Nouvelle Vague Kritik

Der Franzose Jean-Luc Godard zählte einmal zu den radikalsten und kreativsten Cineasten in Europa. Mit Kollegen wie Truffaut, Rohmer oder Chabrol wurde Ende der fünfziger Jahre und während der Sechziger das hausbackene Opa-Kino angegangen und umgekrempelt. Filme wie “Außer Atem“, “Die Außenseiterbande“ oder “Weekend“ waren Meilensteine der französischen Filmkunst. Sein neuester Film „NOUVELLE VAGUE“ von Jean-Luc Godard (B+R; Fr 1990; 90 Minuten; Start D: 22.11.1990); ist nur noch ein Abklatsch einstiger revolutionärer Kraft und Frische.

Godard ist heute nur noch ein Schwätzer und Langweiler. Stellt irgendwelche Leute irgendwo hin, fährt mit der Kamera um sie herum und lässt sie bedeutungslose, unverständliche Worte, Allgemeinplätze, aufsagen. Wie: “Die Frauen sind verliebt und die Männer einsam“. Oder: “Das Wasser fließt und versickert, aber sein Gedächtnis bleibt, so dass Bewegung sich gestaltet, also sind alle Formen der Schöpfung möglich“. Ein Intellektueller verintellektualisiert sich. Auch wenn ALAIN DELON in “Nouvelle Vague“ sein Gesicht zeigt, was übrigens ständig Trauer ausdrückt, ist längst noch keine Spannung, Sinnlichkeit, Information oder andere Unterhaltung angesagt.

“Nouvelle Vague“ ist quälend, langweilig und überflüssig (= 1 PÖNI).