MINORITY REPORT

MINORITY REPORT“ von Steven Spielberg (USA 2011; B: Scott Frank, Jon Cohen; nach einer Kurzgeschichte von Philip K. Dick/1956; K: Janusz Kaminski; M: John Williams; 145 Minuten; Start D: 03.10.2002).

Ein faszinierender Gedanke: In die ZUKUNFT sehen zu können. Um dadurch DAS BÖSE in der menschlichen Gemeinschaft rechtzeitig stoppen zu können!?! Eine utopische Idee. An der amerikanische Forscher aber längst arbeiten. Die Forscher des Jahres 2054 allerdings haben ihre diesbezüglichen “Hausaufgaben“ schon gemacht: In der amerikanischen Hauptstadt Washington hat es jedenfalls seit nunmehr 6 Jahren keinen Mord mehr gegeben! Der Grund: Die Zukunft ist bekannt und die künftigen Mörder werden bereits VORHER schon gefasst. Ein perfektes System. Das folgendermaßen funktioniert: Da gibt es das private Sicherheitsunternehmen “Pre-Crime“. Ein Pilotprojekt. Das jetzt von der Regierung überprüft wird. Um es dann gegebenenfalls landesweit und offiziell einzusetzen. Der Kernpunkt des Unternehmens sind 3 Orakel-Wesen: PRECOGS genannt.

Die liegen als komatöse Träumer in einem Unterwassertank und träumen DIE ZUKUNFT. Eine Gen-Manipulation hat es möglich gemacht: Die:
Precogs sind sozusagen “positive Betriebsunfälle“ der Genforschung. Ihre Alpträume beschreiben d i e Verbrechen, die in Washington DEMNÄCHST passieren. Computer laden ihre Gehirnströme runter. Und beamen. sie an einen riesigen Digital-Bildschirm. Vor diesem ist Chief John Anderton aktiv.

Er, der beste Mann des Unternehmens, spinnt die Traumfäden zusammen. Und macht sich dann auf den Weg. Um das bevorstehende Verbrechen zu verhindern und die Verbrecher dingfest zu machen. Doch der Apparat besitzt auch eine Schwachstelle: Nicht immer sind sich die 3 Precogs einig. Agatha, das Sensibelchen unter den Orakeln, verzeichnet unterschiedliche Ansichten in streng geheimen ‘Minority Report‘. Doch davon weiß John Anderton nichts. Der wundert sich nur, dass ER selbst plötzlich in Schwierigkeiten gerät. Denn laut einer neuen Vision der Precogs wird er bald selbst zu einem Mörder. John muss fliehen. Der Jäger wird ZUM Gejagten.

Der heute 54jährige STEVEN SPIELBERG zählt zu den erfolgreichsten Filmemachern überhaupt. Mit Filmen wie “Der weiße Hai“, 3 x “Indiana Jones“, “Jurassic Park“ sowie “Schindlers Liste“ und “Der Soldat James Ryan“ begründete der 2fache “Oscar“-Preisträger Popularität und Ruhm. Für seinen neuen Film “MINORITY REPORT“ adaptierte Steven Spielberg die 1956 veröffentlichte 31seitige Kurzgeschichte “Der Minderheiten-Bericht“ des Science-Fiction-Autoren PHILIP K. DICK. Dessen Roman “Blade Runner“ bekanntlich schon 1982 die Vorlage für den gleichnamigen Kultfilm von Ridley Scott lieferte. Spielberg übernahm den Fiction-Stoff und transportierte ihn in die Neuzeit. Und zwar nicht nur äußerlich, sondern auch politisch. Der natürlich wie fast alle spektakulären Spielberg-Filme ästhetisch und tricktechnisch BRILLANT angesetzt ist. Und auch darstellerisch hochkarätig daherkommt. Mit Hollywood- und “Mission Impossible“-Star TOM CRUISE an der Spitze. Als Actionheld, der aber durchaus auch den gesellschaftlichen Sprengstoff der Geschichte erkannt hat.

“Minority Report“ oder: Ein zutiefst aufregendes, raffiniertes, und stets auch doppelbödiges neues Steven-Spielberg-MEISTERWEEK! Das sowohl als rasanter Thriller wie auch als intellektueller Polit-Krimi mit dem George-Orwell-Geschmack des 21. Jahrhunderts bestens unterhält. Motto:
Der GROSSE BRUDER aus dem Roman “1984“ ist längst unter uns. Motive und Gedanken zu Gewalt, Sicherheit, Identität, Datenschutz, Moral und Freiheit breiten sich auf der Cinemascope-Leinwand ebenso phantasievoll wie beängstigend aus.

“DU HAST DIE WAHL“, haucht Precog Agatha am Schluss in den Raum. Und verweist damit auf die immer NOCH bestehende Entscheidungsfreiheit jedes Menschen: Inwieweit er Bilder und Technik in seinem Privatbereich zulässt (= 4 ½ PÖNIs).