Mondscheinkinder Kritik

MONDSCHEINKINDER“ von Manuela Stacke (D 2006; 87 Minuten; Start D: 14.12.2006); der 36jährigen Heidelbergerin,
die für ihren sensiblen Abschlussfilm an der HFF München in diesem Jahr den „Publikumspreis“ beim Max-Ophüls-Festival in Saarbrücken bekam. Für den 6jährigen Paul finden die täglichen Lebensabenteuer in seiner Phantasie statt, wo er als Raumfahrer im All die tollsten Geschichten erlebt, während er „auf der Erde“ gesundheitlich stark bedroht ist: Paul leidet an der unheilbaren „Mondkrankheit“, einer extremen Sonnenallergie.

Folglich muss er seine Tage in der dunklen häuslichen Wohnung verbringen, fürsorglich betreut/begleitet von seiner 12jährigen Schwester Lisa. Die sich für ihn aufopfert, weil die alleinerziehende Mutter kaum Zeit und wenig Kräfte aufbringt. Die Probleme häufen sich, als Lisa sich erstmals verliebt und mit der Frage konfrontiert wird: „Darf ich glücklich sein, wenn mein Bruder krank ist?“

Ein schönes wie melancholisches, leises, unaufgeregt-behutsames Drama/eine Märchen-Poesie um Verantwortung, Liebe und die Allmacht der Phantasie. Vor allem deshalb so liebevoll ´rüberkommend, weil die kleinen Darsteller wie LUCAS CALMUS als Paul und LEONIE KRAHL als Lisa-Schwester so angenehm-ruhig wie glaubwürdig-überzeugend auftrumpfen. Und die nur stichwortgebenden Erwachsenen (wie Renate Krößner als überforderte Mama) richtig -prima ALT aussehen lassen…; ein ganz feiner, atmosphärisch-berührender Debütfilm (= 4 PÖNIs).