Nichtprofessionellen Kritik

Ein Ereignis im Kino bedeutet der sowjetische Streifen „DIE NICHTPROFESSIONELLEN“ von Sergej Bodrow (Co-B+R; Sowjetunion 1987; 80 Minuten; Start D: 15.02.1988).

Man glaubt seinen Augen und
Ohren nicht zu trauen: Ein Road—Movie aus der UdSSR. Die Geschichte der Reise einer Amateurband durch das öde Kasachstan. Was sie erleben, wie sie auftreten, was um sie herum beobachtet, aufgelistet und geschildert wird, ist so, als hätte Roger Corman, der amerikanische Experte in Sachen ungehobelter B-Movies, plötzlich Arbeitsmöglichkeiten inmitten der russischen Seele und Wüste bekommen. So rotzig, ungeniert und hart wird hier eine politische Parabel auf das triste Dasein und eine ausgetrocknete Kultur vorgeführt. Ohne Alibi-Abweichungen oder verklausulierte, stupide „rote“ Botschaften. Sondern gerade heraus und hintergründig, den Dingen tatsächlich aufs Maul geschaut.

„Die Nichtprofessionellen“ ist das neueste, heikelste und interessanteste ‚Glasnost‘-Kino aus der Sowjetunion (= 4 PÖNIs).