Mein Krieg Kritik

MEIN KRIEG“ von Harriet Eder und Thomas Kufus (B+R; D 1990; 90 Minuten; Start D: 12.02.1990).

Die Regisseure Harriet Eder und Thomas Kufus suchten mehrere Jahre nach Männern, die den zweiten Weltkrieg überlebt haben. Soldaten, die während des Krieges nebenbei Hobbyfilmer waren. Daraus wollten sie einen Dokumentarfilm drehen. Der Film ist jetzt fertig. Er heißt “Mein Krieg“ und verbindet geschickt das Filmmaterial der ehemaligen Soldaten mit Interviews.

“Mein Krieg“ spannt thematisch einen Bogen vom Beginn bis zum Ende des 2. Weltkrieges. Sechs Männer die während des Krieges auf 8- und 16mm Kameras gedreht haben, erinnern sich. Die Regisseure besuchen die Männer zu Hause. Im Keller oder in einer Kammer haben sie ihr Filmmaterial aufbewahrt. Während sie von ihren Erlebnissen erzählen, laufen im Hintergrund, auf einem Monitor, ihre Filme. Eine private und sehr intensive Atmosphäre entsteht, in der die Filmemacher sich oft von selbst auf die Bilder beziehen und nicht viele Zwischenfragen der Regisseure nötig sind. Immer häufiger tauchen im Verlauf die Worte Disziplin, Moral und Pflichtbewusstsein auf. Alle Männer versuchen sich zu erklären, sich zu rechtfertigen. Jeder Versuch scheitert hoffnungslos.

“Mein Krieg“ ist ein sehr eindringlicher und intensiver Film, der auf ungewöhnliche und unspektakuläre Weise deutsche Geschichte nachvollziehbar macht. Wer von den Schulbüchern mit Zahlen und Fakten abgeschreckt ist, findet hier durch die persönlichen Erzählungen leicht Zugang (= 3 ½ PÖNIs).