Mother’s Day Kritik

MOTHER’S DAY – LIEBE IST KEIN KINDERSPIEL“ von Garry Marshall (USA 2015; B: Tom Hines, Anya Kochoff Romano, Matt Walker; K: Charles Minsky; M: John Debbey; 118 Minuten; Start D: 25.08.2016); es ist der Abschiedsfilm des Regisseurs, Schauspielers und Produzenten GARRY MARSHALL, der am 19. Juli 2016 im Alter von 81 Jahren verstarb. Garry Marshall galt als „Hollywoods Spezialist für romantische Komödien“ („Spiegel“). Zu seinen größten Erfolgen zählen „Freundinnen“ (1988/mit Bette Midler); natürlich „PRETTY WOMAN“ (1990/Julia Roberts); „Frankie und Johnny“ (1991/Michelle Pfeiffer) sowie „Die Braut, die sich nicht traut“ (1999/Julia Roberts). 2001 und 2004 ließ er Anne Hathaway und Julie Andrews zusammen in „Plötzlich Prinzessin 1 + 2“ erfolgreich auftreten. Und, eine schöne Anekdote: Sein Lieblings-Schauspieler war HECTOR ELIZONDO, der in jedem seiner insgesamt 17 Filme mitwirkte; in „Pretty Woman“ war er der generöse Hotel-Manager, hier ist er erneut als Julia Roberts-Beschützer zu sehen.

Jedoch: Sein Leinwand-Abschiedswerk ist leider „nicht so doll“. Behutsam formuliert. Eine konventionelle, reichlich sentimentale und vielfach kitschige episodenhafte Happen-Geschichten um den in Amerika offensichtlich geradezu hysterisch begangenen Mutter-Tag sowie um zwischenmenschliche Gefühlsausbrüche verschiedener Generationen. Mal hormoneller Tiefdruck , mal emotionale Hochs. Dabei geht es um simple Motive wie Scheidung verarbeiten, wenn junge Liebe entsteht, wenn Liebe „da“ ist, aber (noch) nicht genutzt wird. Im Vorort-Atlanta, wo hübsche Menschen aus schönen Häusern ziemlich viel dummes Zeugs plappern müssen, bevor es „funkt“. Mit Marotten, Rassen-Vorurteilen, einem „politisch korrekten“ lesbischen Paar, reaktionären Eltern, die aber bald bekehrt werden. Genau so langweilig wie ich es schildere, genau so dünn plätschert das bunte Filmchen auch (viel zu lange) vor sich hin.

Dabei konnte Garry Marshall einmal mehr mit Stars wie JENNIFER ANISTON, KATE HUDSON, JASON SUDEIKIS, TIMOTHY OLYPHANT und – klar doch – JULIA ROBERTS hantieren. Die „Oscar“-Lady („Erin Brockovich“) mimt eine angesagte, ständig berechenbar-lächelnde rotblonde Perücken-Moderatorin aus dem Verkaufs-Fernsehen, die dann privat doch aus „ihrer Hornhaut“ heraus muss. Von wegen: Eine Tochter wird entdeckt, die sie dann sogar zur attraktiven Oma werden lässt. Gähn.

Schade, dieser Muttertags-Film im hiesigen August, diese letzte Komödie von Garry Marshall, wird in seinem filmischen Nachlass eine unbedeutende Rolle spielen. Viele seiner älteren Filme haben IHN ausgemacht, waren um Unterhaltungs-Klassen besser (= 1 ½ PÖNIs).