Mona Lisas Lächeln Kritik

MONA LISAS LÄCHELN“ von Mike Newell (USA 2003; 117 Minuten; Start D: 20.01.2004)

SIE ist derzeit d e r weibliche SUPERSTAR in Hollywood. Und: SIE ist zugleich das teuerste Juwel der Traummetropole. Ihre Gage für einen Film schwankt mittlerweile zwischen 20 und 25 Millionen Dollar. Sie war 23, als sie 1989 mit der Rolle einer sympathischen Edelhure in der modernen Aschenputtel-Komödie „Pretty Woman“ über Nacht zum Idol wurde: JULIA ROBERTS.
Vor 3 Jahren bekam Julia Roberts für die Titelrolle in „Erin Brockovich“ ihren ersten „Oscar“. Jetzt kommt ein neuer Film mit ihr in die Kinos mit dem schön-doppeldeutigen Titel:
„Mona Lisas Lächeln“.

Wir schreiben das Jahr 1953. In den USA herrschen Präsident Eisenhower und Senator McCarthy. Der Eine politisch, der Andere geistig-moralisch. Katherine Wilson ist jung und Freidenkerin. Eine ambitionierte Lehrerin. Die, aus Kalifornien kommend, setzt einen Job als Dozentin für Kunstgeschichte an einer Elite-Universität in Massachusetts angenommen hat. Dort, wo Mädchen aus der weißen Oberschicht die beste Ausbildung erhalten sollen. Allerdings nicht, um danach mit dem Diplom eine eigene Berufskarriere zu starten, sondern um auf ihr Leben und Dasein als „ideale Ehe- und Hausfrau“ vorbereitet zu sein. An der Seite ihrer DANN hart-arbeitenden Ehemänner. Die amerikanische Frau von 1953 ist ausschließlich für Kinder/Kirche/Küche zuständig. Katherine Wilson findet bei ihrer Ankunft hier eine festgefügte und reglementierte Welt vor. Dennoch: Als engagierte Pädagogin sieht die schöne Kalifornierin ihre Aufgabe vor allem darin, ihre Schülerinnen in ihren intellektuellen und individuellen Fähigkeiten zu bestärken. Sie zu ermutigen, ihre Talente zu entfalten. Sozusagen Sich-Selbst „zu entdecken“.

„Der Club der toten Dichterinnen“: In Anlehnung an den Peter-Weir- Erfolgsfilmen von 1988, in dem der Komiker Robin Williams einen unorthodoxen Collegelehrer mit ähnlichen Ambitionen spielte, in Anlehnung daran ist „Mona Lisas Lächeln“ die softe Version dieses Themas. Denn Regisseur MIKE NEWELL, sein bekanntester Film ist „4 Hochzeiten und ein Todesfall“, hält die kritische Schärfe in Grenzen. Stationen und Figuren sind eher GEFÄLLIG und bisweilen kitschig gezeichnet und erklärt. Motto: Hier die stockkonservativen Fieslinge, dort die progressiven Rufer im Saal. Die Positionen zwischen den beiden „verfeindeten Lagern“ sind schnell eingenommen; und die charmant-couragierte Aufklärerin bekommt erst einmal KRÄFTIG den geistigen, moralischen und auch physischen Gegenwind zu spüren.

„Mona Lisas Lächeln“ oder: Ein freundlich-naiver Rebellinnen-Schwank. aus Hollywood. Mit einem 50er Jahre-Sittenbild, das fein fotografiert, bestens ausgestattet und mit einem schönen Soundtrack unterlegt ist. JULIA ROBERTS gibt Julia Roberts-LIGHT: Tapfer-lächelnd kämpft sie lange Zeit aufrecht gegen die vielen Windmühlen und Blockaden, bevor, wer hätte das gedacht?, sich erste emanzipatorische Erfolge andeuten. Keine „Oscar“-reife Vorstellung, gewiss nicht, aber eine solide Interpretation in einem ebensolch Unterhaltungsangebot.

Ein guter Durchschnittsfilm, das ist „Mona Lisas Lächeln“ mit Julia Roberts (= 2 ½ PÖNIs).