Minions Kritik

Link für Pöni TVMINIONS“ von Pierre Coffin & Kyle Balda (USA 2013-2015; B: B: Brian Lynch; künstlerischer Leiter: Olivier Adam; Leiter Animation: Bruno Dequier, Pierre Leduc; M: Heitor Pereira; 92 Minuten; Start D: 02.07.2015); da stellen wir uns mal janz dumm und fragen: Was ist Minion? Antwort: Ein Minion ist eine Schriftart, eine digitale Satzschrift. Aber Minion hieß auch mal ein Warenhaus in Griechenland. Frank Minion ist ein amerikanischer Jazz-Sänger. Oder Minions, so heißt auch ein Dorf im britischen Cornwall. Aber: Was aber ist / sind „unsere“ Minions???

Das sind kleinwüchsige, rundliche, hyperaktive gelbe Kartoffel-Zwerge mit Eierköpfen. Putzige Latzhosen-Wesen, die – ein- oder zweiäugig – mit riesigen Taucherbrillen-Brillen ausgestattet sind, ein Kauderwelsch aus Italienisch, Französisch und Spanisch sprechen und mit Lieblingsworten wie „Höhö“, „Uhlla“ und „Banana“ „argumentieren“. Ende September 2010 tauchten sie unvermittelt als Underground- beziehungsweise Hintergrund-Aktive im Keller des Bösewichts Mr. Gru auf, in dem Voll-Jux „Ich – Einfach unverbesserlich“ (s. Kino-KRITIK), um dann im Juli 2013 in „Ich – Einfach unverbesserlich 2“ (s. Kino-KRITIK) weiter zu toben. Weil diese Sidekicks beim Kinopublikum so gut ankamen, haben sie nunmehr einen eigenen Spielfilm bekommen, wo sie ganz im Mittelpunkt herumwuseln können und wir – endlich – erzählt bekommen, wie es denn einst mal begann, losging, mit diesen lustigen Gesellen. Übrigens: In ironischem 3 D.

Es war einmal. Die Zeit, als die Zeit anfing, Zeit zu sein. Da gab es sie schon. Da existierten SIE bereits. MINIONS. Ihr Auftrag, vom wem auch immer ausgesprochen, lautete: Sich dem oder den miesesten Schurken der Weltgeschichte anzudienen. Also für den oder die „die Schmutzarbeit“ zu machen. Das Problem: Na ja, Minions sind niedlich, aber nicht besonders helle. Um es vorsichtig zu formulieren. Demzufolge weilen ihre Jahrhunderte- „Chefs“ wie Dinosaurier, Dracula, Pharaonen oder Napoleon nie lange unter den Lebenden. Sondern sind immer bald Opfer. (Hitler war übrigens auch mal in ihren historischen Zerstörungsarien vorgesehen, aber dann hatten die Filmemacher doch keine „Traute“).

Ohne einen dauerhaften schurkischen Meister aber verfielen die Minions immer mehr in tiefe Depressionen. Doch dann hat Schlauminion Kevin eine Idee. Gemeinsam mit dem rebellischen Stuart und dem liebenswerten Bob macht er sich in die weite Welt auf, um selbst einen neuen Bösewicht-Anführer für die Minions-Sippe zu finden. Sie stranden im Jahr 1968, und ihr Weg führt sie über die eiskalte Antarktis und das Hippie-New York der späten Sechziger mitten hinein – in das hippe London. Wo sie auf die Oberganovin Scarlett Overkill (Originalstimme: Sandra Bullock, deutsche: Carolin Kebekus) treffen. Gemeinsam mit ihrem treudoofen Gatten, dem Erfinder Herb, plant die Hexe nichts Weiteres als die Weltherrschaft „zu übernehmen“. Zunächst aber will diese böse Schlanke im roten Faltenrock, der sich auch schon mal in eine gepanzerte Rakete verwandeln lässt, die Krone der Queen klauen. Dafür kommen ihr diese kleinen gelben „Bastarde“ gerade recht. Denn DIE verstehen nur „Bahnhof“, „machen“ – und Bob wird zum König von England ausgerufen. Weil er doch plötzlich im Besitz der Krone ist. Scarlett, die Wütende, sinnt auf Rache, während dazu Epochen-Pop-Hits wie „Happy Together“ von den Turtles, „My Generation“ von The Who, Stones- und Kinks-Titel sowie der von den Minions gecoverte Beatle-Song „Revolution“ als süffisante Stimmungskalauer zu-tönen.

Ist nicht immer komisch, bisweilen in der Genre-Mixtur von Parodie, Jux-Movie, Krimi, Fantasy und Buddy- wie Road Movie-Komödie überfrachtet. Heißt es in meinen Notizen. Dennoch erreichen „die Biester“ immer noch genügend Gute Laune – Frechheiten. Etwa wenn sie in London über die berühmte „Abbey Road“ marschieren, im Geiste der Fab Four und ihrem legendären Plattencover. Oder wenn sich ein Minion in einen gelben Wasserhydranten verguckt. Oder wenn der Begriff „Galgenhumor“ eine völlig neue Variante erfährt …oder…; der Film „Minions“ ist eine ulkige Nummernrevue. Mit lakonischem Slapstick-Charme und viel Karacho-Atmosphäre. Schließlich taucht der „wahre Finster-Man“, The One and Only = Mr. Gru, auf, und der Kreislauf der Geschichte wird geschlossen.

Und „Ich – Einfach unverbesserlich 3“ kann gemeinsam angegangen werden. Für das heitere Sommerkino von 2017 (= 3 PÖNIs).