Meine Nächte sind schöner als deine Tage Kritik

MEINE NÄCHTE SIND SCHÖNER ALS DEINE TAGE“ von Andrzej Zulawski (B+R; Fr 1989; 86 Minuten; Start D: 25.09.1990). Der hatte kürzlich bereits DDR-Premiere und ist jetzt auch bei uns “klammheimlich“ angelaufen.

Zulawski, der Exzentriker, will wieder provozieren. Aber was in den 70ern und 80ern mit Stoffen wie “Nachtblende“ oder “Die öffentliche Frau“ funktionierte, wirkt heute platt und überholt. Thema ist wie immer: Liebe und Besessenheit zweier Außenseiter. Er ist von Adelsgeschlecht, reich, Computerspezialist und sehr krank. Sie ist Wahrsagerin und Selbstdarstellerin auf der Nachtklubbühne. Er trägt einen Virus im Hirn und geht sprachlich und körperlich langsam kaputt. Sie lässt sich auf ihn in der Hoffnung ein, sich selbst dabei kennenzulernen. Man geht in den seelischen und physischen Clinch. Eine Beziehungskiste extrem. Doch was einst, in “Nachtblende“, klappte, weil mit Romy Schneider und Klaus Kinski auch zwei adäquate Schauspieler-Persönlichkeiten mitmachten, gerät hier zur kunstgewerblichen Farce, weil mit Sophie Marceau und Jacques Dutronc nur zwei mittelmäßig begabte Darsteller vorhanden sind. Zudem hat das Ganze nur einen Schein, aber kein Sein von Emotion, Exzesse, Bedeutung, Erregung.

“Meine Nächte sind schöner als deine Tage“ ist der neuerliche Versuch eines unterentwickelten Künstlers, immer dieselbe Geschichte zu erzählen (= 2 PÖNIs).