bunde ist Harriet Winslow, Jane Fonda‚ eine altjüngferliche Lehrerin, die aus ihrer kleinbürgerlichen Enge und Umgebung ausgebrochen ist und von den Wirren und der Gewalt der Revolution überrascht und überrollt wird. Aber: Zum ersten Mal hört man ihr zu, und zum ersten Mal fühlt sie sich auch als Frau.

Zwischen den Dreien, dem alten und dem jungen Revolutionär und der Frau, entwickelt sich eine seltsame Beziehungsgeschichte, angesiedelt zwischen Politik und Gefühl. Doch die wird leider nicht stimmig erzählt, kommt nicht überzeugend rüber. Mal ist es der laute, aufwendige Kriegsfilm, der im Blickpunkt steht. Dann wiederum ist er eine kitschige Privatromanze mit vielen Worten und Gesten. Und dann artet das Spektakel aufwendigen Kostümfilm aus, bei dem man nur noch darauf wartet, dass die Beteiligten auch noch zu singen anfangen. Kurzum: “Old Gringo“ ist wie ein verkehrter Operettenfilm. Gregory Peck kann dennoch Haltung und Würde bewahren und steht ‘über den Dingen‘. Jimmy Smits dagegen wirkt mit seinem feurigen Blick und seiner unverständlichen Trotz-Haltung mehr wie ein Animateur eines aufgeregten Feriendorfes als wie der Anführer von mexikanischen Rebellen.

Und Jane Fonda? Sie muss sich schauspielerisch viel zu sehr zurückhalten, darf nur das unschuldige, alte Mädchen spielen, das brav darauf wartet, endlich in die Arme genommen zu werden. Sie scheint hier völlig platziert herumzuirren und war wohl noch nie auf der Leinwand so unglaubwürdig und manchmal auch lächerlich.

„Old Gringo“ ist ein guter Stoff, der aber wenig überzeugend und stellenweise unterhaltend inszeniert wurde. Das Comeback der Jane Fonda ist leider ‚in die Hose‘ gegangen (= 2 PÖNIs).

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