Meine Frau, unsere Kinder und ich Kritik

MEINE FRAU, UNSERE KINDER UND ICH“ von Paul Weitz (USA 2010; 110 Minuten; Start D: 23.12.2010); der 1966 in New York City geborene Regisseur, der 2002 mit dem Hugh Grant-Film „About a Boy“ und 2004 mit „Reine Chefsache“ zwei erstklassige Beziehungs-Komödien schuf, löst hier Kollegen Jay Roach ab, der für die ersten beiden Erfolgsspäße über die „komische“ Fockers-Family verantwortlich war: „Meine Braut, ihr Vater und ich“ („Meet the Parents“/2000) sowie „Meine Frau, ihre Schwiegereltern und ich“ („Meet the Fockers“/2004). Man sollte die Vorgänger kennen, gesehen haben, um die derben hintergründigen Pointen hier verknusen zu können.

Gaylord „Greg“ Focker (BEN STILLER) und Pamela Byrnes haben tatsächlich geheiratet. Ihre 5jährigen Zwillinge Henry & Samantha stehen kurz vor der Einschulung. Zum Geburtstag der Kinder reisen Gregs Schwiegereltern sowie seine eigenen Eltern an. Damit ist für das erneute Kuddelmuddel gesorgt. Denn Schwiegerpapa Jack Byrnes (ROBERT DE NIRO), der Ex-CIA-Agent, ist über die Jahre ein Zweifler geblieben. Ein misstrauischer Grobian, was seinen Schwiegersohn betrifft. Hält DEN immer noch nicht „geeignet“ für sein liebes Töchterlein. Nervt erneut mit seinen Ratschlägen und hat natürlich völlig andere Vorstellungen von Kindererziehung als Greg. Für DEN beginnt also erneut der Kampf um individuelle Emanzipation.

Was sich als ziemlich aberwitzig bis turbulent und mitunter auch peinlich erweist. Schließlich will Patriarch Jack seinen fassungslosen Greg zum GODFOCKER trimmen, zum Nachfolger-Oberhaupt dieser überkandidelten Sippe. Was bedeutet: Ständig ausreichend Geld für einen gesicherten Lebensunterhalt aufzubringen; den Kindern eine exzellente wie teure Ausbildung zu garantieren; für die neue Klein-Familie ein komfortables Haus „zu beschaffen“. Natürlich warten auch noch weitere Fallstricke auf Greg wie eine äußerst attraktive sowie hochmotivierte Pharmavertreterin (JESSICA ALBA); der immer noch lustvoll hoffende Ex-Freund seiner Gattin (OWEN WILSON als reiche, erfolgreiche Lichtgestalt mit Esoterik-Klaps) sowie – seine eigenen „eigenwilligen“ Erzeuger: In Gestalt der überkandidelten Sex-Therapeutin Roz Focker mit nun sogar eigener TV-Show (BARBRA STREISAND) sowie Bernie Focker (DUSTIN HOFFMAN), der sich soeben mal in Sachen Selbstfindung nach Sevilla abgesetzt hat, wo er dem Flamenco-Tanz nachspürt. Klar, dass hier niemand zur Ruhe kommt, kommen kann. Zumal auch „drumherum“ LIEBE Stichwortgeber auftreten wie HARVEY KEITEL als „desinteressierter“, aggressiver Bauunternehmer und LAURA DERN als völlig überspannt-liberale Direktorin einer Elite-Vorschule.

Wohin man blickt, das permanente Slapstick-Chaos. Allerdings mit gedämpftem Atem, weil die Hauptchose – das Duell zwischen Schwiegervater und Schwiegersohn – eigentlich nicht mehr so viel hergibt und ziemlich vorhersehbar vor sich hin drüselt. Wobei auch das Focker-Senior-Ehepaar-Pfund aus Teil 2, Streisand & Hoffmann, leider nur mit bzw. in Nebenparts köstlich mitmischen; DIE gäben noch viel mehr Spaß-Speck ab als sie hier verbreiten dürfen. So freuen wir uns über die reizvolle Erkenntnis-Info, dass es inzwischen Kondome gibt, die auf dem Höhepunkt – dank eingebauter Mini-Anlage – Musik ertönen lassen, und dass angepriesene Erektionsmitteltabletten bei „Genuß“ im fortgeschrittenen Alter durchaus ungeahnte „Auswirkungen“ auslösen können: Witzigkeit kennt halt keine Grenzen.

Ein Na Ja-Vergnügen, das ist dieser neue „Little Fockers“-Film; mit viel Schabernack und Schadenfreude versehen sowie mit einem köstlichen Star-Ensemble freundlich-bösartig herumeiernd (= 3 PÖNIs).