GEHEIMAUFTRAG FÜR JOHN DRAKE

Heute stelle ich etwas GANZ BESONDERES vor; eine filmische TV-Oldie-Serien-
„Leckerbissen-Entdeckung“ sozusagen. Aus einer (ARD-)Zeit, als SCHWARZ-WEISS die schönste
Dauerfarbe war und man innerhalb der Familie gerne auf die wöchentlichen kurzen
Spannungsfilme des Fernseh-Vorabends wartete. Wo dann Folgen von Serien wie „Abenteuer
unter Wasser“ aus den USA liefen. aber eben auch Folgen DER Serie, die heute zu Recht mit
dem Prädikat „Kult“ behaftet ist. Dabei handelt es sich um die BRITISCHE Serie
„DANGER MAN“, die hierzulande

GEHEIMAUFTRAG FÜR JOHN DRAKE“ (GB 1960-67; ca. 25 bzw. 49 Minuten; DVD-Veröffentlichung: 16.11. 2006)
hieß. Am 11. September 1960 ging diese Serie in GB, beim kommerziellen Sender ITV, an den
Start, bei uns lief sie regelmäßig ab 1962 in den ARD-Regionalprogrammen („ARD vor 8“). In
den USA hieß sie übrigens „Secret Agent“, in Frankreich „Destination Danger“ und In Schweden
einfach nur „John Drake“. Ausgedacht hatte sich Figur und Geschichten der australische
Produzent, Drehbuch-Autor und Regisseur RALPH SMART (1908 – 2001). Der schuf davor schon
TV-Reihen wie ‚The Adventures of Robin Hood“ (1955) und „The Invisible Man – Der
Unsichtbare“ (1958/59). Der Handlungsrahmen trug dem Ende der 50er Jahre beginnenden
Boom für SPIONAGEFILME Rechnung. Die Geheimagenten lösten damals die harten
Privatdetektive in der Gunst der Krimi-Fans ab. Mit dem aufkommenden Welterfolg der lan-
Fleming-Figur „007 – James Bond“ war auch JOHN DRAKE geboren.

Drake ist freiberuflicher Agent. Der mal für die NATO, dann aber auch für den englischen Geheimdienst
arbeitet. Und: Als Einzelgänger verfolgt er bisweilen auch schon mal „eigene Interessen“. Für
die Haupt-/Titelrolle wurde der am 19. März 1928 in Astoria, Queens/New York geborene
Farmerssohn PATRICK McGOOHAN besetzt, der in England aufwuchs und sich dort zu einem
gefragten/populären Bühnen-Schauspieler hochgearbeitet hatte. Allerdings: Im Gegensatz zu
007 benutzt JOHN DRAKE nur im äußersten Notfall eine Waffe. Sein Verhältnis zu Frauen bleibt
zudem eher „distanziert“. Hier mussten die Macher Rücksicht auf den Hauptdarsteller nehmen,
der als praktizierender Katholik brutale Gewalt und Inhalte mit sexuellen Ansätzen für
inakzeptabel hielt. Aus diesen Gründen hatte er auch das Angebot, die 007-JAMES-BOND-Figur
für das Kino zu übernehmen, abgelehnt (danach wurde sie erst Sean Connery angeboten).
Dennoch wurde JOHN DRAKE eine äußerst beliebte Serien-Figur. Der sich
weltweit zunehmender Popularität erfreute und als „rasanter Abenteurer“ respektive 84 Folgen
lang bis 1967 agierte.

Dabei waren die einzelnen Geschichten relativ nahe an den politischen
Gegebenheiten der Entstehungszeit angesiedelt: Drake infiltriert ein IRA-Kommando, sichert ÖI-
Interessen am Golf, beschützt Überläufer, geht gegen indische Giftgasfabriken vor oder
destabilisiert Diktatoren, die dem Westen unfreundlich gesonnen sind. Drake ackert auf
höchster politischer Ebene, versucht die Welt vor subversiven Elementen zu befreien, fightet für
den Weltfrieden und setzt sich für mehr Humanität ein. Seine Einsatzgebiete sind wechselnde
Schauplätze rund um den Globus: Er agiert beispielsweise in Rom und Paris, taucht in der
arabischen Wüste ebenso auf wie in einem kleinen Dorf nahe der Grenze zu Kaschmir. Denn
auch deshalb war die Serie einst so beliebt/erfolgreich: Entführte sie doch den Zuschauer In
„Ferne Welten“, brachte in einer Zeit, in der das „Allgemeine Reisen“ noch nicht zum Standard
gehörte, bis dahin unbekannte exotische Landschaften in die heimischen Wohnstuben. JOHN
DRAKE selbst ist ein CHARISMATISCHER Klasse-Typ: Attraktiv, gebildet, lakonisch, der im
Smoking eine ebenso gute Figur macht wie im Sportdress.

Er bevorzugt maßgeschneiderte
Anzüge, hat ein Faible für Hüte, ist Weinkenner und Gourmet. Sein manchmal etwas zynischer
Humor bleibt verhalten, nur selten sieht man ihn lachen, flippige Heiterkeit ist ihm fremd. Ein
ECHTER SOLO-HELD der 60er Film-Jahre also. Die ständige deutsche Stimme für Patrick
McGoohan/John Drake ist übrigens HEINZ DRACHE. Die Titelmusik der 1. Staffel heißt „Danger
Man Theme“, stammt von der „Red Price Combo“, in den USA schaffte es der von der Serie
inspirierte Johnny-Rivers-Song „Secret Agent Man“ in die Hitparaden.

4 DVDs umfassen die „John Drake“-Folgen 1-20. Die Laufzeit beträgt rund 815
Minuten. Mit der Biographie von Patrick McGoohan, einem Episodenführer und einer
Fotogalerie als Bonusmaterial, (Am 7.12. folgte übrigens die „Danger Man 2“-DVD-Box mit den
Folgen 21-39). Für Genre-Liebhaber mit Sicherheit eine tolle Wiederentdeckung,
ein nostalgischer DVD-Genuss für die kalten Winter-Abende (= 5 PÖNIs).

Anbieter: „Epix Media AG“ in Berlin.

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